Das Schnurtelefon

Ihr möchtet euch quer durch einen lärmigen Raum hinweg verständigen? Da braucht es nicht unbedingt ein Smartphone, nur zwei Becher und ein langes Stück Schnur!

Schnurtelefon

Mit einem Schnur- oder Bechertelefon könnt ihr euch quer durch einen ganzen Raum verständigen. Bild: CanStockPhoto

Das brauchst du:

  • 1 Schnur (für drinnen etwa 2–4 m, aber draussen könnt ihr auch längere Strecken ausprobieren)
  • 1 Stück dünnen Näh- oder Nylonfaden
  • 2 Kaffeebecher aus Karton
  • 1 Reissnagel
  • 1 Schere

So wird's gemacht:

  1. Stich mit dem Reissnagel bei beiden Kaffeebechern ein Loch in die Mitte des Bodens (a).
  2. Schneide ein Stück Schnur in der gewünschten Länge ab. Am interessantesten ist das Schnurtelefon, wenn ihr beim "Telefonieren" nicht zu nahe steht, die Schnur also nicht zu kurz ist.
  3. Fädle die Schnur mit Hilfe des dünnen Fadens bei beiden Bechern durch das Loch im Boden. Dazu legst du den Faden zu einer Schlaufe und steckst beide Enden in das Loch. Dann führst du die Schnur durch die Schlaufe (b) und ziehst sie mit Hilfe des Fadens in den Becher (c).
  4. Entferne den Faden und mach einen Knoten am Ende der Schnur im Inneren des Bechers (d).
  5. Wiederhole Schritt 3 und 4 mit dem anderen Ende der Schnur und dem anderen Becher.

Dein Telefon ist bereit, und du brauchst nun nur noch eine Partnerin oder einen Partner zum Telefonieren! Nehmt beide einen der Becher und sucht euch einen Platz, wo ihr die Schnur zwischen euch spannen könnt.

Scharf beobachtet:

Abwechslungsweise sprecht ihr in den Becher oder haltet ihn ans Ohr um zu hören, was der oder die andere sagt. Die Schnur muss dabei gespannt sein. In einer lärmigen Umgebung werdet ihr feststellen, dass ihr euch durch das Schnurtelefon viel besser versteht als "direkt".

Wenn ihr viel Platz habt (zum Beispiel draussen), könnt ihr verschiedene Schnurlängen ausprobieren. Bis zu welcher Entfernung funktioniert das Telefon? Hört ihr euch auch, wenn die Schnur nicht gespannt ist, oder wenn eine dritte Person die Schnur in der Mitte anfasst?

Probiert unterschiedliche Schnüre aus: aus Baumwolle, aus Plastik, oder auch einen Draht. Vergleicht den Klang. Was funktioniert am besten?

Was steckt dahinter?

Töne bringen die Luft zum Vibrieren. Diese Schallwellen werden nicht nur von Luft weitergeleitet, sondern auch von festen Materialien. Wie beim Experiment Der klingende Draht ist es hier die Schnur, welche die Schallwellen überträgt. Der Klang der Stimme im Becher wird von der Schnur in den anderen Becher geleitet, bringt dort wiederum die Luft zum Vibrieren und ist deshalb hörbar.

Dies funktioniert aber nur, wenn die Schallwellen ohne Störung durch die gespannte Schnur wandern können. Ist die Schnur schlaff, zerstreuen sie sich leicht, und der Klang geht unterwegs sozusagen verloren.

Wenn du unterschiedliche Schnüre ausprobierst, wirst du bemerken, dass sich der Klang verändert. Je nach Material wird der Klang unterschiedlich übertragen und erscheint durchdringender, tiefer oder dumpfer. In einem wenig strukturierten Material wie einer Plastikschnur breitet sich der Klang schlecht aus und ist schwach hörbar. Bei einem Metalldraht entsteht ein scharfer Ton mit mehr Resonanz.

Text und Bilder: Rédaction SimplyScience.ch

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