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Monatsthema

WIESO HAT MAN WEISHEITSZÄHNE?

09.09.2010
  
  
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Weisheitszähne sind normale Zähne, die etwas später als die anderen wachsen. Doch eigentlich sind diese Zähne ein Überbleibsel aus früheren Evolutionsstufen – heute ist unser Kiefer kleiner, so dass die Weisheitszähne meist mehr Schaden als Nutzen bringen.


Es gibt Menschen, die lassen sich gleich alle vier Weisheitszähne unter Narkose gleichzeitig entfernen, um keine Probleme damit zu haben. Andere - glückliche! - merken kaum, dass sie da sind, und wieder andere leiden bei jedem wachsenden Zahn unter Entzündungen und Abszessen. Doch jeder, der deswegen auf dem Zahnarztstuhl sitzen und Schmerzen leiden musste, fragt sich zu Recht: Wieso wachsen da diese Zähne im Erwachsenenalter?

Eigentlich unnötig

Denn brauchen tun wir sie nicht. Zwischen dem 6. und dem 13. Lebensjahr erhalten die meisten Menschen einen Satz funktionsfähiger Zähne – 28 Stück, mit denen wir eigentlich ganz gut allen Anforderungen, die Nahrungsmittel an uns stellen, gewachsen sind. Doch einige Jahre später wachsen uns noch vier mehr.

Denn insgesamt hat der Mensch 32 Zähne, 8 auf jeder Seite oben und unten. Jeweils der hinterste der 8 Zähne ist der Weisheitszahn. Es haben jedoch nicht alle Menschen alle 4 Weisheitszähne, bei manchen wachsen weniger oder gar keine. Ganz wenige bilden sogar 8 Weisheitszähne aus.

Stören würden uns diese Extrazähne ja nicht, wären da nicht die häufigen Schmerzen, die sie verursachen. Der Grund dafür ist, dass der menschliche Kiefer oft zu eng ist und sie keinen Platz mehr haben. Man entfernt die Weisheitszähne, da diese als letzte wachsen und die anderen, schön eingereihten Zähne stören und verschieben können. Es können Entzündungen entstehen, die sogar den Kieferknochen beschädigen.

Ein Überbleibsel vergangener Zeiten

Da der Mensch heute anders isst und lebt als seine Vorfahren, hat sich auch sein Gebiss geändert. Vor Millionen von Jahren hatten die höheren Säugetiere 44 Zähne. Damals waren natürlich auch Ober- und Unterkiefer länger als heute, der Mund war grösser und es hatte mehr Platz für die Zähne.

Doch im Laufe der Evolution hat sich die Zahnzahl der Altweltaffen auf 32 verringert, und wir Menschen haben ausserdem einen vergleichsweise schmalen Kiefer entwickelt. Darum ist der Platz für Weisheitszähne häufig sehr knapp, und da wir sie nicht wirklich benötigen, entfernt man sie ganz einfach.

Die einzige Funktion, die Weisheitszähne gut erfüllen können, war von der Natur wohl ursprünglich nicht so vorgesehen: sie gelten als ein Beleg für die Evolution. Denn Weisheitszähne sind ein sogenanntes Rudiment. Das ist ein bestimmtes Merkmal einer Art – ein Teil des Körpers oder des Verhaltens – das im Laufe der Entwicklung seine Funktion ganz oder teilweise verloren hat. Mit anderen Worten, etwas, das heute überflüssig ist, früher aber eine Aufgabe hatte.

Woraus bestehen Zähne?

Zähne bestehen aus Stein und Eiweiss. Der Steinanteil besteht aus Calcium und Phosphat, was als Hydroxylapatit bezeichnet wird. Er kann durch Säuren langsam zersetzt und durch Speichel oder Wasser teilweise wieder regeneriert werden. Die Oberfläche des Zahns, der Zahnschmelz, enthält ca. 96% Hydroxylapatit und nur wenig Eiweiss und Wasser. Das Innere des Zahns, das Dentin, ist weicher, da es mehr Eiweiss enthält.

Bedeutung der Zähne

Die Zähne gehören zum Verdauungsapparat, da sie für die Zerkleinerung der Nahrung zuständig sind. Das Gebiss eines Tiers ist auf seine Nahrung angepasst. Wenn man das Gebiss eines Tiers untersucht, kann man so erahnen, wovon es sich ernährt hat. Dies ist vor allem nützlich bei ausgestorbenen Tieren, da man ihr Verhalten nicht mehr beobachten kann.

Wo bleibt die Weisheit?

Weisheitszähne wurden so benannt, da sie später als die anderen Zähne wachsen und erscheinen, wenn man etwas älter und möglicherweise auch weiser ist. Sie können etwa vom 16. bis zum 40. Lebensjahr durchbrechen. Dennoch: Ihr Auftauchen bedeutet nicht automatisch, dass man mit dem Alter auch wirklich weiser geworden ist.

 

Quellen:

Redaktion simplyscience.ch

Steinmann Institut für Geologie, Mineralogie, Paläontologie