Ilija Kovacic (17), Polymechaniker und Fussballgoalie
Könnte es der Ball ins Tor schaffen? Passt das Gewinde genau in die Fassung? Sein Raumgefühl kommt Ilija Kovacic, U18-Goalie beim FCB und Polymechanikerlehrling, im Sport genauso zugute wie im Beruf.
Ich bin im dritten von insgesamt vier Lehrjahren meiner Ausbildung zum Polymechaniker EFZ. Auf die Idee, diesen Beruf zu lernen, kam ich, weil ich in der Schule gut im Rechnen war und mir Technik und Handwerk liegen. Diese Fähigkeiten kann ich hier wirklich gut brauchen.
Fussball spiele ich, seit ich sechs Jahre alt bin. Dazu bin ich durch meinen Vater gekommen, der auch schon Goalie war. Nur auf den Sport zu setzen, wäre mir aber zu unsicher für die Zukunft. Wie auch die meisten meiner Mannschaftskollegen lerne ich deshalb einen Beruf.
Intensives Programm
Mein erstes Lehrjahr absolvierte ich in St. Gallen, wo ich damals in der Juniorenmannschaft war. Ich wollte zuerst gleichzeitig mit der Lehre auch die Berufsmatur machen. Das gab ich dann aber auf, weil das Training, auch durch den Wechsel zum FC Basel, immer intensiver wurde und ich zuwenig Zeit zum Lernen gehabt hätte.

Neben der Ausbildung als Polymechaniker wird hart trainiert (Bild: der aprentas z.V.g.).
Mit der U18 trainieren wir fast täglich. Am Montag, Mittwoch und Freitag habe ich Goalie- und Mannschaftstraining, dienstags und donnerstags Mannschaftstraining, und am Dienstagmorgen kommt noch die Fussballschule hinzu. Wenn am Sonntag ein Match ist, trainieren wir zusätzlich am Samstag; sonst spielen wir am Samstag und haben am Sonntag frei.
Grundtechniken
Nach den ersten beiden Jahren meiner Lehre als Polymechaniker habe ich letzten Sommer die Grundausbildung abgeschlossen. In der Grundausbildung lernt man die verschiedenen Techniken, die es für den Beruf braucht. Zum Beispiel Werkzeuge wie Feilen oder Sägen von Hand zu bedienen und so Bauteile herzustellen und in die richtige Form zu bringen. Zum Bohren, Schleifen, Fräsen und Drehen arbeiten wir mit Maschinen; in der Grundausbildung haben wir auch gelernt, mit diesen umzugehen. Es gibt auch computergesteuerte Maschinen, die man richtig programmieren muss. Ausserdem gehört zur Grundausbildung, Teile und Maschinen zu montieren.

Als Polymechaniker arbeitet man mit komplizierten Maschinen (Bild: aprentas).
Was dabei immer auch sehr wichtig ist, ist die Messtechnik. Die Maschinenteile, die wir herstellen, müssen ganz genau passen; da geht es um Bruchteile von Millimetern. Wie man die entsprechenden Messgeräte verwendet und damit die Qualität der Werkstücke prüft, ist auch ein Teil der Grundausbildung. Natürlich müssen wir uns auch mit dem Material auskennen, das wir verarbeiten, und wissen, wie man damit umgeht. Wir arbeiten mit Metall - Stahl, Chromstahl und Aluminium - oder mit Kunststoff.
In der zweiten Halbzeit
Ich bin nun im dritten Lehrjahr, das heisst, ich habe mit der Schwerpunktausbildung angefangen. Dabei spezialisiert man sich auf zwei Gebiete. Diese kann man wählen, aber es kommt auch darauf an, bei welcher Firma man die Ausbildung macht - wenn diese z.B. Flugzeuge baut, ergeben sich andere Schwerpunkte, als wenn es ein Servicebetrieb für Werkzeuge ist. Meine Schwerpunkte sind die Herstellung von Teilen und die Instandhaltung von Maschinen - d.h. ich muss wissen, wie man diese Maschinen pflegt, repariert, Einstellungen anpasst und Teile ersetzt. Andere mögliche Gebiete wären zum Beispiel die Montage und Inbetriebnahme neuer Maschinen und Geräteteile oder die Planung ganzer Projekte, das heisst, man entwickelt neue Werkzeuge oder Maschinen für ganz bestimmte Zwecke. Auf einem Schwerpunktthema wird man dann am Schluss der Lehre geprüft.
Was den Fussball betrifft, ist mein Ziel, in der Super League zu spielen, also auf nationaler Ebene. Und im Beruf, da könnte ich mir vorstellen, nach der Lehre ein Zusatzjahr anzuhängen und auf diesem Weg noch die technische Matur zu machen.
Zum Berufsbild auf simplyscience.ch:
Polymechaniker/in EFZ
Quelle: aprentas
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