CSI zurechtgerückt: Facts rund um Forensik

Wie viel Wahrheit steckt in den beliebten Krimiserien?

 Es dauert mehrere Tage bis Laborresultate vorliegen. Bild: CanStockPhoto

  • CSI-Effekt: US-Gerichte wollen keine CSI-Fans mehr auf der Geschworenenbank. Denn die pochen oft auf technisch unmögliche Beweise, die sie aus der Fernsehserie kennen. Und schliessen, wenn diese fehlen, manchmal zu schnell auf Unschuld und Freispruch.
  • Alleskönner? Die übers Mikroskop gebeugte Detektivin mit der Pistole am Gürtel gehört ins Reich der Fiktion. Ermittler und Kriminaltechniker sind zwei verschiedene Berufsfelder.
  • Die DNA-Probe verrät ihre Geheimnisse im Film innerhalb von Minuten. In Wirklichkeit dauert es zwei bis fünf Tage bis die Resultate vorliegen.
  • Im Film genügt eine Hautschuppe und schon spuckt der Computer, von der Wohnadresse bis zum Passbild, alles über den mutmasslichen Mörder aus. Dabei verrät ein genetischer Fingerprint nur eines: War jemand tatsächlich am Tatort oder nicht?
  • Steht da nicht, klein und unscharf, im Hintergrund das Täterauto? Im Film wird nun munter vergrössert, bis das Nummernschild lesbar ist. Real geht das nur, wenn Auflösung der Optik, Körnung des Films oder Pixelzahl stimmen. Was unscharf ist, bleibt unscharf.
  • Cooler Beruf: Seit Krimiserien hauptsächlich die glamourösen Seiten der forensischen Arbeit zeigen (nicht die langen Stunden im Labor) werden Studiengänge für Kriminalistik überrannt. An der Rechts- und Kriminalwissenschaftlichen Fakultät in Lausanne hat sich die Studentenzahl zwischen 2000 und 2011 fast verdoppelt.
  • Manchmal ist die Fiktion der Realität auch einfach voraus. Der kriminaltechnisch versierte Sherlock Holmes suchte bereits 1890 nach Fingerabdrücken, als diese Technik vielen noch als Humbug galt. Erst 1901 setzte Scotland Yard sie erstmals ein.

Text: SATW/Christine D’Anna-Huber
Quelle: Technoscope 1/19: Technik am Tatort. Technoscope ist das Technikmagazin der SATW für Jugendliche

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