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28.06.2010
  
  
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Forscher arbeiten intensiv an Medikamenten gegen Krebs. (Bild: Shutterstock)
Forscher arbeiten intensiv an Medikamenten gegen Krebs. (Bild: Shutterstock)

WIE VERURSACHEN VIREN KREBS?

Bei einer Infektion dringen Viren in unsere Körperzellen ein und verwandeln sie in Virusfabriken. Sind Tausende neuer Viren hergestellt, sterben die Zellen ab. Normalerweise. Manche Virusarten verändern die Zellen so, dass sie entarten und zu Krebszellen werden.

Schon 1911 entdeckte der New Yorker Forscher Peyton Rous, dass Krebs durch einen Virus von Huhn zu Huhn übertragen werden konnte. Das Virus mit dem Namen Rous-Sarcoma-Virus enthält ein Protein, das infizierte Zellen in Krebszellen verwandelt.

Herpes-, Hepatitisviren und Papillomaviren

Man kennt mittlerweile etwa 10 Arten von Viren, die Krebs auslösen können. Dazu gehören Herpesviren, welche z.B. Darmkrebs auslösen können, Hepatitis B und C Viren, die Leberkrebs verursachen oder die Humanen Papillomaviren, welche Gebärmutterhalskrebs hervorrufen können.

Damit Krebs entstehen kann, muss der Virus die infizierten Zellen so verändern, dass sie entarten. Entartete Zellen unterliegen nicht mehr der Kontrolle des Körpers, sondern wachsen ungestört und übermässig. Normalerweise vernichtet das Immunssystem ausser Kontrolle geratene Zellen. Deshalb entsteht auch nicht bei jeder Virusinfektion Krebs. Sind die Veränderungen in der Zelle zu stark oder/und das Immunsystem geschwächt, vermehren sich die Krebszellen ungestört.

Viren verändern menschliches Erbgut

Weil die Immunabwehr infizierten Zellen normalerweise vernichtet, verläuft eine Infektion mit den Humanen Papillomaviren in mehr als 90% der Fälle ohne Symptome und klingt wieder ab. In einigen wenigen Fällen bauen die Viren ihr Erbgut in das Erbgut der infizierten Zelle ein und wandeln sie so in Krebszellen um. Erst nach etwa 12 bis 15 Jahren entsteht aus solch einer Infektion mit HPV 16 oder 18 Gebärmutterhalskrebs.

Welche Zellen die Viren verändern, ist sehr unterschiedlich. Humane Papilloma Viren infizieren Hautzellen oder Schleimhautzellen. Der Humane Herpesvirus 4, nach seinen Entdeckern Tony Epstein und Yvonne Barr auch Epstein-Barr-Virusgenannt, verwandelt bei manchen Menschen eine bestimmte Art von Immunabwehrzellen, die B-Zellen, in Krebszellen und löst so Leukämie aus. Hepatitis B und C Viren rufen eine chronische Leberentzündung hervor, die erst nach Jahren zu Krebs führt.

Impfung gegen Krebs

Die Diagnose Krebs lässt viele Patienten verzweifeln. Meist folgen langwierige und schmerzhafte Behandlungen. Grosse Chancen auf Heilung gibt es in vielen Fällen nur im Frühstadium der Krankheit. Besser man kann die Krankheit verhindern.

Eine Möglichkeit ist die Impfung gegen Krebs. Denn etwa 10% aller Krebserkrankungen sind auf Virusinfektionen zurück zuführen. Verhindert man eine Infektion mit dem Virus, verhindert man die Entstehung von Krebs. Im Jahr 2006 kam die erste Impfung gegen Krebs auf den Markt mit der einige Fälle von Gebärmutterhalskrebs verhindert werden können. Wissenschaftler forschen emsig an weiteren „Impfungen gegen Krebs“.

Quellen:


Redaktion simplyscience.ch

Originalquelle: Martin D. et al., Human tumor-associated viruses and new insights into the molecular mechanisms of cancer. Oncogene. 2008 Dec;27 Suppl 2:S31-42.