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Science Fiction – ganz real

23.11.2009
  
  
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Betrachten von einem der neuen Exponate der Ausstellung „Nano – Kleines ganz gross“. (Bild: Alte Kantonsschule Aarau)
Betrachten von einem der neuen Exponate der Ausstellung „Nano – Kleines ganz gross“. (Bild: Alte Kantonsschule Aarau)

Was haben uns Kometen zu sagen? Wer kreiert meine Lieblingsglacé? Wie fängt man CO2 ein? Antworten auf solche Fragen erhielten die 1200 Schülerinnen und Schüler der Alten Kantonsschule Aarau am TecDay@AKSA. Mit mehr als fünfzig verschiedenen Themen gewährten Referenten aus Forschung und Industrie Einblicke in die Welt der Naturwissenschaften und der Technik.


Die heutige Jugend ist mobil, digital vernetzt und mit modernster Technologie ausgerüstet. Beim Einläuten der Schulstunde werden routiniert das Handy ausgeschaltet und die Kopfhörer abgestreift. Der Umgang mit technischen Geräten ist für uns zur Selbstverständlichkeit geworden. Aber wer weiss, wie all die Apparate funktionieren? Der TecDay brachte naturwissenschaftliches Wissen und Kompetenz in höchster Konzentration an die Kanti und der zur Gewohnheit gewordene Umgang mit technischen Errungenschaften wurde für einmal genauer untersucht.

Elektronik im Gehirn - Verhaltensänderung auf Knopfdruck

Visionär mutete die Vorlesung über Neuromedizin in der Aula an: Elektronische Impulse von aussen können die in unserem Gehirn tätigen Netzwerke und damit unser Verhalten beeinflussen. Noch ist es zwar nicht soweit, dass wir den Lehrer per Knopfdruck dazu bringen können, uns Bestnoten zu erteilen. Aber was anmutet wie ein Ausschnitt aus einem Science-Fiction-Film, ist in der Behandlung von Parkinson-Patienten bereits Realität: So genannte Hirnschrittmacher sorgen dafür, dass das krankheitstypische Zittern ganz verschwindet und der Betroffene sich normal bewegen kann.

Bildschirm für die Hosentasche

Wenn uns schon die Gegenwart futuristisch vorkommt, was bringt dann erst die Zukunft? Dereinst informiert uns vielleicht das Display der Cornflakespackung frühmorgens über die Tagesaktualitäten. Nachrichten über eine Grippewelle können wir ignorieren, schliesslich schützen uns nanokleine Roboter im Körperinnern gegen allerlei unerwünschte Eindringlinge. Wir stecken also getrost den zusammengerollten Computer in die Hosentasche und lassen uns von unserer Jacke den Weg zur Schule leuchten.

 
 Im Auge des Konsumenten. (Bild: SATW)

Nachhaltigkeit, Ethik und ‚energy payback‘

Und woher kommt die Energie für all diese Gadgets? In vielen Modulen stand am TecDay die Frage im Zentrum, mit welchen Technologien zukünftig umweltschonend Strom erzeugt und wie dieser energieeffizient genutzt werden kann. In den Diskussionsrunden wurde auch über ethische Fragen diskutiert, denen sich die technologisch aufgerüstete Gesellschaft stellen muss. Soll sich der moderne Mensch mithilfe der Nanomedizin über das natürliche Mass hinaus optimieren dürfen? Wohin muss sich die Pflanzenbiotechnologie bewegen, damit die Nahrungsmittelversorgung auch im Jahre 2050 noch gewährleistet ist?

Naturwissenschaftlich-technische Phänomene anschaulich erleben

Die TecDays sind eine Initiative der Schweizerischen Akademie der Technischen Wissenschaften (SATW). Deren Ziel ist es, die faszinierende Welt der Technik an die Mittelschulen zu bringen, den Jugendlichen eine Ahnung vom riesigen beruflichen Spektrum in den Bereichen Naturwissenschaft und Technik zu vermitteln und damit die industrielle Kreativität zu fördern.

                

   

Modul „Erlebniswelt Sinne – Nanosensoren als Bausteine" (Bild: Alte Kantonsschule Aarau)

                              

In verschiedenen Modulen liessen die Fachleute die Schülerinnen und Schüler eigenständig Experimente durchführen oder leiteten sie zum ‚technischen Basteln‘ an. So wurde eine berufliche Tätigkeit, die man vorher nicht einmal dem Namen nach gekannt hatte, auf einmal konkret und fassbar. Die Informationen, Fragen und Diskussionen förderten bei der Schülern wie auch der Lehrerschaft das Bewusstsein dafür, wie stark Technik und naturwissenschaftliche Erkenntnisse unseren Alltag prägen und von welcher Tragweite gegenwärtige und zukünftige Entwicklungen in diesen Bereichen sind.

P.S.: Die Schweiz war schon vor dem grandiosen Sieg der U17-Nationalmannschaft Fussball-Weltmeister – jedenfalls im Bereich der Nanorobotik.

 

Quelle: Alte Kantonsschule Aarau, Simone Leuenberger

Weiterführende Links: Programmbroschüre TecDay@AKSA