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Die Geräte eines Vermessers

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Tachymeter in der Bauvermessung (Bild: Leica Geosystems)
Tachymeter in der Bauvermessung (Bild: Leica Geosystems)

Für die Vermessung sind heute präzise Hightech-Geräte im Einsatz. Die Meistverwendeten sind Tachymeter, GPS und Nivellierinstrument. Schlaue Software wertet die Daten aus, und nach der Bearbeitung entstehen Pläne und Karten.


Folgendes Beispiel: Ein Architekturbüro will eine Villa samt grossem Garten planen. Dazu muss das Grundstück zunächst vermessen werden. Die wichtigsten Geräte dazu sind der Tachymeter und/oder GPS sowie das Nivellierinstrument. Ausgehend von Fixpunkten mit bekannten Landeskoordinaten werden alle relevanten Punkte im Grundstück wie die Grenzpunkte, aber auch benachbarte oder beim Abriss stehen gebliebene Häuser samt Giebelhöhen, Bordsteine, die Hangneigung und weiteres vermessen, um daraus einen Bestandsplan für die Planung der Villa zu erstellen. In diesem Plan sind auch Höhen eingetragen, meistens die Höhen über dem Meeresspiegel.

Tachymeter

Der Tachymeter ist eine Kombination aus Winkelmessgerät (auch bekannt als Theodolit) und Distanzmesser. Damit lassen sich Vertikal- und Horizontalwinkel sowie die Strecke zu einem ausgewählten Punkt messen. Der Reflektor ist zur Punktaufnahme an einem Lotstab angebracht, der eine Zentimeter-Teilung besitzt. Moderne Geräte lassen sich auch fernsteuern. Der Benutzer schreitet mit dem Reflektor die gewünschten Punkte ab und löst von dort mit einer Fernbedienung die Messung aus. Der Tachymeter folgt dank Motor jeweils dem Reflektor.

GPS

Nicht nur zur Navigation im Auto kommt GPS zum Einsatz, sondern auch in der Vermessung. Dank spezieller Verfahren lassen sich Koordinaten mit sehr hoher Genauigkeit (Zentimeter-genau) erfassen. GPS funktioniert nur draussen, unter freiem Himmel. Im Innern von Gebäuden ist der Satellitenempfang nicht möglich (auch der Handy-Empfang ist dort ja schlechter).

Nivellierinstrument

Mit Nivellierinstrumenten werden Höhenunterschiede gemessen und zwar präziser als mit einem Tachymeter oder GPS. Das Gerät ist im Wesentlichen ein drehbares Fernrohr, welches mit einer sehr genauen Wasserwaage horizontal ausgerichtet wird. Moderne Nivellierinstrumente sind Digitalnivellier. Über die horizontale Linie werden zwei Messlatten angezielt und so der Höhenunterschied bestimmt.

Vom Feld auf die Karte

Mit einer Grundstücksvermessung werden auch Punkte erfasst, deren Koordinaten bereits im Koordinatensystem der Landesvermessung vorliegen. So können nun auch die anderen gemessenen Punkte in den amtlichen Plan übertragen werden. Das Einpassen der vor Ort gemessenen Punkte in das Koordinatensystem der Landesvermessung nennt man Transformation. Dies übernimmt spezielle Software.

Andere Software – bekannt unter den Begriffen CAD (Computer Added Design, zu deutsch computergestütztes Entwerfen) und GIS (Geografisches Informationssystem) – ermöglicht weitere Berechnungen und Visualisierungen bis hin zu dreidimensionalen Geländeabbildungen. Der fertige Plan samt Visualisierungen geht dann – in gewünschtem und geeignetem Massstab – ans Architekturbüro, das schon bald mit der Planung der Villa beginnen kann.

Wer mehr über die Arbeit und die Berufsperspektiven der «Vermesser» erfahren will, findet im aktuellen Technoscope 1/09 ein Porträt der Geomatikerin Bettina Staudinger.

Quellen: Leica Geosystems und swisstopo