Wie wird man Profifussballer?

Freundschaftstestspiel Schweiz - Italien: Valon Behrami in Aktion (Bild: Fifa.com)
Jeder fussballbegeisterte Junge träumt davon: Als Profi Tore schiessen und dabei von Tausenden von Fans bejubelt werden. Doch um Profifussballer zu werden, braucht es hartes Training, Talent und die körperlichen Voraussetzungen. Was haben Fussballstars wie Ronaldo, Messi, Rooney und Frei gemeinsam?
Talent und hartes Training sind natürlich die beiden Hauptvoraussetzungen, die es zum Profi werden braucht. Doch auch körperlich muss es stimmen. Fussballer sind Athleten, und Athleten zeichnen sich aus durch einen kräftigen Körperbau und eine ausgeprägte Muskulatur. Aber nicht alle Fussballer sehen gleich aus oder haben gleich viel Muskelmasse; manche sind kräftig und besonders zweikampfstark, andere dünn und dafür besonders schnell, andere klein aber besonders geschickt. Einen optimalen Fussball-Körper gibt es also nicht.
Klein aber fein
Trotzdem: Schaut man die besten Fussballspieler aller Zeiten an, fällt einem etwas auf: Viele Fussballlegenden wie Pele (1.73m) und Diego Maradona (1.66m) und aktive Profispieler wie Lionel Messi (1.69m), Wayne Rooney (1.78m) und Alex Frei (1.79m) sind eher klein, überragen aber mit ihren Leistungen ihre Teamkameraden auf dem Fussballplatz.
Heisst das nun, dass kleinere Menschen die besseren Fussballer sind? - Nein! Der Grund für die Übervertretung von kleineren Fussballern auf der Liste der besten Fussballspieler aller Zeiten ist folgender: Die meisten Topstars kommen aus dem fussballfanatischen Südamerika. Dort sind die Menschen durchschnittlich kleiner als auf anderen Kontinenten.
Auch hoch gewachsene Fussballer haben sich durch ausgezeichnete Leistungen einen Namen gemacht. Vor allem bei Goalies kann ein langer Körper von Vorteil sein. Der grösste aktive Profispieler ist der belgische Torwart Kristof Van Hout mit einer Körpergrosse von 2.08 Metern! Auch als Stürmer kann man ein Riese sein: Nikola Žigić aus Serbien ist aktiver Nationalspieler und misst ganze 2.02 Meter.
Trainieren bis zum Umfallen
Sie trainieren 6 bis 7 Mal pro Woche, 2 Mal am Tag, vor wichtigen Turnieren noch mehr. Professioneller Fussballspieler ist ein Beruf, und gearbeitet wird hart am eigenen Körper. Es braucht Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit, Schnelligkeit und natürlich das Beherrschen der Fussballtechnik. Am wichtigsten sind bei einem Profifussballer die Beine. Der kräftige Oberschenkelmuskel sorgt dafür, dass die Bälle ihr Ziel schnell erreichen, und der kräftige Wadenmuskel sorgt für optimalen Stand auf dem Rasen.
Auch der Oberkörper muss trainiert werden. Die Muskelkraft in den Armen, dem Bauch und dem Rücken wird beim Fussballspielen auf die Beinarbeit übertragen. Ein trainierter Oberkörper sorgt auch dafür, dass sich die Profis bei harten Zweikämpfen oder Stürzen nicht verletzen.
Profi ist man schon im Kindergarten
Dieses „Schinden“ fängt aber nicht erst im Profifussball an. Früh übt sich, wer ein Meister werden will; das gilt vor allem im Sport. Nachwuchsspieler müssen ihr Talent und ihr Können mit viel Ehrgeiz und Disziplin fördern, wenn sie eines Tages die Chance auf eine Profikarriere haben wollen. Dabei müssen Jugendliche auf vieles im Leben verzichten; jedes Wochenende Party liegt bei einem Nachwuchs-Fussballspieler gleich wie bei einem Profispieler nicht drin.
Die Grundvoraussetzungen für eine Fussballprofikarriere zeigen sich sehr früh: Ballgefühl und Sporttrieb kann man bei Kindern schon im Kindergartenalter beobachten. Superstars wie Beckham oder Ronaldo haben als kleine Jungs vermutlich lieber mit Bällen gespielt als mit Modellautos und sind lieber auf dem Pausenhof herumgerannt als in der Schul-Cafeteria zu hocken.
Fussball beginnt im Kopf – sind Fussballprofis Genies?
Beim Fussball sind nicht nur Muskeln gefragt, sondern auch Köpfchen. Verschiedene Hirnleistungen wie Motorik, Orientierung, Koordination, Aufmerksamkeit und Interaktion müssen zur selben Zeit abgerufen und eingesetzt werden können: Ein Fußballspieler muss ständig die Positionen seiner Teamkollegen und vor allem den Gegner im Auge behalten. Zudem muss er die Bewegungsrichtung und Geschwindigkeit des Balles berechnen. Auch wenn es eine andere Intelligenz ist als beim allwissenden Ingenieur oder beim analytischen Schachspieler - Intelligenz ist auch im Sport wichtig. Erfolgreiche Fussballprofis könnte man deshalb durchaus als Genies bezeichnen.
Quellen:
simplyscience.ch Redaktion
Weltfussballerverband Fifa
J. Weineck "Optimales Fussballtraining" bei Google Books
Interview mit Prof. Hans-Peter Tiehr, Hirnforscher der Uni Tübingen "Fussballer sind unterschätzte Genies"