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Monatsthema

Umweltschutz in der Chemie- und Pharmabranche

24.08.2010
  
  
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Rauchende Schornsteine - ein Sinnbild für eine blühende Industrie, aber auch für die Umweltauswirkungen der Produktion von chemischen Substanzen und Medikamenten. Die Anforderungen an den Umweltschutz sind heute viel höher als früher; die Industrie unternimmt grosse Anstrengungen um Umweltbelastungen soweit wie möglich zu reduzieren (Bild: Shutterstock)
Rauchende Schornsteine - ein Sinnbild für eine blühende Industrie, aber auch für die Umweltauswirkungen der Produktion von chemischen Substanzen und Medikamenten. Die Anforderungen an den Umweltschutz sind heute viel höher als früher; die Industrie unternimmt grosse Anstrengungen um Umweltbelastungen soweit wie möglich zu reduzieren (Bild: Shutterstock)

Die Chemie- und Pharmabranche bringt man als Aussenstehende nicht unbedingt mit Umweltschutz in Verbindung. Es stimmt, dass sich einzelne unerfreuliche Ereignisse nicht schönreden lassen. Gleichzeitig gehört die Branche zu den am strengsten überwachten und regulierten Wirtschaftszweigen überhaupt. Denn die Erforschung und Herstellung von chemischen und pharmazeutischen Produkten ist äusserst komplex und nicht immer risikofrei.


Natürlich geniessen diese Produkte teilweise hohes Ansehen, geht es doch um Medikamente, welche vielen Krankheiten ihren Schrecken nehmen oder um Gegenstände und Materialien des täglichen Gebrauchs, die unser Leben angenehmer machen. Dieser Bonus entbindet die Branche aber keineswegs von ihrer grossen Verantwortung gegenüber der Umwelt. Im Gegenteil: Sie unternimmt überdurchschnittliche Anstrengungen, Ressourcen zu schonen, unnötige Abfälle zu vermeiden und die nicht ganz zu vermeidenden Emissionen in die Umwelt so gering als möglich zu halten.

Wichtig: Auswahl der geeigneten Rohstoffe

Ein grosser Teil der chemischen Rohstoffe wird, direkt oder indirekt, aus Erdöl hergestellt. Dies gilt für Lösungsmittel wie auch für die meisten andern Substanzen, die in der chemischen Produktion eingesetzt werden. Da die Erdölvorkommen beschränkt sind, müssen wir mit ihnen und den daraus gewonnen Produkten sorgsam umgehen. Wir achten also darauf, nur Komponenten zu verwenden, die es für die Herstellung eines Produktes wirklich braucht und lassen unnötige Hilfsstoffe beiseite. Den mengenmässig grössten Anteil der Ausgangsstoffe in einem chemischen Herstellverfahren stellen in der Regel die Lösungsmittel. Sie werden in fast jeder Synthese (d.h. Zusammensetzung, Verknüpfung) gebraucht, weil die zu verbindenden Komponenten sonst nicht richtig miteinander reagieren oder die Verfahrenssicherheit nicht gewährleistet ist. Der Einsatz von Lösungsmitteln kann nun minimiert werden, indem man solche auswählt, die mehrere Male verwendet werden können, sei dies der gleichen Synthese oder, falls aus Qualitätsgründen nicht möglich, für eine andere Anwendung.

Erdöl ist ein wichtiger Grundstoff für viele chemische Prozesse. Die Auswahl geeigneter Rohstoffe steht am Anfang einer nachhaltigen Produktion (Bild: Shutterstock)

 

Energiequellen

Neben den Ausgangsstoffen werden in der chemischen Industrie auch beträchtliche Mengen an Energie gebraucht, beispielsweise zum Heizen und Kühlen oder zur Erzeugung von Vakuum und Druck. Der richtige und sparsame Umgang mit diesen Ressourcen fängt schon mit deren Wahl. Erdgas ist beispielsweise weniger umweltbelastend als Schweröl, und erneuerbare Energiequellen wiederum sind nachhaltiger als Gas.

Wasserkraft ist eine günstige, saubere Energiequelle – vor allem in Ländern, die genug Wasser und Berge haben. In der Schweiz wird über die Hälfte des Stroms mit Wasserkraft produziert (Bild: Shutterstock)

 

Umgang mit Abfällen

Ein weiteres wichtiges Thema sind Abfälle und Emissionen. Abfälle werden nach ihrem Aggregatszustand kategorisiert: fest, flüssig und gasförmig. Diese drei Kategorien kann man zudem in organische und anorganische Stoffe sowie brennbare und nicht brennbare Stoffe und Stoffgemische.