Chemie-Olympiade mit zwei Medaillen

Stolze Preisträger: Alain Vaucher und Yannick Suter
an der Chemie-Olympiade in Tokio (Bild: Verband Schweizer Wissenschafts-Olympiaden)
An der 42. Internationalen Chemie-Olympiade in Tokio, Japan, gewinnen Alain Vaucher aus Ecublens (FR) und Yannick Suter aus Ennetbaden (AG) zwei Bronzemedaillen für die Schweiz. Dies ist eine ausgezeichnete Bilanz: Vor drei Jahren gewann ein Schweizer Team das letzte Mal gleich viele Medaillen. 270 Jugendliche aus 73 Nationen massen sich während der japanischen Hitzewelle an je zwei Halbtagen in fünfstündigen Prüfungen in theoretischer und praktischer Chemie.
„Da könnte noch was werden daraus“: Yannick Suter (Kantonsschule Wettingen) hat sich nicht getäuscht: Es wurde eine Bronzemedaille für ihn und für Teamkollegen Alain Vaucher (Collège Sainte-Croix). Für Yannick und Alain hat es schliesslich gut gereicht: sie lagen im guten Mittelfeld bei den Punktezahlen für eine Bronzemedaille. Das erfolgreiche Schweizer Team wurde von der Aargauerin Michelle Frei aus Untersiggenthal (Kantonsschule Wettingen) und dem Waadtländer Michele Oliosi aus Pully (Gymnase Auguste Piccard) komplettiert, die sich beide ebenfalls im Rahmen der nationalen Vorausscheidungen für die Olympiade qualifiziert hatten. Multitalent Alain Vaucher schaffte die Olympiadenqualifikation gar in drei Disziplinen – neben der Chemie ist er in der Physik und in der Informatik bei den national besten – was einer absoluten Ausnahmeleistung gleichkommt.
„Chemisch schön, einfach und genial!“
So kommentierte Dustin Hofstetter – Teamleader und Doktor der Chemie – die praktische Aufgabe an der diesjährigen Chemie-Olympiade. Die Teilnehmenden mussten eine Eisenbestimmung von Auge machen, indem sie die Höhe einer Flüssigkeitssäule so einstellten, bis sie die gleiche Färbung bekamen wie eine Referenzflüssigkeitssäule. Es handelt sich dabei um eine alte Technik, die aber – richtig angewendet – eine relativ hohe Treffergenauigkeit ermöglicht. Mit modernerer Technik schliesslich mussten die Teilnehmenden sich in der theoretischen Aufgabe herumschlagen: Die jugendlichen Chemietalente mussten berechnen, wie viel Energie eine Lithium-Ionen-Batterie speichern kann, wie viel sich die Massen verändern und wie die Details der energetischen Abläufe sind. Viele mobile Geräte enthalten heutzutage solche Lithium-Ionen-Batterien. Laut Einschätzung Hofstetters waren die Fragen in diesem Jahr eher einfach, was unter anderem in hohen Punktezahlen der Teilnehmenden resultierte.

Nicht nur erfolgreich, sondern auch mit viel Spass bei der Sache: das Schweizer Team an der Chemie-Olympiade in Tokio (Bild: Verband Schweizer Wissenschafts-Olympiaden)
Wenn die Chemie auch kulturell stimmt
Unter dem Motto ”Chemistry: the key to our future“ bot die Chemie-Olympiade auch aus interkultureller Sicht unvergessliche Erlebnisse im Leben der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Michelle Frei ist begeistert: „Das Spannendste ist es, Leute aus der ganzen Welt kennenzulernen und damit mit unterschiedlichen Religionen und Kulturen in Berührung zu kommen“ und bedauert lediglich, dass sich die Wege gerade dann wieder trennen, wenn man sich so richtig kennengelernt hat. Alain Vaucher fügt begeistert hinzu, dass alle „total nett und sympathisch“ sind. Die internationalen Teams wurden von den japanischen Gastgebern nach allen Regeln der Kunst umsorgt, beispielsweise stand jedem Team ein japanischer „Guide“ zur Seite. Die Hitzewelle war einigermassen auszuhalten, da sämtliche Aufenthaltsräume und Transportmittel klimatisiert waren. Anlässlich eines Besuchs des Kodokan-Institut – einer Institution, die sich wissenschaftlich und praktisch mit Judo befasst – konnten die Jugendlichen einen vertieften Einblick in den japanischen Nationalsport gewinnen. Auch das an heiligen buddhistischen Schreinen reiche Kamakura hinterliess einen nachhaltigen Eindruck. Nicht zuletzt bietet eine Chemie-Olympiade den sprachbegabten Jugendlichen die einmalige Gelegenheit, ihre Kenntnisse anzuwenden. Gerade Michele Oliosi fand auf diese Weise rasch Kontakt zu zahlreichen seiner Mitstreiter, da er neben der Chemie auch ein besonderes Talent für Sprachen hat.
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Quelle: Verband Schweizer Wissenschafts-Olympiaden