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Viren, winzige Krankheitserreger

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Sie sehen harmlos aus, doch sie sind sehr wirkungsvoll: Grippeviren zwingen viele von uns jedes Jahr ins Bett (Bild: F. Hoffmann-La Roche AG).
Sie sehen harmlos aus, doch sie sind sehr wirkungsvoll: Grippeviren zwingen viele von uns jedes Jahr ins Bett (Bild: F. Hoffmann-La Roche AG).

Viren verursachen viele Krankheiten, beispielsweise AIDS oder die Grippe. Medikamente gegen Viren gibt es kaum, nur durch Impfen kann eine Ansteckung verhindert werden.


Viren sind nicht lebendig, weil Sie keinen eigenen Stoffwechsel besitzen. Um sich zu vermehren, benötigen sie einen lebenden Organismus. Die Zellen des Organismus werden infiziert, in dem die Viren ihr Erbgut einschleusen und dabei die Zellen zu Virenfabriken umprogrammieren.

Die Bekämpfung von Viruskrankheiten ist schwierig. Antibiotika wirken nicht, denn solche Medikamente greifen speziell in den Stoffwechsel von Bakterien ein. Die Forschung arbeitet deshalb daran, Medikamente zu finden, welche die Viren beispielsweise daran hindern, in Körperzellen einzudringen.

Kinderkrankheiten: gefährliche Viren

Typische, von Viren verursachte Krankheiten sind die klassischen Kinderkrankheiten wie Masern oder Röteln oder Mumps. Doch so ungefährlich wie der Name "Kinderkrankheiten" klingt, so gefährlich sind manche dieser Virusinfektionen. Kinderlähmung beispielsweise kann zu einer lebenslangen Lähmung der Beine führen.

Die meisten Virusinfektionen durchleben wir nur einmal im Leben. Der Grund dafür liegt in der Immunabwehr. Bei der ersten Infektion benötigt unser Körper Zeit, um den Virus zu erkennen und dann zu bekämpfen. Doch Zeit ist kostbar, denn die Viren vermehren sich explosionsartig und infizieren Zelle um Zelle – wir werden krank.

Während der Krankheit produzieren Immunabwehr-Zellen sogenannte Antikörper gegen den Virus. Deren Aufgabe ist es, Krankheitserreger zu bekämpfen. Nach der Krankheit bleiben einige dieser Immunzellen während Jahren im Körper. Sobald wieder ein Virus in den Körper gelangt, produzieren diese Zellen sehr schnell viele Antikörper und lösen somit eine viel schnellere Immunantwort aus. Damit verhindern sie bereits am Anfang, dass die Krankheit ausbricht oder einen schweren Verlauf nimmt.

Impfungen schützen vor einer Infektion: Dazu werden meistens abgetötete Viren ins Blut gespritzt. Der Körper erkennt die Viruseiweisse und bildet Antikörper. Diese schützen den Körper dann jahrelang vor der Krankheit. Je nach Virus muss aber im Abstand einiger Jahre nachgeimpft werden.

Alle Jahre wieder: Mit der Grippe im Bett

Am bekanntesten ist wohl der Grippe-Virus. Jährlich zwingt er viele von uns ins Bett. Die meisten überstehen eine Grippe-Infektion ohne ernsthafte Probleme, da der Körper genug stark ist, um den Virus zu bekämpfen.

Bei bereits geschwächten Personen wie älteren Menschen kann die Grippe tödlich enden. Das Grippevirus ist ein extrem wandlungsfähigersVirus, das sein Äusseres ständig ändert. Wir erkranken immer wieder an Grippe, da unser Immunsystem den Grippeerreger – im Gegensatz zu den Viren der Kinderkrankheiten – nicht wiedererkennen kann. Eine Impfung gegen Grippe muss deshalb jedes Jahr neu erfolgen.

Im Gegensatz zu einer Grippe, die Kopf- und Gliederschmerzen, hohes Fieber und starken Husten verursacht, sind normale Erkältungen eher harmlos. Sie können von Viren und Bakterien ausgelöst werden und klingen zumeist nach wenigen Tagen wieder ab.

AIDS: Nur Schützen hilft

Ein viel gefährlicher Virus als das Grippevirus ist das HI-Virus. Es verursacht die Krankheit AIDS. AIDS wurde das erste Mal in den 80er Jahren entdeckt. Das HI-Virus hat sich über sexuelle Kontakte weltweit epidemieartig verbreitet. Während sich in Europa nicht mehr so viele Menschen anstecken, wütet die Krankheit vor allem in Afrika: In einigen Ländern tragen 2 von 3 Menschen den Virus in sich!

Vor AIDS gibt es nur einen wirksamen Schutz: Beim Geschlechtsverkehr Kondome benutzen! Zwar gibt es unterdessen Medikamente, mit denen der Virus eine gewisse Zeit unterdrückt werden kann, doch der präventive Schutz ist die einzige wirksame Methode, um sich nicht anzustecken. Denn AIDS kann nicht geheilt werden.

Quellen: Jugend und Wirtschaft