Überaktives Immunsystem macht krank

Hatschi! Die Freude, in der Natur zu sein, wird bei Allergikern oft durch Heuschnupfen getrübt (Bild: Schutterstock).
Das Immunsystem schützt unsere Körper vor Krankheiten. Ist es dabei nicht erfolgreich, werden wir krank. Manchmal ist das Immunsystem aber auch zu eifrig – dann werden wir krank.
Unser Immunsystem hat die Aufgabe, Krankheitserreger abzuwehren und unschädlich zu machen. Gelingt das nicht oder nur unvollständig, so wird der Mensch krank.
Dasselbe geschieht aber auch, wenn das Immunsystem zu aktiv ist, wie das bei Allergien der Fall ist. Manchmal reagiert der Körper sogar auf sich selber allergisch: Solche Auto-Immunkrankheiten sind oft sehr gefährlich.
Gegen Allergien ist kein Kraut gewachsen
Bei einer Allergie bekämpft das Immunsystem Stoffe, die eigentlich gar nicht schädlich sind. Beispiele dazu sind: Pollen von Gräsern oder Bäumen, Katzenhaare, Milben oder auch Bestandteile von Nahrungsmitteln. In den letzten Jahrzehnten haben Allergien stark zugenommen; in Europa leidet bereits jeder vierte an einer Allergie.
Allergien können bis jetzt noch nicht geheilt werden. In den meisten Fällen kann aber zumindest herausgefunden werden, welcher Stoff die Allergie auslöst. Es liegt danach am Patienten oder an der Patientin, diesen Stoff zu meiden.
Manchmal hilft aber eine so genannte Desensibilisierung. Während bis zu drei Jahren werden kleine Dosen des Stoffes in den Körper gespritzt, bis sich der Köper daran gewöhnt hat und nicht mehr allergisch reagiert.
Gestört Zuckerverwertung bei Diabetes Typ I
Ein Beispiel für eine Autoimmunkrankheit ist Diabetes Typ I. Bei dieser Krankheit zerstörten körpereigene Abwehrstoffe die Zellen in der Bauchspeicheldrüse, die das Hormon Insulin produzieren sollten. Dieses sorgt dafür, dass das Zucker aus dem Blut in die Zellen transportiert und dort als Energielieferant verwendet wird.
Weil dem Körper das Insulin fehlt, verbleibt der Zucker im Blut und kann nicht verwertet werden. Der Zucker im Blut schädigt dann die Blutbahnen sowie die die Nerven, Nieren und Augen. Um gesund zu bleiben, müssen Diabetes-Patienten daher künstliches Insulin ins Blut spritzen.
Multiple Sklerose: Nerven als Feinde
Ein anderes Beispiel für eine relative bekannte Autoimmun-Krankheit ist die Multiple Sklerose (MS). Das Immunsystem greift die Nerven an, die sich daraufhin entzünden und vernarben. Dadurch können sie Impulse nicht mehr richtig weiterleiten, so dass die Betroffenen mit der Zeit Mühe mit Bewegungen oder beim Sehen haben.
Multiple Sklerose ist momentan nicht heilbar, Medikamente können aber die Symptome lindern. An der Krankheit sterben nur wenige Menschen. Die Meisten sind aber in ihrem täglichen Leben mehr oder weniger eingeschränkt.
Quellen: Jugend und Wirtschaft, Schweizerisches Zentrum für Allergie, Haut und Asthma, Schweizerische Multiple Sklerose Gesellschaft
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