Wie wird Kunstschnee gemacht?

Dank der Schneekanone kann man auch in schneearmen Wintern skifahren. (Bild: Shutterstock)
Immer wieder klagen die Wintersportorte über Winter mit wenig natürlichem Schneefall. Dass wir trotzdem auf der Piste stehen können, machen oft Schneekanonen möglich.
In den letzten Jahren wurden sie auch hierzulande häufig am Pistenrand gesichtet: die Schneekanonen. Sie kämpfen gegen grüne Stellen auf der Piste an und spucken unerbitterlich Kunstschnee. Alles, was es für den Kunstschnee braucht, ist viel Wasser, Luft und Strom und natürlich eine Schneekanone.
Unterschiede zwischen Kunstschnee und Naturschnee
Obwohl wir in beiden Fällen von Schnee sprechen, sind die Unterschiede doch recht gross. Die Eigenschaften vom Schnee hängen vom Wassergehalt der Kristalle und der Form ab. Bei der Bildung von Kunstschnee herrschen normalerweise ganz andere Bedingungen als bei der Bildung von Naturschnee.
So ist der Kunstschnee zum Beispiel eher kugelförmig und nicht in der Form eines Sechsecks wie der Naturschnee. Auch die Dichte ist deutlich anders. Kunstschnee hat eine viel grössere Dichte als Naturschnee. Das heisst, dass bei gleichem Volumen des Schnees viel mehr Gewicht vorhanden ist.
Natürlich wird das Fahrerlebnis auf dem Schnee durch diese Unterschiede wesentlich anders. Kunstschnee ist viel “eisiger” als natürlicher Pulverschnee. Aber besser esiger Schnee auf den Sprungschanzen und Pisten in Whistler Mountain, wo die Spiele statt finden, als gar keinen.
Wie wird der Schnee gemacht?
Für die Erzeugung von Kunstschnee gibt es zwei Methoden, die hauptsächlich zum Einsatz kommen. In beiden Fällen ist das Prinzip der Schneeerzeugung erstaunlich einfach!
(Bild: Shutterstock)
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Im ersten Fall verwendet man eine sogenannte Druckluftkanone. Ein Gemisch aus Wasser und Luft wird unter hohem Druck aus einer Düse gepresst. Ausserhalb der Düse - dort herrscht Normaldruck - kühlt das Gemisch rasch ab. Die Wassertröpfchen gefrieren und es bilden sich kleine Eiskristalle (Schnee). |
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Bei der anderen Methode verwendet man eine Propellerkanone. Diese besitzt mehrere Kränze von Düsen, die ringförmig um einen grossen Propeller angeordnet sind.
Die äussersten Düsen liefern wie bei der Druckluftkanone ein Gemisch aus Wasser und Luft, die wieder kleine Eiskristalle bilden. Aus den inneren Düsen strömt nur Wasser. Der grosse zentrale Propeller zerstäubt dieses Wasser gleichmässig. Wenn die Aussenluft nun genügend trocken ist, verdunsten einige dieser Wassertröpfchen. Beim Verdunsten wird der Luft Wärme entzogen und die weiter entstehenden Wassertröpfchen kühlen ab. Sie setzten sich an den kleinen Eiskristallen der äusserten Düsen ab. Es entstehen schöne grosse Eiskristalle.
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 (Bild: Shutterstock) |
Insgesamt ist also die zweite Methode besser, da hochwertigerer Kunstschnee erzeugt wird. Der Stromverbrauch ist aber auch in diesem Fall extrem hoch.
Chemische Zusatzstoffe für besseren Kunstschnee
Um Kunstschnee schon bei höheren Temperaturen erzeugen zu können, kann man dem Wasser Zusatzstoffe beimischen. Hierbei handelt es sich um Proteine, sogenannte “Snow-Inducer”. Diese Proteine werden grosstechnisch von Bakterien erzeugt. Bei dem Verfahren werden am Schluss die Bakterien zwar abgetötet, jedoch nicht aus dem Produkt entfernt. Dies führte auch zu grossen Diskussionen über den Einfluss dieser toten Bakterien auf die Umwelt.
Mögliche Probleme mit dem Kunstschnee
Der Einsatz von Schneekanonen wird immer wieder hitzig diskutiert. Ein wesentlicher Diskussionspunkt ist der enorme Verbrauch von Wasser und Strom bei der Erzeugung. So wird in der Schweiz pro Jahr und Hektar etwa eine Million Liter Wasser verbraucht. Dieses Wasser fehlt in den Bergseen und Stauseen, was dazu führt, dass einmalige Ökosysteme zerstört werden.
Quelle: SimplyScience Redaktion