Kampf gegen die Ölpest

Ein Teil des Öls vor der amerikanischen Küste wird gezielt verbrannt. (Bild: Minerals Management Service)
Bereits Anfang April hielt die Welt den Atem an – ein auf das Great-Barrier-Reef aufgelaufener chinesischer Tanker drohte auseinander zu brechen. Doch es gelang den Frachter abzuschleppen und das Auslaufen des Öls zu stoppen. Ende April gab es erneut eine Schreckensbotschaft. Die Bohrinsel Deepwater Horizon, betrieben von einem Schweizer Unternehmen, ging zunächst in Flammen auf bevor sie zwei Tage später im Meer versank. Seit dem verliert die gebrochene Pipeline im Meeresboden 800.000 Liter Öl pro Tag und das Öl kommt der amerikanische Küste immer näher. Rettungskräfte sind Tag und Nacht im Einsatz.
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Teile des bis zu 160 Kilometer langen und 72 Kilometer breiten Ölteppichs wurden durch gezielte Feuer verbrannt. Experten sehen das Abrennen des Ölteppich allerdings kritisch. Denn es hat umweltschädliche Folgen, wie riesige Rußwolken und teerige Rückstände mit vielen Schadstoffen.
Öl treibt auf US-amerikanische Küste zu
Und noch etwas bereitet den Rettungskräften Kopfzerbrechen: der Wind. Er treibt einen Teil des Öls in Richtung des Mississippi-Deltas, einem sensiblen Ökosystem mit vielen verschiedenen Tier- und Pflanzenarten. Dort mündet der Mississippi, einer der größten Flüsse der USA, in den Golf von Mexiko. Über 28.000 Quadratkilometer erstreckt sich großes Naturparadies aus Mangroven und Sumpflandschaften. Dort leben Alligatoren, Schlangen und vor allem viele Vogelarten, wie z.B. der Braunpelikan. Das Öl verklebt die Flügel, die Vögel verschlucken das giftige Öl beim Versuch ihr Gefieder zu reinigen und sterben qualvoll.
Nahrungsgrundlage vieler Tiere bedroht
Aber auch die im Meer lebenden Tiere, wie Meeresschildkröten, Delfine und Wale sind vom Öl bedroht. Denn das Meer ist nicht nur an der Oberfläche verseucht. Das aus dem Leck ausströmende Öl steigt langsam im Meer auf, wird durch die Strömungen weit verteilt und verseucht die ganze Wassersäule unter dem Ölteppich. Plankton und mikroskopische Kleinstlebewesen, die Nahrungsgrundlage vieler Meeresorganismen wie Fische und Wale, gehen an den giftigen Substanzen im Öl zu Grunde.
Vor der Küste wurden nun Barrieren ausgelegt, die den Ölteppich aufhalten sollen. Schiffe pumpen das Öl von der Meeresoberfläche ab. Und die Betreiberfirma BP versucht das Leck im Meeresboden zu schliessen: Vier ferngesteuerte Roboterfahrzeuge arbeiten in 1,5 Kilometer Tiefe daran, die Sicherheitsventile der Ölanlage "Deepwater Horizon" doch noch zu schließen.
Verzweifelte Versuch das Leck zu schliessen
Vier Roboter versuchen in 1.5 km Tiefe das Leck zu schliessen. (Bild: U.S. Coast Guard Eighth District External Affairs)
Da alle Versuche das Austreten des Öls zu verhindern bis jetzt fehl geschlagen sind, versucht BP nun durch Bohrungen in der Nähe des Lecks den Druck in der Pipeline und damit die Menge des austretenden Öls zu vermindern. Die Arbeiten werden bis zu 100 Millionen Dollar kosten und bis zu 90 Tage dauern. Zeit in der pro Tag 800'000 Liter Öl austreten werden. Um doch noch schneller das Leck verschliessen zu können, wird an einer haushohen Stahlkonstruktion gebaut. Sie soll wie eine Glocke über das Leck gesetzt werden und so den Ölaustritt stoppen. Aber selbst wenn einer dieser Versuche gelingt, die Umwelt wird noch Jahre unter den Folgen des Unglücks leiden.
Quelle:
Redaktion simplyscience.ch
Spiegel.de
Transocean/BP Krisenwebseite