Augen am Himmel

Satelliten sehen von oben, was unten vor sich geht. Was beobachten sie dabei?

Laufwasserkraftwerk am Rhein

Wir sehen sie nur manchmal, sie schauen häufiger auf uns runter. Strichspur vom Satelliten Iridium 58. Bild: Speifensender/Wikimedia Commons, CC-Lizenz

"Das Blindlandesystem, dank dessen Flugzeuge in Zürich auch bei schlechten Sichtverhältnissen oder in der Nacht landen können, beruht auf satellitengestützter Navigation", sagt Vladi Barossa von Skyguide, der Schweizer Luftsicherungsbehörde. Das gleiche "Low Flight Network", das den Piloten bei kritischen Sichtverhältnissen definierte Flugkorridore vorgibt, erlaubt es der Rega seit Kurzem trotz Schnee und Nebel Rettungseinsätze zu fliegen.

Wer beobachtet was?

Mit hochauflösenden optischen oder Infrarotkameras ausgerüstet umkreisen Beobachtungssatelliten die Erde auf möglichst tiefen Umlaufbahnen. Eingesetzt werden sie für verschiedene Zwecke. So sammelt das Erdbeobachtungprogramm der ESA (European Space Agency) hauptsächlich Bilder und Daten zu Klima und Wetter (s. Artikel "Unter Beobachtung – Wetter, Klima, Katastrophen"), liefert aber auch Informationen zu Flüchtlingsströmen und Bilder von Kriegs- und Krisenregionen. Beobachtungssatelliten dienen zudem kommerziellen Zwecken. Google beispielsweise hat vor kurzem das Satellitenunternehmen Skybox Imaging gekauft und will mit dessen Hilfe nicht nur seine Online-Karten verbessern, sondern auch Dienstleistungen wie die Überwachung von Erntemaschinen in der Landwirtschaft, Containerschiffen auf dem Meer oder Beständen in Warenlagern anbieten. Militärische Satelliten schliesslich sind meist auf geheimer Mission unterwegs: Sie überwachen andere Nationen und spionieren dazu die Bewegungen feindlicher Armeen aus oder suchen nach Anzeichen, dass die andere Seite aufrüstet.

Im Kino können sie es schon lange, nicht aber in der Wirklichkeit: Aus dem Weltall Nummernschilder von Autos lesen. Das schaffen heute selbst militärische Spionagesatelliten mit einer Auflösung um 10 Zentimeter noch nicht.

Wenn die Nachbarn schon jubeln, bevor der Ball am eigenen Bildschirm ins Tor gegangen ist, dann haben sie Satellitenfernsehen. Der Satellit überträgt das TV-Signal schneller als das Kabel.

Was fliegt da oben? Ausgehend von deinem Standort gibt dir die kostenlose Android-App "ISS Detektor" genau an, wann die ISS sowie andere Satelliten am Himmel erscheinen.

Text: SATW / Christine D’Anna-Huber
Quelle: Technoscope 2/17: Satelliten – Navigation, Vermessung, Beobachtung. Technoscope ist das Technikmagazin der SATW für Jugendliche

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