Hunger

Nicht alle Menschenhaben täglich genug zu Essen (Bild: Shutterstock).
In machen Ländern dieser Erde müssen die Menschen hungern, weil sie zuwenig Geld haben, um sich Grundnahrungsmittel und sauberes Wasser zu kaufen. An manchen Orten gibt es auch ganz einfach zuwenig Nahrung für alle.
Ein leichtes Hungergefühl kennen wir wohl alle. Mit diesem Gefühl fordert uns der Körper auf, etwas zu essen. Den andauernden Hunger, den Mangel an Lebensmitteln, hingegen kennen wir in Europa eigentlich nicht mehr.
Wer hungert, kann nicht lernen
Hie und da ein paar Tage zu hungern, schadet uns kaum. Wenn Menschen allerdings über längere Zeiträume zu wenig zu essen bekommen, dann hat das sehr ernste Konsequenzen. Denn der Körper von unterernährten Menschen versucht, die körperliche und geistige Leistung zu drosseln, um so weniger Nahrung zu benötigen. Ein hungriger Mensch kann sich deshalb weder konzentrieren noch lernen oder spielen.
Asien und Afrika: Am meisten hungernde Menschen
Weltweit haben über 900 Millionen Menschen nicht genug zu essen. Jeden Tag sterben 25'000 Menschen an Hunger und Armut, alle sechs Sekunden stirbt ein Kind unter 5 Jahren an Unterernährung oder den dadurch verursachten Krankheiten. Somit leiden ungefähr 14% der Weltbevölkerung heute an Hunger oder Unterernährung. Das ist einer von sieben Menschen!
Hunger ist nicht überall in der Welt gleich verbreitet. Er betrifft vor allem Länder, die wirtschaftlich nicht so gut entwickelt sind. Die meisten hungernden Menschen leben in Afrika und Asien. In einigen afrikanischen Ländern sind mehr als die Hälfte aller Menschen unterernährt. Eine animierte Karte der Welternährungsorganisation FAO zeigt die Entwicklung in den letzten 30 Jahren pro Land anschaulich auf.
Mangelernährung macht krank
Viele Menschen sterben nicht direkt am Hunger, sondern an Krankheiten, die durch den Mangel an Vitaminen, Mineralien und Spurenelemente verursacht werden. Der Fachausdruck dafür lautet Mangelernährung.
Hunger schwächt auch das Immunsystem. Deshalb kann der Körper eines hungernden Menschen Infektionen kaum abwehren. Selbst Masern oder Durchfall können so tödlich enden. Nach Schätzungen sterben jedes Jahr 10 Millionen Kinder unter 5 Jahren an den Folgen von Unter- bzw. Mangelernährung.
Ursachen von Hunger
Hunger kann – grob gesagt – fünf verschiedenen Ursachen haben: Der wichtigste ist das Fehlen von Wasser. Dürren zerstören einen grossen Teil der angebauten Pflanzen und lassen Tiere verdursten. Oft können sich die armen Kleinbauern nach einer Dürre oder anderen Unglücken kein Saatgut mehr leisten. Auch Kriege verursachen Hungersnöte.
Oft fehlen den Bauern aber auch die Hilfsmittel, um die Felder richtig zu bewirtschaften. Und an vielen Orten wurden in den letzten Jahrzehnten und Jahrhunderten die Böden so übernutzt, dass darauf fast keine Pflanzen mehr wachsen können. Bereits ein Siebtel des fruchtbaren Ackerlands auf der Erde wurde bereits durch Überbewirtschaftung zerstört.
Internationale Hilfe
In den letzten Jahren gab es weltweit etwa 30 Hungerkrisen pro Jahr. Sei es als Folge von Kriegen oder von Dürren: In solchen Krisen sind die betroffenen Menschen auf Überlebenshilfe von aussen angewiesen. Eine der wichtigsten internationalen Hilfsorganisationen ist das World Food Program, doch es gibt auch viele andere Hilfsprogramme, die durch private Spenden oder von Regierungen finanziert werden.
Quelle: Jugend und Wirtschaft