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AHA!

03.06.2010
  
  
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So appetitlich mit Kräutern wird der Tomatensaft im Flugzeug zwar nicht serviert, aber trotzdem schmeckt er dort besonders lecker! (Bild: Shutterstock)
So appetitlich mit Kräutern wird der Tomatensaft im Flugzeug zwar nicht serviert, aber trotzdem schmeckt er dort besonders lecker! (Bild: Shutterstock)

WIESO SCHMECKT MIR TOMATENSAFT NUR IM FLUGZEUG?

Im Flugzeug herrscht ein niedrigerer Luftdruck und eine geringere Luftfeuchtigkeit als unten auf der Erde. Diese Kabinenbedingungen bewirken, dass wir Salz, Zucker und Kräuter viel schwächer schmecken und riechen als auf dem Boden – so ähnlich, als wären wir verschnupft.

Tomatensaft wird im Flugzeug um ein Vielfaches häufiger als Orangensaft getrunken, während er auf festem Boden nicht besonders beliebt ist. Doch das hat seinen Grund: Das normalerweise leicht erdig und muffig schmeckende Getränk entfaltet hoch über den Wolken einen fruchtig-frischen Geruch und einen süssen, kühlenden Geschmack.

Dem Geheimnis auf den Grund gegangen

Das Rätsel um die Beliebtheit des Tomatensafts in grossen Höhen hat auch das Fraunhofer-Institut – im Auftrag der Lufthansa - neugierig gemacht. Mit einer Reihe von Tests in einer echten Flugzeugkabine, in der genau die gleichen Druck-, Feuchtigkeits-, Licht- und Temperaturbedingungen herrschten wie in einem fliegenden Flugzeug, hat eine Chemikerin das Phänomen erforscht. Speisen und Getränke wurden von 100 Probanden in dieser Spezialkabine bewertet; einerseits unter normalem Luftdruck, wie er am Boden herrscht, und andererseits unter erniedrigtem Luftdruck, wie er während eines Fluges herrscht.

Der Luftdruck bestimmt den Geschmack

Die Ergebnisse waren eindeutig: Wir nehmen Salz, Zucker und Kräuter in der Luft viel schwächer wahr als auf dem Boden. Der Grund dafür ist, dass durch den niedrigeren Luftdruck und die höhere Luftfeuchtigkeit unsere Geruchs- und Geschmacksschwelle heraufgesetzt wird. Das bedeutet, dass wir beispielsweise mehr Zucker brauchen, um ein Getränk als süss zu empfinden, als wir es bei normalem Luftdruck auf dem Boden tun. Es geht uns also ganz ähnlich, wie wenn wir verschnupft sind.

In Zahlen ausgedrückt verhält es sich so: Salz nehmen wir um 20 bis 30, Zucker um 15 bis 20 Prozent weniger intensiv wahr. Fruchtige Aromen und Säuren bleiben aber auch in grosser Höhe sehr viel stabiler im Geschmack. Der Grund dafür ist, dass wir Säure über einen anderen biochemischen Weg wahrnehmen als beispielsweise Zucker.

Besser essen im Flugzeug

Die Ergebnisse dieser Studien können nun also fades Flugzeugessen in eine wohlschmeckende Mahlzeit verwandeln: Die richtige Würzmischung macht es aus! Einzig am Tomatensaft soll ja nichts verändert werden: Er ist bereits von Natur aus die perfekt aromatisierte fruchtige Erfrischung über den Wolken.

 

Quelle: Redaktion simplyscience.ch, Fraunhofer Institut für Bauphysik