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12.11.2009
  
  
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Tsunamiwellen können ganze Dörfer und Städte überfluten! (Bild: Shutterstock)
Tsunamiwellen können ganze Dörfer und Städte überfluten! (Bild: Shutterstock)

WAS IST EIN TSUNAMI?

Ein Tsunami ist eine riesige Flutwelle, die sich sehr schnell fortbewegt und durch ihre Masse eine unglaubliche Kraft hat.

Der Begriff Tsunami ist vielen durch die Ereignisse am zweiten Weihnachtsfeiertag 2004 in Erinnerung. Damals traf ein riesiger Tsunami, ausgelöst durch eines der stärksten je gemessenen Beben im Indischen Ozean, auf die Südostasiatische Küste. Die Welle erreichte sogar Ost-Afrika. Über 200,000 Menschen starben. Auch viele europäische Urlauber in Thailand, Sri Lanka oder Indonesien kamen ums Leben.

Eine riesige Welle

Die meisten Tsunamis entstehen, wie auch der Tsunami von 2004, durch ein Erdbeben. Nicht jedes Seebeben löst aber einen Tsunami aus. Ein Beben muss mindest die Stärke 7 auf der Richterskala erreichen, es muss nahe der Meeresbodenoberfläche statt finden und der Meeresboden muss dabei plötzlich nach oben verschoben werden. Dadurch werden auch die Wassermassen schnell verschoben. Es entsteht eine Welle, welche die gesamten Wassermassen vom Meeresboden bis zur Oberfläche in Bewegung setzt.


Der Wirkungsmechanismus eines Seebebens auf die Wassermassen.
(Bild: Miraceti/Wikimedia Commons, CC-Lizenz)

Tsunamiwellen breiten sich mit einer Geschwindigkeit von bis zu 800km/h aus – das ist so schnell wie die Reisegeschwindigkeit eines Flugzeugs. Sie können sich über tausende Kilometer ausbreiten ohne schwächer zu werden. Deshalb konnte der Tsunami von 2004 auch noch an der Ostafrikanischen Küste schwere Schäden anrichten.

Auf dem Meer unbemerkt

Eine Tsunamiwelle kann mehrere 100km lang sein. Befindet man sich auf einem Boot im Meer, wird man die Welle kaum bemerken. Denn alles läuft unter der Wasseroberfläche ab. Die verschobenen Wassermassen heben den Wasserspiegel kaum merklich an. Erst wenn die Wassermassen in Landnähe kommen, baut sich eine verheerende Welle auf.

Dieser Tatsache verdankt der Tsunami auch seinen Namen. Japanische Fischer hatten in ihren Booten auf dem Meer keine Welle bemerkt. Als sie in den Hafen einliefen, fanden sie den Hafen vollkommen zerstört vor. „Tsunami“ kommt aus dem japanischen und bedeutet „Hafenwelle“. Das Wort "tsu" bedeutet Hafen bedeutet und "nami" bedeutet Welle.

Was passiert in Küstennähe?

Trifft die Tsunamiwelle auf Land, wird die Welle abgebremst. Dadurch steigt die Wellenhöhe an. Bei manchen Tsunamis zieht sich zunächst Wasser von der Küste mehrere hundert Meter zurück, bevor die Wassermassen mit voller Wucht auf die Küste treffen. Auch 2004 lockte dieses Phänomen viele Schaulustige an, die dann keine Zeit mehr hatten, sich auf höher gelegenes Gelände zu retten.


Je mehr sich der Tsunami der Küste nähert, desto höher wird die Welle.
(Bild: Veit Mueller/Wikimedia Commons, CC-Lizenz)

2004 war die Tsunamiwelle zwar nicht so hoch wie manche andere Tsunamiwellen – in Alaska hatte man Wellen mit einer Höhe von über 500m gesehen – aber die durch das Beben verdrängten Wassermassen waren so riesig, dass sie bis weit ins Landesinnere alles zerstörten. Die Wellenhöhe sagt nicht unbedingt die Stärke des Tsunamis voraus.

Zwei Überlebende erzählen von der 500 Meter hohen Welle (Englisch):

Tsunamis können auch durch Vulkanausbrüche, grosse Meteoriteneinschläge, massive Erdrutsche und Erdbeben unter dem Meeresspiegel ausgelöst werden. Obwohl es scheinbar recht viele Möglichkeiten gibt, sind Tsunamis jedoch eine recht seltene Erscheinung.

Quelle: SimplyScience Redaktion