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Austauschsemester in Sydney (1/4): Sieben Tage BBQ
 Schon ganz Australierin: Austauschstudentin Maria Husmann bei einem Football-Spiel in Sydney. (Bild: Maria Husmann)
Als leidenschaftliche Surferin hat es die Informatikstudentin Maria Husmann für ein Austauschsemester nach Australien gezogen. Wie sie sich im Studentendorf in Sydney einlebt, beschreibt sie in ihrem ersten Bericht aus Down Under.
Das Ziel, ein Semester im Ausland zu studieren, hatte ich schon, bevor ich mich für eine Studienrichtung entschieden hatte. Unter allen Partneruniversitäten der ETH gefiel mir Sydney auf Anhieb am besten. Ein angenehmes Klima, eine interessante Stadt, ein noch nicht besuchter Kontinent sowie die vertraute Sprache – alles Pluspunkte für Sydney. Ausserdem kann man in Sydney surfen, was ein grosses Hobby von mir ist.
Also habe ich mich vor rund anderthalb Jahren für ein Semester an der University of New South Wales (UNSW) beworben. Das aktuelle Semester ist mein letztes vor der Masterarbeit und somit für mich die letzte Möglichkeit für ein Austauschsemester. Ich erwartete, dass der Ansturm auf Sydney gross wäre, und war etwas überrascht, als ich die Zusage erhielt.
Endloser Flug in den australischen Sommer
Der Winter hatte die Schweiz noch fest im Griff beim Abflug Anfang Februar und das Flugzeug musste vor dem Start enteist werden. Der Flug schien kein Ende zu nehmen. Die Schweiz hatte ich an einem Mittwochabend verlassen, am Freitagmorgen landeten wir endlich in Sydney. Gleich konnte ich die 50er-Sonnencreme, die mir meine Freundinnen zum Abschied geschenkt hatten, zum Einsatz bringen, denn die Sonne brannte schon morgens um acht Uhr sehr stark.
Da ich gehört hatte, dass die Zimmersuche in Sydney ähnlich schwierig sei wie in Zürich, hatte ich mich schon in der Schweiz für ein Zimmer auf dem Campus beworben - glücklicherweise erfolgreich.
Die Mietpreise hier sind sehr hoch. Für mein Zimmer bezahle ich 250 Schweizer Franken die Woche und das ist durchaus normal hier. Ist man nicht bereit 200 Franken oder mehr zu bezahlen, muss man sich meist ein Zimmer teilen. Sehr angenehm ist übrigens, dass der Schweizer Franken und der australische Dollar ungefähr gleich viel wert sind und daher das lästige Umrechnen entfällt.
Ein Dorf für Studenten
Mein Zimmer befindet sich im «UNSW Village». Das ist eine brandneue Überbauung auf dem Campus, die Platz für 1000 Studenten bietet. Sie wurde erst im Januar eröffnet. Anscheinend war sie innerhalb von kurzer Zeit ausgebucht und hätte zweimal gefüllt werden können. Zum «Village» gehören auch Gemeinschaftsräume wie eine Bibliothek, Fernseh- beziehungsweise Spielzimmer sowie ein eigenes kleines Kino, in dem zwei- bis viermal im Monat ein Film gezeigt wird. Weiter gibt es ein Cafe und einen kleinen Lebensmittelladen auf dem Gelände: Der Name «Village» trifft also wirklich zu.
Um das «Dorfleben» zu fördern werden auch immer wieder gemeinschaftliche Anlässe wie Sport, Spiele oder Lerngruppen durchgeführt. Am beliebtesten sind aber natürlich die berühmten BBQs, also Grillparties, und die Pancakes – zu Gratis-Essen sagen ja bekanntlich die wenigsten Studenten nein.
Fächerchaos
So kam ich also total übermüdet im «Village» an und freute mich schon auf mein Bett. An der Rezeption teilte man mir dann jedoch mit, dass die Bettwäsche leider ausverkauft sei und so machte ich mich erst noch auf ins nächste Shoppingcenter. Der kleine Spaziergang machte mich wieder munter und deshalb beschloss ich beim Exchange-Office einzuchecken und meine Legi abzuholen.
Dort angekommen, liess ich gleich noch meine Fächereinschreibung überprüfen. Als Austauschstudenten können wir uns nämlich nicht selber einschreiben, sondern mussten unsere Wünsche vorab angeben und das Exchange-Office sollte uns entsprechend einschreiben. Etwas überrascht stellte ich fest, dass sie mich in lauter geisteswissenschaftliche Fächer eingetragen hatten, dabei wollte ich doch nur ein geisteswissenschaftliches Fach und drei Informatikvorlesungen belegen. Das liess sich zum Glück aber sofort beheben.
Vor dem eigentlichen Semesterstart fand die «O-Week» statt: Eine Woche mit Infos für alle Studenten, aber zugleich auch Werbeplattform für alle möglichen Vereine und Organisationen. So verwandelte sich der Campus in einen Jahrmarkt und es war ohne weiteres möglich, täglich irgendwo ein gegrilltes Würstchen abzustauben. Und so trifft zumindest ein Vorurteil zu, das ich bezüglich den Australiern hatte: Sie grillieren tatsächlich sehr gerne.
Zur Person
Maria Husmann hat an der ETH Zürich acht Semester Informatik studiert. Zur Zeit ist sie für ein Semester als Austauschstudentin an der University of New South Wales (UNSW) in Sydney, Australien. Danach wird sie in Zürich ihre Masterarbeit beginnen.
Quelle: Maria Husmann, ETH Life
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