Geografische Informationssysteme

Erdbebengefährdungskarte des Schweizerischen Erdbebendienstes (Bild: ETH Zürich)
Geodaten braucht es fast überall. Im Strassenverkehr, für Rettungseinsätze, auf Baustellen. Verwaltet werden diese Daten immer öfter in Geografischen Informationssystemen (GIS).
GIS sind Computersysteme, welche Daten zu Ortschaften, Strassennetzen, wissenschaftlichen Messnetzen und vielem mehr speichern. Diese Daten, welche einen Raumbezug haben – beispielsweise über Koordinaten oder Adressen –, heissen Geodaten. Neue und aktualisierte Informationen fliessen aus Vermessungen, aber auch Statistiken und Bevölkerungsbefragungen laufend ein. Umgekehrt können die Benutzer dank der Vernetzung jederzeit auf die Daten zugreifen, um diese zu verwalten, zu modellieren, zu analysieren und zu kombinieren sowie auch zu visualisieren. Viele Kantone und Gemeinden in der Schweiz haben ein GIS; ein Teil der Daten ist auch über das Internet für alle frei verfügbar.
Beispiel Erdbeben
GIS können für eine breite Palette von Bereichen angewendet werden. Diese reichen von A wie Archäologie über L wie Luftfahrt bis zu U wie Umwelt und Naturschutz. So wurde beispielsweise mit GIS-Daten eine Erdbebengefährdungskarte für die Schweiz erstellt. Diese bildet die Grundlage für die schweizerische Erdbebenbaunorm.
Beispiel Fluglärm
Zwischen 60 und 80 Prozent aller Entscheidungen im politischen, wirtschaftlichen und privaten Leben haben einen räumlichen Bezug. So kann mit Daten aus einem GIS eine Karte erstellt werden, wo an einer bestimmten Strasse wie viel Lärm herrscht. Überschreitungen von Grenzwerten werden sichtbar, Schutzmassnahmen wie Lärmschutzwände können geplant werden. Oder ein Beispiel aus dem Kanton Zürich: Dort wurde mit GIS-Daten berechnet, wie viele Menschen von Fluglärm betroffen sind und für welche Zonen eine Verminderung von Flügen in Frage käme. GIS lieferte also die Grundlage für weit reichende politische Entscheide.
Beispiel Not- und Rettungsdienste
Polizei, Feuerwehr, Sanität, Pannen- und Rettungsdienste nutzen Notrufzentralen, um ihre Einsätze zu koordinieren. In einem GIS können der Einsatzort sowie Standorte und weitere notwendige Informationen der verfügbaren Einsatzfahrzeuge und Hilfestellen verwaltet werden. So wird es ermöglicht, dass die richtige Hilfe schnell am richtigen Ort ist.
Quellen: «Geografische Informationssysteme (GIS)», Lehrbuch von Raymond Treier, Cramen Treuthardt Bieri und Michael Wüthrich; Technoscope 1/09; e-geo.ch