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AHA!

16.08.2010
  
  
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Die heftigen Monsunregen sorgen schnell für Überschwemmungen, hier in Ambala, Indien. (Bild: Wikimedia Commons)
Die heftigen Monsunregen sorgen schnell für Überschwemmungen, hier in Ambala, Indien. (Bild: Wikimedia Commons)

WAS IST DER MONSUN?

Der Monsun ist eine grossräumige Luftbewegung, wobei die typischen Monsunwinde immer in eine Richtung blasen, die sie zweimal im Jahr ändern. Der Südwest-Monsun der Sommermonate bläst feuchte Meeresluft über Südostasien, die sich dann als sogenannter Monsunregen über das Festland entlädt. Auslöser für die Monsunströmung sind die grosse Landmasse Asiens und die Corioliskraft.

Sommer bedeutet in Europa Sonne und Wärme, unterbrochen von gelegentlichen Gewittern. Zumindest theoretisch – hier bei uns sind ja verregnete, kühle Sommer keine Seltenheit. Doch im Vergleich zu südostasiatischen Ländern war es in der Schweiz beispielsweise im August 2010 knochentrocken, während Pakistan von einer gewaltigen Überschwemmung heimgesucht wurde. In Südostasien herrscht nämlich im Sommer Regenzeit, und der starke Monsunregen schwemmt immer wieder die Existenzgrundlage der Menschen weg.

Der Jahreszeiten-Macher

Das Wort Monsun stammt ursprünglich aus dem Arabischen und bedeutet soviel wie „Jahreszeit“. Was ein treffender Begriff ist, denn der Monsun bringt in Südostasien die Jahreszeiten. Im Winter blasen die Monsunwinde von Norden nach Osten und bringen kalte, trockene Luft aus dem Inneren Asiens Richtung Süden. Zwischen Juni und September hingegen wechseln diese Winde die Richtung: der Südwest-Monsun nimmt auf seinem Weg übers Meer feuchte, warme Luft auf, die sich dann als Regen über dem Kontinent entlädt. Somit ist der Monsun für die Regen-, aber auch für die Trockenzeit in Südostasien verantwortlich.

Entstehung des Monsuns

Ursache des Monsuns ist die riesige Landmasse Asiens. Im Sommer erwärmt sich das Festland sehr stark, und die warme Luft steigt besonders über dem tibetanischen Hochland auf und bildet dort ein Tiefdruckgebiet. Dieses sommerliche Hitzetief ist Teil der sogenannten Innertropischen Konvergenzzone (ITC). Die ITC zieht um den ganzen Erdball, wie ein Band in der Nähe des Äquators. Sie ist die Zone der grössten Erwärmung.

Durch die starke sommerliche Erwärmung des tibetischen Hochlands wird die ITC im Sommer über Südostasien jedoch weit nach Norden verschoben. Dadurch entsteht ein starkes Luftdruckgefälle zwischen dem subtropischen Hochdruckgebiet über dem Indischen Ozean (Südhalbkugel) und der ITC über dem tibetischen Hochland. Deshalb beginnt die Luft von der Zone mit hohem Druck zur Zone mit niedrigem Druck zu fliessen. Der Südost-Monsunwind entsteht.

                                                                         Dieses Bild zeigt die Monsunwinde über Indien. Rot ist der Südwest-Monsun eingezeichnet, der über dem Äquator die Richtung ändert. Grün ist der Nordost-Monsun, und blau die ITC. (Bild: Wikimedia Commons).

Sobald der Wind den Äquator überquert hat, wirkt die Corioliskraft auf ihn ein, und er ändert seine Richtung um 90 Grad, weht also nun gegen Westen, nach Indien und Pakistan bis hin zu China und Indonesien. Da der Monsunwind über dem indischen Ozean feuchtwarme Luft aufgenommen hat, entlädt sich diese nun über dem Festland als Regen.

Im Winter ändern sich die Verhältnisse: Über dem innerasiatischen Festland steht kalte Luft, die ein Kaltlufthoch bildet. Der Luftdruck ist höher als im Süden Asiens, weshalb der Wind nun in die umgekehrte Richtung weht.

Fluch und Segen

Monsunwinde gibt es auch in Nordamerika und Afrika, aber sie sind nicht so ausgeprägt wie in Südostasien, weshalb man unter „dem Monsun“ den südostasiatischen Monsun versteht. Dieses Klimaphänomen hat das Land und die Menschen geprägt.

Einerseits ist es eine Garantie für Regen, so dass die ganze Landwirtschaft in diesem Bereich nach dem Monsun ausgerichtet ist. Auch für die Trinkwasservorräte ist der Monsun natürlich von besonderer Bedeutung. Andererseits sind die Monsunwinde für immer wiederkehrende Naturkatastrophen verantwortlich - im Winter bringen sie Dürre, im Sommer Überschwemmungen.

Die Überschwemmungen vom Sommer 2010 machten 15 Millionen Menschen zu Obdachlosen. Krankheiten und Seuchen verbreiteten sich im schmutzigen Wasser rasend schnell. Als Vergleich: Das Erdbeben in Haiti im Januar 2010 und auch der Tsunami im Dezember 2004 haben weniger Opfer und Betroffene gefordert.

Quellen:

Redaktion simplyscience.ch

Meteo Schweiz