AHA!

Der Ausstieg aus einer Sucht ist schwer (Bild: Shutterstock).
WAS PASSIERT IM GEHIRN VON SÜCHTIGEN?
Suchtstoffe lösen zunächst angenehme Empfindungen aus und drängen dabei die Produktion der körpereigenen Glückshormone zurück. Der Körper benötigt immer mehr des Suchtstoffs für die gleichen Wirkung. Wird das Suchtmittels abgesetzt, fehlen die Glückshormone, und Süchtige erleben unangenehme Entzugserscheinungen.
Heroin, Kokain, LSD, Crack und Co. – all diese Drogen machen süchtig. Menschen, die Kokain schnüffeln, Heroin spritzen oder Crack rauchen beschäftigen sich mit fast nichts anderem mehr als der Suche nach dem nächsten Kick. Um ihren Rausch zu finanzieren, werden sie oft kriminell. Was passiert im Gehirn süchtiger Menschen? Was macht sie so abhängig von den Drogen?
Drogen machen glücklich – aber nur kurzfristig
Drogen wie Heroin sind von ihrer chemischen Struktur her den körpereigenen Botenstoffen sehr ähnlich. Man zählt diese Verbindungen zu den sogenannten Opiaten. Die körpereigenen Opiate verhindern genau wie Heroin die Signalweiterleitung von Nervenzelle zu Nervenzelle im Gehirn, Rückenmark und anderen Stellen des Körpers. So werden vor allem Schmerzsignale unterbrochen und damit das Schmerzempfinden gesenkt. Ausserdem setzen Opiate Stoffe im Körper frei, welche Glücksgefühle auslösen.
Verabreicht man sich zum Beispiel Heroin, treten starke Glücksgefühle auf. Man ist gleichgültig gegenüber äußeren Dingen, losgelöst, der Schmerz wird gelindert, man fühlt sich beruhigt und hat ein gesteigertes Selbstbewusstsein, Ängstlichkeit und Anspannung verschwinden. Für Menschen mit Problemen ein zunächst erstrebenswerter Zustand.
Glücklichsein mach süchtig
Doch das Glücklichsein währt nicht lange. Das Problem der Drogen: Bei regelmässigem Konsum von Suchtstoffen wie Heroin versucht der Körper das Überangebot des Suchtstoffs auszugleichen, indem er weniger der natürlichen, körpereigenen Opiate produziert. Der Körper gewöhnt sich an die süchtig machende Substanz. Sie löst nur noch eine „normale“ Reaktion aus. Um eine gesteigerte Reaktion des Körpers zu erreichen, muss mehr Suchtstoff konsumiert werden. Der Körper ist abhängig. Bei starken Drogen wie Heroin kann das sogar schon nach dem ersten Konsum auftreten.
Ausserdem hat Heroin noch weitere Nebenwirkungen. Es verlangsamt beispielsweise die Atmung, was bei einer Überdosis zum Tod führen kann. Es verursacht bleibende Gehirnschäden, Magen- und Darmstörungen und Leberschäden, Gebiss und Kiefer verfallen. Auch die Persönlichkeit des Süchtigen verändert sich, er ist reizbar und aggressiv. Der Süchtige wird häufig kriminell, um sich die Droge zu beschaffen. Weil er sich auf nichts anderes konzentrieren kann, verwahrlost er, isst kaum noch, wird depressiv.
Ausweg Entzug
Süchtige Menschen können sich nicht alleine aus ihrer Situation befreien. Sie sind krank. Der einzige Ausweg ist der körperliche Entzug und eine begleitende Psychotherapie. Erhält der Körper keinen Suchtstoff mehr, so muss er sich an den natürlichen Zustand anpassen. Bis die körpereigenen Opiate wieder in ausreichenden Mengen hergestellt werden, leidet der Körper unter deren Mangel.
Anstelle von angenehmen Empfindungen treten jetzt unangenehme Empfindungen in den Vordergrund. Übelkeit, Erbrechen, übermässiges Schwitzen, Appetitlosigkeit und Depressionen sind nur einige der Probleme, mit denen man bei einem Entzug rechnen muss. Je nach Suchtstoff dauern diese Stunden bis Tage oder sogar Monate. Die Qualen sind kaum auszuhalten, deshalb ist die Rückfallgefahr gross.
Nicht alle schaffen den Ausstieg
Vor allem in schwierigen Zeiten ist die Gefahr eines Rückfalls in die Sucht sehr gross. Das Gehirn erinnert sich ein Leben lang an die angenehmen Empfindungen, die der Suchtstoff in ihm ausgelöst hat. Auch deshalb ist eine Psychotherapie nötig. Nur wer sich mit seinen Problemen beschäftigt und sie aus dem Weg räumt, kann nach einer Drogenabhängigkeit wieder zurück ins Leben finden.
Quellen: Redaktion SimplyScience.ch
Hilfe für Kinder, wenn die Eltern süchtig sind