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AHA!

29.07.2010
  
  
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Auch Korallen sind durch das ausgetretene Öl gefährdet: Angst hat man besonders um das drittgrösste Korallenriff der Welt bei der Inselkette Florida Keys. (Bild: Shutterstock)
Auch Korallen sind durch das ausgetretene Öl gefährdet: Angst hat man besonders um das drittgrösste Korallenriff der Welt bei der Inselkette Florida Keys. (Bild: Shutterstock)

WAS PASSIERT MIT DEM AUSGELAUFENEN ÖL IM GOLF VON MEXIKO?

Das Öl verhärtet und wird in Klumpen auf den Meeresgrund sinken. Doch bis dahin bedroht es die Tier- und Pflanzenwelt an den Küsten. Dagegen unternehmen kann man leider nur wenig.

Über 500‘000 Million Tonnen Öl sind seit dem 20. April 2010 in den Golf von Mexiko geflossen. (Simplyscience.ch hat hier darüber berichtet.) Das lecke Bohrloch konnte erst nach drei Monaten, am 16. Juli 2010, teilweise gestopft werden. Mit einer Fläche so gross wie Österreich treibt der Ölteppich seit Monaten auf die Küsten Amerikas zu und droht, Tiere und Pflanzen zu töten. Bereits sind Pelikane und andere Meeresbewohner Opfer des Öls geworden.

Das Ökosystem wird gestört

Öl ist leichter als Wasser und schwimmt deshalb an der Meeresoberfläche. Erst nach einiger Zeit wird es von Mikroorganismen im Meer zersetzt. Bis dahin kann das Öl an der Natur grossen Schaden anrichten. Das ganze Ökosystem wird gestört. Fische werden durch das Öl vergiftet, den Vögeln verklebt es die Federn. Durch die Nahrungsaufnahme vergiften sich Tiere noch Jahre nach der Katastrophe.

Die bisher grösste Öl-Katastrophe, der Unfall des Tankers Exxon Valdez vor der Küste Alaskas im Jahr 1989, hat 2000 Kilometer Küstenlandschaft verschmutzt, wobei Hunderttausende Tiere getötet wurden. Bei der Öl-Katastrophe im Golf von Mexiko befürchtet man, dass das Ausmass des Schadens noch grösser sein wird. Es gibt verschiedene Mittel, mit denen man der Umweltkatastrophe durch das Öl ein wenig entgegenwirken kann.

Das Öl wird „zerteilt“

Gleich wie wenn mit einer Seife das Öl vom dreckigen Geschirr gelöst wird, kann ein sogenannter Dispergator das Öl im Meer „zerteilen“. Ein Dispergator ist eine seifenähnliche chemische Flüssigkeit, die mit Booten oder Flugzeugen auf den Ölteppich gesprüht wird. Dort bewirkt die Flüssigkeit, dass das Öl von den Wellen in kleine Tröpfchen zerbrochen wird. Mikroorganismen im Meer können diese Tröpfchen schneller abgebauen.

Jedoch braucht auch das seine Zeit und die Wissenschaftler sind sich nicht sicher, ob der Dispergator wirklich umweltverträglich ist. Aus diesem Grund kann der Dispergator nur im offenen Meer und nicht in der Küstenzone angewendet werden, wo Tiere, vor allem Vögel, und Naturreservate bedroht sind.

Ölwolken auf dem Meeresgrund

Leider bedroht das ausgelaufene Öl nicht nur die Tiere auf der Meeresoberfläche und die Küstengebiete, sondern auch das Leben auf dem Meeresgrund. Denn grosse Teile der Ölmenge tauchen gar nicht erst auf und bleiben stattdessen tief unten im Meer. Ein Grund dafür sind bestimmte Chemikalien, die eingesetzt wurden um das Öl zu binden. Diese Chemikalien führen dazu, dass sich das Öl zu Klumpen verdickt und absinkt. Die sinkenden Klumpen haben dabei aber neu austretendes Öl an sich gebunden; so sind grosse Ölwolken unter Wasser entstanden. Problematisch ist vor allem, dass das Öl dem Meerwasser in der Tiefe den Sauerstoff entzieht und alle Lebewesen auf dem Meeresgrund gefährdet.

Ölteppich abbrennen

Amerikanische Spezialisten haben Teile des brennbaren Erdöls, das die Küstengebiete bedroht, angezündet. Das ist jedoch sehr aufwändig, denn das Erdöl muss zuerst mit Schiffenund Schwimmbarrieren gesammelt und auf das offene Meer gezogen werden, bevor es angezündet werden kann. Um das Feuer kontrollieren zu können, muss das Meer ruhig sein, was diese Methode nicht jederzeit möglich macht. Ausserdem wird beim Verbrennen des Öls das umweltschädliche Gas CO2 ausgestossen, welches den Treibhauseffekt verstärkt.

Alle Methoden können nicht das gesamte Öl beseitigen, das aus dem Leck der gesunkenen Öl-Plattform im Golf von Mexiko ausgelaufen ist. Ein grosser Teil wird weiterhin auf der Meeresoberfläche schwimmen und die Küstengebiete bedrohen.

 

Quellen:

Redaktion simplyscience.ch

Deepwater Horizon Response

University of Georgia, Department of Marine Sciences