Doping
Es gibt verschiedene Arten von Doping, die wir dir hier vorstellen:
- Anabole Wirkstoffe (z.B. Anabolika) fördern das Muskelwachstum. Sie werden deshalb vor allem von Kraftsportlern verwendet:
Zu dieser Klasse gehören vor allem anabole Steoride, welche dem männlichen Sexualhormon Testosteron sehr ähnlich sind. Sie bewirken einen schnellen Aufbau der Muskelmasse ohne Einlagerung von Körperfett. Deshalb ist die Einnahme von Anabolika bei Bodybuildern, Gewichtsheber, Sprinter und Weitspringer verbreitet, welche eine hohe Muskelmasse und Schnellkraft benötigen. Doch auch im Ausdauersport wie beispielsweise Radfahren werden teilweise Anabolika während intensiver Trainingsphase eingesetzt, da diese auch die Regenerationsfähigkeit und den Sauerstofftransport erhöhen. Die Einnahme von Anabolika resultiert in vielen Nebenwirkungen. Bei Männern kommt es zur Verweiblichung, da die Substanz im Körper zum weiblichen Sexualhormon Östrogen umgewandelt wird. Deshalb können bei Männern nach langer Einnahme von Anabolika Brüste wachsen, die Hoden schrumpfen und die Samenproduktion beeinträchtigt sein. Bei Frauen hingegen kommt es bei langer Einnahme zur Vermännlichung, wie Bartwachstum, Glatzenbildung und Kehlkopfwachstum. Bei Jugendlichen kann es zu Wachstumsstörungen führen.
- Hormone und verwandte Substanzen greifen in den Stoffwechsel des Menschen ein. EPO führt beispielsweise zur gesteigerten Produktion von roten Blutkörperchen. Dies erhöht wiederum den Sauerstofftransport. Über längere Zeit mehr Sauerstoff zu erhalten, bedeutet für Ausdauersportler eine bessere Leistung erbringen zu können:
Die Nebenwirkung der EPO-Einnahme ist die Verdickung des Blutes. Dadurch können die Herzkranzgefässe verstopfen und kann somit im schlimmsten Fall zu Herzinfarkt führen. Weitere Substanzen, welche zu dieser Klasse gehören, sind das Wachstumshormon HGH (Human Growth Hormon) oder Corticoprotein. Als Nebenwirkungen können dabei Verformungen von Körperteilen auftreten.
- Betablocker hemmen die Wirkung von Stresshormonen. Sie finden Anwendung in Sportarten, bei denen man entweder ein ruhiges Händchen braucht (z.B. Bogenschiessen) oder einen kühlen Kopf bewahren muss (z.B. Schach).
- Substanzen mit antiöstrogener Wirkung werden bei Frauen eingesetzt. Sie hemmen die Wirkung des weiblichen Sexualhormons Östrogen. Dadurch tritt ein erhöhtes Muskelwachstum auf, allerdings auch eine Vermännlichung.
- Maskierende Substanzen werden verwendet, um den Gebrauch von Doping zu verschleiern, indem sie die Ausscheidung gewisser Stoffe verringern. Dadurch wird die Analyse von Urin- oder Blutproben erschwert.
- Diuretika: Diuretika werden zur Entwässerung eingesetzt und vermindern eigentlich die Leistung des Sportlers. Sie können einen starken Wasserverlust herbeiführen und dadurch das Körpergewicht um 1-3 Kilogramm verringern. Diuretika werden von Sportlern welche nach Gewichtsklasse kämpfen (z.B. Judo, Ringen oder Boxen) kurz vor dem offiziellen Gewichtswägen genommen um ihr Körpergewicht zu reduzieren und somit in einer leichteren Gewichtsklasse kämpfen zu können. Zwischen dem offiziellen Wägetermin und dem eigentlichen Wettkampf holt der Sportler den Gewichtsverlust wieder auf um für den Wettkampf fit genug zu sein. Teilweise werden Diuretika auch als Maskierungsmittel verwendet um den Nachweis anderer Dopingsubstanzen im Urin zu erschweren. Nebenwirkungen von Diuretika sind Mineralmangel und zum Teil schwere Nierenschäden und Muskelkrämpfe.
- Physikalische und chemische Manipulationen, wie zum Beispiel der Austausch oder die Veränderung von Urinproben, führen zu falschen Testresultaten.
- Durch Blutdoping wird auch eine Verbesserung des Sauerstofftransports ausgelöst. Dabei wird einem Sportler entweder eigenes Blut, das bereits Monate zuvor für diesen Zweck entnommen wurde, oder fremdes Blut zugeführt. Dadurch erhöht sich das Blutvolumen und somit auch die Fähigkeit Sauerstoff zu transportieren.
- Stimulanzien (z.B. Alkohol), Narkotika (z.B. Schmerzmittel) und Cannabinoide (z.B. Cannabis) bilden eine eigene Gruppe. Sie sind vor und während eines Wettkampfes verboten, dürfen aber während der Trainingsphase eingenommen werden. Allerdings ist hier Vorsicht geboten, einige Substanzen lassen sich für eine lange Zeit nachweisen und können so zu einem positiven Befund führen, auch wenn die Substanz schon lange vor dem Wettkampf eingenommen wurde:
In die Substanzklasse der Stimulanzien werden auch Amphetamine und Ephedrin eingeordnet. Diese Substanzen wirken stimulierend und euphorisierend auf das zentrale Nervensystem und steigern die motorische Aktivität. Durch die Einnahme solcher Substanzen können letzte Kraftreserven mobilisiert werden und die Konzentrationsfähigkeit sowie die Aufmerksamkeit erhöht werden. Bei der Einnahme von Stimulanzien regiert das körpereigene Warnsystem nicht mehr, weshalb die letzten Kraftreserven aufgebraucht werden können ohne dass dies der Sportler merkt. So kann die Einnahme zu Erschöpfung, Ohnmacht und im Extremfall zum Tod führen. Zudem haben Stimulanzien ein gewisses Suchtpotential.
Die Narkotika wirken schmerzlindernd und beruhigend. Wegen ihrer beruhigenden Wirkung werden sie oft bei Sportarten wie Sportschiessen oder Golf eingenommen. Auch diese Substanzen können süchtig machen. Bei zu hoher Dosierung führen sie zu Bewusstseinstrübung, Ohnmacht oder gar zum Tod.