Syphilis
Syphilis grassierte bereits im Mittelalter in Europa. Berühmte Persönlichkeiten wie Heinrich Heine verstarben an der tödlich verlaufenden Krankheit. Denn bei unbehandelten Patienten treten Geschwüren und neurologischen Störungen auf, die zum Tode führen. Mit Hilfe von Antibiotika kann Syphilis heute geheilt werden.
Krankheitsstadien von Syphilis
Syphilis erfolgt in 4 Krankheitsstadien:
-1. Stadium: 3-4 Wochen nach der Infektion bildet sich am Eintrittsbereich der Bakterien ein schmerzloses gerötetes Geschwür, dessen Rand verhärtet ist. Je nach Art des ungeschützten Geschlechtverkehrs befindet sich dieses Geschwür an Penis, Vagina, Schamlippe, Mund, Rachen oder Enddarm und sondert eine durchsichtige Flüssigkeit ab. Eine bis zwei Wochen später schwellen die benachbarten Lymphknoten an. In diesem Stadium ist die Krankheit hochinfektiös. Die Geschwüre gehen jedoch auch ohne Behandlung wieder zurück, weshalb die Krankheit oft nicht erkannt oder ignoriert wird.
-2. Stadium: 8 Wochen nach der Infektion kommt es zu grippeähnlichen Symptomen wie Fieber, Müdigkeit und Gelenkschmerzen sowie zu geschwollenen Lymphknoten am ganzen Körper. Ungefähr 10 Wochen nach der Infektion bildet sich ein nicht juckender rosa Hautausschlag, welcher sich in kupferfarbene Knötchen verwandelt. Die aus aufgeplatzten Knötchen austretende farblose Flüssigkeit ist hochinfektiös. Der Hautausschlag heilt nach wenigen Monaten von selbst wieder ab, weshalb die Krankheit oft unbemerkt bleibt.
Was wie ein einfacher Ausschlag aussieht, ist hier ein Symptom von Syphilis im 2. Stadium. (Bild: Wikimedia Commons)
-3. Stadium: 3-5 Jahre nach der Infektion haben sich die Treponema-Bakterien im gesamten Körper ausgebreitet, wodurch auch innere Organe infiziert sein können. Es bilden sich grosse Hautgeschwüre und gummiartig verhärtete Knötchen. Ab dem 3. Stadium ist der Erreger nicht mehr nachweisbar.
-4. Stadium: 10-20 Jahre nach der Infektion kommt es bei ungefähr 20% der Patienten zu schweren neurologischen Störungen. Es kommt zu chronischer Hirnentzündung, welche zu Demenz führt. Weiter sind auch die Rückenmarknerven betroffen, so dass es zum Verlust der Blasen- und Darmkontrolle kommt und der unbehandelte Patient schlussendlich gelähmt ist.