Erdöl – das schwarze Gold

Bohrinsel auf hoher See (Bild: Fotolia)
Die Erfolgsgeschichte des Erdöls ist atemberaubend. Erst vor gut 150 Jahren begann man mit der Förderung und heute ist es der wichtigste Energieträger weltweit. Doch Erdöl ist nur in begrenzten Mengen vorhanden.
Die Weltbevölkerung konsumiert heute Erdöl wie noch nie. Der tägliche Verbrauch liegt bei 85 Millionen Fass. Für Erdöl wird die Masseinheit Fass oder auf Englisch Barrel verwendet. Ein Fass entspricht 159 Litern. Die 85 Millionen Fass entsprechen also 13,5 Milliarden Litern – damit könnte man über 200 Millionen Badewannen füllen.
Die Uno zählt 192 Mitgliederländer. Im Vergleich dazu gibt es nur 28 Länder weltweit, die Erdöl in nennenswerten Mengen fördern. 12 davon – Algerien, Angola, Ecuador, Irak, Iran, Katar, Kuwait, Libyen, Nigeria, Saudi Arabien, Venezuela und die Vereinigten Arabischen Emirate – sind in der Organization of Petroleum Exporting Countries, kurz Opec, zusammengeschlossen. Diese Organisation taucht ab und zu in den Medien auf, da sie die Fördermengen ihrer Mitglieder koordiniert und so Einfluss auf den Preis des Erdöls ausübt.
Neben den Opec-Ländern wird in den folgenden 16 Staaten Erdöl in nennenswerten Mengen gefördert: Ägypten, Argentinien, Brasilien, China, Grossbritannien, Indien, Indonesien, Kanada, Kasachstan, Kolumbien, Malaysia, Mexiko, Norwegen, Oman, Russland und USA. Erdöl kommt in Westeuropa einzig in der Nordsee vor (Grossbritannien und Norwegen); die Produktion nimmt aber seit dem Höhepunkt um das Jahr 2000 laufend ab.
Wann geht uns das Erdöl aus?
Das Zeitalter des Erdöls ist noch nicht so alt. Erst ab 1850 begann man den Rohstoff zu fördern. Die Mengen waren allerdings lange Zeit bescheiden. Nach dem Zweiten Weltkrieg stieg der jährliche Verbrauch dann rasant an und hat sich in den letzten 50 Jahren um einen Faktor 14 erhöht. Ohne dieses Erdöl wäre die billige Mobilität, wie wir sie heute als normal empfinden, gar nicht möglich.
Doch es ist trügerisch anzunehmen, dass Erdöl in unbegrenzten Mengen zur Verfügung steht. Jede einzelne Erdölbohrung hat ein typisches Produktionsprofil. Dieses fängt bei Null an, steigt dann bis zum Höhepunkt, von wo es wieder auf Null zurückgeht. Ähnlichen Mustern folgen auch ganze Ölfelder und ölfördernde Regionen. Schätzungen gehen davon aus, dass nur 12 der 28 erdölproduzierenden Länder noch vor dem Höhepunkt stehen. Genau weiss man es aber nicht. Zahlreiche Länder hüten die Zahlen zu ihren Erdölreserven nämlich als Staatsgeheimnisse.
Vor Jahrmillionen entstanden
Was wir so einfach seit über 150 Jahren verbrennen, hat Jahrmillionen gebraucht, bis es zu Erdöl wurde. Dafür gibt es unterschiedliche Erklärungsansätze. Einer geht davon aus, dass Erdöl aus abgestorbenen Meereslebewesen, vor allem Algen, entstanden ist. Diese lagerten sich am Meeresgrund ab, wo sich in Abwesenheit von Sauerstoff dicke Sedimentschichten bildeten. Weitere Schichten folgten, welche zusammen mit dem Wasser auf die darunterliegenden teilweise enorme Drücke ausübten. So wurde aus der ursprünglichen Biomasse mit der Zeit Erdöl. Dies dauerte Jahrmillionen.
Weitere Informationen: SATW Studie „Erdölknappheit und Mobilität in der Schweiz"
Quelle: SATW