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AHA!

02.08.2010
  
  
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Klimaexperten zufolge soll die zunehmende Erderwärmung auch zu häufigeren Hagelschlägen führen (Bild: Shutterstock).
Klimaexperten zufolge soll die zunehmende Erderwärmung auch zu häufigeren Hagelschlägen führen (Bild: Shutterstock).

WARUM HAGELT ES IM SOMMER?

Sommerliche Gewitterwolken ragen kilometerweit in den Himmel. Die warme, feuchte Luft am Wolkengrund steigt in die oberen Schichten auf, wo die Wassertröpfchen gefrieren und wieder nach unten fallen. Die dafür nötigen Temperaturunterschiede finden sich nur in den hohen Gewitterwolken des Sommers.

Bis zu 10 cm gross können die Eisklumpen werden, die im Sommer bei uns in Mitteleuropa vom Himmel fallen. Doch auch kleinere Körner richten oft grossen Schaden an: Gebäudefenster werden eingeschlagen und die Ernte auf den Feldern zerstört. Auch Autofahrer zittern vor den meist kurzen, aber intensiven Eisschauern: Die Hagelkörner können Beulen in Fahrzeuge schlagen, Fenster zerkratzen oder sogar zum Bersten bringen. Wie kommt es, dass statt Regen Eis vom Himmel fällt?

Wie entsteht Hagel?

Gewitterwolken können mehrere Kilometer weit in den Himmel ragen. In den unterschiedlichen Schichten einer solchen Wolke herrschen verschiedene Temperaturen, unten warm und oben sehr kalt. Auch steht die Luft in einer Gewitterwolke nicht einfach still: Es herrschen starke Auf- und Abwinde.

Nun kann es passieren, dass die warme, feuchte Luft von unten durch Aufwinde in der Wolke nach oben transportiert wird. Auf dem Weg nach oben kühlt die feuchte Luft ab, und das Wasser sammelt sich in Tröpfchen. In der sehr kalten oberen Wolkenschicht gefrieren die Wassertröpfchen zu Eis. Durch ihr Gewicht und das Nachlassen der Aufwinde bzw. das Auftreten von Abwinden fallen die kleinen Eiskörnchen wieder nach unten, wo sich Feuchtigkeit an sie anlagert. Der nächste stärkere Aufwind bringt sie wieder nach oben, wo neue Wassertröpfchen am Eis gefrieren.

Dieser Vorgang wiederholt sich so lange, bis das Hagelkorn zu schwer wird, um noch in der Wolke gehalten zu werden, und zu Boden fällt. Darum sind alle Hagelkörner schichtweise aufgebaut, wie du auf diesem Bild gut erkennen kannst:


Aufbau eines Hagelkorns: Helle
Schichten deuten auf eine sehr wasserreiche Umgebung mit dementsprechend schnellem Gefrieren hin, trübe Bereiche gehen auf niedrigere Wassergehalte zurück. Die Trübung selbst wird dabei durch unzählige kleine Lufteinschlüsse hervorgerufen (Bild und Erklärung: Wikimedia Commons).

Allerdings fallen nicht alle Hagelkörner als Eis zur Erde. Manchmal schmelzen sie auf dem Weg nach unten, und es entstehen die typischen schweren Regentropfen eines Sommergewitters. Wenn aber der Weg nach unten kurz genug ist oder die ursprünglichen Eiskörner gross genug sind, regnet es Eis. Auch eine kalte Luftströmung in Bodennähe hat diese Wirkung.

Eis im Sommer statt im Winter

Schnee und auch Eis gehören nach unserem Empfinden in den Winter. Dass aber im Sommer Eis vom Himmel fällt, liegt an der Wärme. Was im ersten Moment unsinnig klingt, wird beim näheren Hinsehen ganz logisch: Im Sommer ist die Luft wärmer und enthält darum mehr Feuchtigkeit. Je mehr Wasser die Luft enthält, desto mehr Wasser kann gefrieren. Doch wichtiger ist, dass die Wolken um so grösser – also höher – sind, je wärmer das Wetter ist. So herrschen in den oberen Schichten eisige Temperaturen, während die Luft unten sommerlich warm und feucht ist. Damit sind die Voraussetzungen für die Bildung von Hagel gegeben.

Im Winter kann sich übrigens auch Eis in Gewitterwolken bilden. Jedoch bleiben die Tröpfchen wegen der geringeren Höhe der Wolken und der fehlenden grossen Temperaturunterschiedesehr klein, und was vom Himmel fällt, nennt sich dann Graupel.

Quellen:
Redaktion SimplyScience.ch
www.meteoswiss.ch
www.hagelschaden.info