AHA!

Die Gänsehaut: Ein Überbleibsel aus vergangenen Zeiten... (Bild: Shutterstock)
WARUM BEKOMMT MAN GÄNSEHAUT, WENN MAN ETWAS SCHÖNES ODER SCHRÄGES HÖRT?
Weil durch die Erregung des Nervensystems kleine Muskeln unter der Haut angespannt werden, die dann kleine Erhebungen verursachen und die Häärchen aufrichten.
Wir alle haben sie hin und wieder, die „Gänsehaut", oder auf Schweizerdeutsch die „Hühnerhaut". Sie überrascht dich bei Kälte oder wenn du dich fürchtest, oder bei einem schönen und emotionalen Erlebnis. Schaust du auf deine Arme wenn es passiert, staunst du über die grausige Verwandlung deiner Hautoberfläche.
Gänsehaut als Überlebenshilfe
Diese „Verwandlung" hat einen Grund: Es ist ein Reflex, der uns schon seit Urzeiten angeboren ist. Unsere Vorfahren, die noch fast überall am Körper einen dichten Haarpelz hatten, brauchten diesen Reflex zum Überleben. Wurde es kalt oder drohte Gefahr, bewirkte die Gänsehaut, dass sich der Haarpelz aufrichtete. Dadurch hatten die Urmenschen einerseits wärmer, und andererseits wirkte es gegenüber Feinden bedrohlich. Das ist auch heute noch bei vielen Tieren genau so.
Der Mensch hat heute keinen dichten Haarpelz mehr, aber die kleinen Muskelchen, welche die Haare aufstellen und unsere Haut wie die einer gerupften Gans aussehen lassen, sind geblieben. Sie heissen Haarbalgmuskel oder Haaraufrichtemuskel und wir haben sie vor allem an Armen und Beinen. Wo es keine Haare gibt, also an Handflächen und Fusssohlen usw., kann keine Gänsehaut entstehen.
Bei uns dient sie nicht mehr als Überlebenshilfe, aber sie kommt immer noch zuverlässig, auch wenn es „nur" unser Lieblingssong ist, der uns die Haare zu Berge stehen lässt.
Wenn es dich also das nächste Mal schaudert, denk an deine urzeitlichen Vorfahren, die in einem solchen Moment vielleicht einem Mammut gegenüberstanden.
Quelle: Redaktion SimplyScience