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Genuss pur! (1/4)

07.04.2010
  
  
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Elisabeth Eugster schätzte die praktischen Übungen während des Lebensmittelingenieur-Studiums. Ganz besonders blieb ihr die sensorische Untersuchung von Schokolade in Erinnerung.


Lebensmittel haben mich schon immer interessiert, weil ich sehr gern esse und geniesse. Zudem war ich neugierig, welche Wirkung die Lebensmittel in unserem Körper zeigen. Deshalb habe ich mich nach der Matura für ein Studium zur Lebensmittelingenieurin an der ETH Zürich entschlossen.

Das Studium ist sehr vielseitig: Ich eignete mir Wissen in Chemie, Biochemie, Mathematik, Physik, Mikrobiologie, Betriebs- und Volkswirtschaftslehre, Sensorik, Ernährungslehre und Landwirtschaft an. Allerdings war das Studium nicht nur ein Genuss, sondern auch harte Arbeit! Immer wieder gab es Zwischenprüfungen und Semesternoten. Doch die vielen Übungen, in denen wir im kleinen Massstab Lebensmittel produzierten und anschliessend untersuchten, trugen viel zu meiner Motivation bei.

Elisabeth Eugster füllt mit einer Pipette winzigen Mengen Flüssigkeit ab. (Bild: Franz Meier)

Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie wir das Schmelzverhalten von Schokolade analysiert haben, die wir zuvor mit unterschiedlichen Pflanzenfetten hergestellt hatten. Zu den Analysen zählte auch die sensorische Untersuchung: Dabei werden die Eigenschaften eines Lebensmittels mit den menschlichen Sinnen (Augen, Nase, Mund/Rachen, Haut, Ohren) erfasst. Eine Schokoladenvariante fühlte sich beim Schmelzen auf der Zunge wie ein Klumpen Wachs an. Eine andere Variante zeigte ein schnelles Schmelzverhalten mit einem sehr angenehmen Kühleffekt – Genuss pur!

Wertvolle Erfahrungen im Grosskonzern

Nach Abschluss des Studiums stieg ich in der Abteilung “Entwicklung und Qualitätssicherung” eines multinationalen Grosskonzerns ein. Dieser produziert unter anderem Pflanzenöl und Pflanzenfettprodukte wie zum Beispiel Margarine. Ich war für die Entwicklung neuer sowie für die Verbesserung bestehender Pflanzenfettprodukte zuständig. Mich hat dabei besonders fasziniert, dass der gesamte Prozess von der Ölsaat (zum Beispiel von Sojabohnen) bis zum Endprodukt, wie Sojaöl oder Sojafett, unter einem Dach stattfand. Dies ist heute leider selten, da die meisten Lebensmittelverarbeiter Halbfabrikate einkaufen und diese zum Endprodukt verarbeiten.

Während meiner ersten Arbeitsstelle lernte ich auch das Zusammenspiel verschiedener Abteilungen, wie Planung, Einkauf, Produktion, Entwicklung, Qualitätssicherung, Verkauf, Marketing und Rechnungswesen, in einem Betrieb kennen. In den meisten Abteilungen arbeiteten Lebensmittelingenieure mit einer ETH- oder Fachhochschul-Ausbildung, die ihr Fachwissen und ihre Erfahrungen vielseitig im Team anwenden konnten.

Elisabeth Eugster untersucht Milchproben. (Bild: Franz Meier)

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