Einen Tag lang Technik
Haben Roboter ein Gewissen? Wird eine still gelegte Industrie zur Geisterstadt? Warum ist Google so schnell? Solchen Fragen gingen 1600 SchülerInnen am TecDay der Kantonsschule Solothurn nach.
Es war ein aussergewöhnlicher Tag für die 1600 Schülerinnen und Schüler der Kantonsschule Solothurn (KSSO): Am so genannten TecDay@ksso fiel für einmal der normale Stundenplan aus. Stattdessen konnten sich die Gymnasiastinnen und Gymnasiasten vertieft mit technisch-naturwissenschaftlichen Fragen auseinandersetzen. «In Zukunft sollte es nicht mehr ‹cool› sein, sich als mathematisch-naturwissenschaftlichen Banausen auszugeben, sondern es sollte ganz normal sein, über die Kernspaltung oder das Autofahren mit Rapsdiesel ebenso Bescheid zu wissen wie über die aktuelle Bestsellerliste», betont Stefan Zumbrunn-Würsch, Direktor der KSSO.
Naturwissenschaftlich-technische Phänomene anschaulich erleben
Zumbrunn hat den TecDay an seine Schule geholt, um naturwissenschaftliche und technische Phänomene anschaulich und lebensnah zeigen zu können. Die TecDays sind eine Initiative der Schweizerischen Akademie der Technischen Wissenschaften (SATW) und werden seit Herbst 2007 durchgeführt. Auch dieses Jahr führen mehrere Gymnasien der Deutschschweiz solche TecDays durch. Die Schülerinnen und Schüler der Schulen können jeweils aus einem breiten Angebot ihre Präferenzen wählen.
Lieblingsthemen gefunden
In Solothurn standen 62 verschiedene Module zur Auswahl. Die Schülerinnen und Schüler mussten vorgängig 7 Lieblingsthemen wählen; 3 davon lernten sie dann im Laufe des Tages genauer kennen. «Die Welt in 50 Jahren», «Drogen und Gifte aus Pflanzen», «iPhone, Wii Remote und tanzende Bakterien», «Nanomedizin – Teufelszeug oder Heilsbringung?», «Farben und Pixel» sowie «Biologische Forschung um Leben und Tod» hiessen die Module, die am meisten Zuspruch erhielten.
Die Bedeutung von Technik erfahren
Die Module der TecDay haben jeweils einen starken Praxisbezug, einige beinhalteten auch Experimente und Modelle. Im Vordergrund steht jedoch der Austausch mit Persönlichkeiten aus Industrie, Hochschulen und Forschungsinstituten. In Solothurn nahmen Modulbetreuerinnen und Modulbetreuer aus über 50 Institutionen teil, darunter auch Eltern von Schülerinnen und Schülern sowie Ehemalige der Kantonsschule Solothurn.
Gut ausgebildete Fachkräfte sind gesucht
Zumbrunn ist überzeugt, mit dem TecDay ein wichtiges Zeichen gesetzt zu haben: «Wir brauchen hervorragend ausgebildete Fachkräfte, um den Wissens- und Wirtschaftstandort Schweiz zu stärken. Doch heute entscheiden sich zu wenige Schülerinnen und Schüler für ein naturwissenschaftlich-technisches Studium. Deshalb müssen wir in diesem Bereich die Weichen anders stellen und vermehrt Überzeugungsarbeit leisten.»
Quelle: SATW