Biofilm
Biofilme bestehen aus Bakterien und eine sie umhüllende dünne Schleimschicht, die die Bakterien selbst produzieren. Das Leben in der Biofilm-Gemeinschaft bietet viele Vorteile für die Bakterien, vor allem Schutz.
Ein Biofilm entsteht, wenn Bakterien sich an einer festen oder flüssigen Oberfläche festsetzen und sich dort vermehren. Die Bakterien scheiden bestimmte Zucker (Monosaccharide) und andere Stoffe aus, die sich zu einer schleimigen Schicht verbinden (diese „Hülle" wird Glykokalix genannt), in der die Bakterien eingebettet sind.
Viele Bakterien haben die Fähigkeit, Biofilme zu bilden, denn diese sind in der Tat sehr nützlich. So bilden die Bakterien in einem Biofilm eine Art organisierte Lebensgemeinschaft, sie können darin miteinander kommunizieren und sind besser vor Umwelteinflüssen (z.B. extremen Temperaturen oder pH-Werten) geschützt.
Besonders wichtig für uns ist, dass Biofilme Bakterien leider auch sehr gut vor unserem Immunsystem und vor Antibiotika schützen. Viele sind so bis zu tausendmal resistenter gegen Antibiotika als freilebende Bakterien des gleichen Stammes!
Ein Beispiel für einen Biofilm, den wohl jeder kennst, ist der Belag auf den Zähnen, der sich bildet, wenn man mal das Putzen auslässt. Der Speichel kommt dann nicht mehr an die Zähne ran, um die von den Bakterien gebildeten Säuren zu neutralisieren, und diese können auf der Zahnoberfläche ungestört Schaden anrichten.