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Die Kreative Arbeit des Parfumeurs

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Einen guten Riecher, das braucht der Parfümeur auf jeden Fall. (Bild: Firmenich)
Einen guten Riecher, das braucht der Parfümeur auf jeden Fall. (Bild: Firmenich)

Der Parfümeur, wahrhaftiger Kreateur und Schöpfer, arbeitet mithilfe seiner Duftpalette, die sich aus einer reichen Auswahl an natürlichen und synthetisch hergestellten Rohstoffen zusammensetzt.


Der Beruf des Parfümeurs

Um ein Parfüm zu kreieren, muss der Parfümeur zugleich die Kunst und die Wissenschaft der Komposition von Düften beherrschen, muss also eine ausgeprägte Kreativität und echte fachliche Fähigkeiten besitzen.

Die Kunst des Parfümeurs:


Innerhalb von 5 bis 10 Jahren erlernt der
Parfumeur seine Kunst, indem er
Duft-Tonleiter übt.
(Bild: Firmenich)

Wie der Musiker oder der Maler ist auch der Parfümeur ein Künstler. Seine Fantasie kommt in Düften zum Ausdruck. Seine Ausbildung ist langwierig (5 bis 10 Jahre) und anspruchsvoll. Die Lehrlinge erlernen Schritt für Schritt das ABC der Parfümherstellung, indem sie zunächst simple Akkorde kombinieren. Aus denen entstehen immer komplexere Kompositionen. Daher hat ein Parfümeur, wie ein Maler, eine persönliche Palette, die sich aus rund 3000 Rohstoffen zusammensetzt. Aus denen schöpft er nun seine Inspiration. Die Einflüsse, die ihn bei seinen Kompositionen leiten, sind vielfältig: seine Fantasie, seine Begegnungen, seine Reisen, aber auch die Trends auf dem Markt. Als neugieriger Reisender und Bildhauer des Unsichtbaren erschafft der Parfümeur neue Geruchsempfindungen – zu unserem grossen Sinnesvergnügen.


Der Parfumeur interpretiert seine Duftidee
mithilfe seiner Palette aus 3000 Rohstoffen.

(Bild: Firmenich)

Die Technik des Parfümeurs:

Der Parfümeur ist gleichzeitig ein Techniker, der sich der fachlichen Qualität seiner Duftkreation sicher sein muss. So sind etwa Intensität, anhaltende Wirkung, aber auch die Stabilität eines Parfüms in seiner Umgebung wichtige Elemente.


Der Parfumeur muss in der Chemie
geschult sein, um die technische Qualität
seiner Kreationen zu beherrschen.
(Bild: Firmenich)

Der Anwendungsbereich für Duftstoffe erstreckt sich über die eigentliche Parfümherstellung hinaus. Der Duft beeinflusst viele Artikel des Alltagslebens, wie etwa Körperpflegeprodukte, Haushaltsartikel und zum Teil sogar Produkte wie etwa Bekleidung oder Benzin… Diese Produkte zu parfümieren ist eine echte Herausforderung. Denn der Grundstoff, den der Duft überlagern soll, besitzt allzu oft seinen eigenen Geruch. Man muss daher wissen, wie man gleichzeitig die Qualitäten des Duftstoffes bewahrt und die Eigenschaften des Basisproduktes erhält (Wirksamkeit, Textur, Farbe…).

Zudem werden diese Produkte möglicherweise Bedingungen ausgesetzt sein, die Verwandlungsprozesse in Gang setzen und die den Geruch verändern können: Wasser, Hitze, Kontakt mit dem Waschmittel bei einem Weichspüler beispielsweise… Chemiker und Parfümeure erfinden daher Trennverfahren für den Duftstoff, mit deren Hilfe genauer kontrolliert werden kann, wann und unter welchen Bedingungen der Duftstoff verdampfen soll. Unser Geruchssinn soll zur richtigen Zeit stimuliert werden… nicht zu früh und nicht zu spät. Zu diesem Zweck setzt man u.a. Parfüm-Vorformen ein. Das sind dicke Moleküle, die sich unter bestimmten Bedingungen in zwei Duftmoleküle aufspalten. Oder aber Mikrokapseln, die ebenfalls abhängig von bestimmten Umweltbedingungen aufbrechen und so ihren Duft verströmen.


Das Parfüm, eine komplexe Kreation

Vom Parfüm könnte man ganz einfach sagen, dass es eine angenehm riechende Flüssigkeit ist, die uns in einem schönen Fläschchen präsentiert wird. Aber öffnen wir einmal dieses Flakon und entdecken wir seine Komposition…


Kopf, Herz, Basis: die verschiedenen Noten
als Bestandteile des Parfüms in seiner
zeitlichen Entfaltung.
(Bild: Firmenich)

Das Parfüm hat eine alkoholhaltige Basis – Alkohol ist ein idealer Träger für die Verbreitung der Duftstoffe. Die Anzahl der Duftstoffe kann von mindestens 30 bis über 300 schwanken. Es ist jedoch die Komposition – also die Art und Weise, wie diese verschiedenen Inhaltsstoffe zusammenspielen – die dem Parfüm seine Persönlichkeit verleiht.

In Wirklichkeit riechen wir nicht alle Inhaltsstoffe zum gleichen Zeitpunkt. Bestimmte Moleküle brauchen, weil sie schwerer sind, länger, um zu unseren Sinnesrezeptoren vorzudringen. Andere, sehr leichte und flüchtige Moleküle wiederum verdampfen beinah genau so schnell, wie sie erschienen sind. Daher unterscheidet man die so genannten Kopfnoten, die man ab dem Auftragen des Parfüms auf die Haut bis 15 Minuten später wahrnimmt. Zwei bis drei Minuten später erscheinen die Herznoten und halten bis zu zwei Stunden. Schliesslich kommen die Basisnoten zum Tragen, deren volle Entfaltung erst nach 2 Stunden eintritt und mehrere Tage anhalten kann.

Der komplexe Aufbau einer solchen Komposition erklärt, warum Monate, ja manchmal bis zu zwei Jahre zwischen der Idee für ein Parfüm und dem Endprodukt vergehen.


Seife, Shampoo, Pflegecreme, Zahnpasta,
Waschmittel,… ohne Duftstoffe kein Erfolg!

(Bild: Firmenich)

Allerdings ist das Parfüm nicht nur ein Duft, sondern auch ein Luxusartikel. Es ist ein kommerzielles und kulturelles Gut, dessen Erfolg auch von dem Traum abhängt, den es uns vermittelt. Sein Name, seine Aufmachung und seine Bewerbung stehen im Dienst jener Fantasiewelten, wie sie von den einzelnen Marken erschaffen werden.

 

Quelle: Firmenich