Viren
Viren ist eine Sammelbezeichnung für Krankheitserreger, die als genetische Information entweder DNA oder RNA enthalten und sich nicht selbst vermehren können. Dafür benötigen sie Wirtszellen (Pflanzenzellen, bestimmte tierische und menschliche Zellen), auf die sie häufig krankheitserregend wirken.
Viren, die nur Bakterien befallen, heissen Bakteriophagen.
Aufbau (Morphologie)
Infektiöse Viren (so genannte Virions) messen 20-300 nm in Länge oder Durchmesser und bestehen aus:
1. Nukleinsäurestrang (DNA oder RNA)
2. Proteinmantel (Core, Kapsid; Kapsid und Nukleinsäure werden zusammen auch als Nukleokapsid bezeichnet.)
3. komplexe Virions sind von einer Hülle umgeben.
Nukleokapside haben meist einfache geometrische Formen, die Virushülle stammt z. T. aus der Zellmembran der Wirtszelle, wobei viruseigene Glykoproteine aus ihr herausragen (so genannte Spikes), die für die Infektiosität des Virions (und für immunologische Reaktionen des Wirtsorganismus) eine wichtige Rolle spielen.
Viren sind immer Zellparasiten. Um eine Zelle zu infizieren, heftet sich das Virion zunächst auf die Zellmembran der Wirtszelle. Die Virushülle verschmilzt entweder mit der Membran der Wirtszelle, oder das Virion wird durch Einstülpungen der Zellmembran in die Wirtszelle aufgenommen, d. h. von der Zellmembran eingehüllt und ins Zellinnere geschleust.
Die Membran wird dann in der Zelle durch Enzyme aufgelöst. In der Wirtszelle erfolgt die Vervielfältigung des genetischen Materials unter Verwendung der molekularen Ausstattung der Wirtszelle. Die in der Wirtszelle produzierten Nukleinsäuren und Proteine werden zu infektiösen Virions zusammengesetzt, welche die Wirtszelle verlassen. Die Hülle der meisten Virions entsteht aus der Zellmembran der Wirtszelle, nachdem das Virion die Zelle durch knospenartige Ausstülpung und Abschnürung der Membran verlassen.