Faszination Mond

Der Wettlauf ins All, der in den 1950er Jahren zwischen den USA und der Sowjetunion entbrannte, fand seinen Höhepunkt in der Apollo 11-Mission: Zum ersten Mal machten Menschen Schritte auf dem Mond und kehrten auf die Erde zurück. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten bereits über 70 meist nicht erfolgreiche Missionen zum Mond stattgefunden, weitere über 30 sollten folgen. Trotzdem ist das Thema Mond noch nicht abgeschlossen; sowohl die USA als auch China und weitere Länder planen weitere Missionen.

Bild: CanStockPhoto

Wer war der erste?

Die erste harte Landung auf dem Mond gelang 1959 der Sowjetunion mit der Sonde Lunik 2. Die sowjetische Sonde Luna 9 vollbrachte 1966 die erste weiche Landung auf dem Mond. Mit der US-amerikanischen Apollo 8-Mission umkreisten zum ersten Mal Menschen den Mond und sahen mit eigenen Augen die Rückseite des Erdtrabanten. Apollo 11 brachte die ersten Menschen auf den Mond und überschattete als perfekt inszeniertes globales Medienereignis alle anderen Missionen im Bewusstsein der Allgemeinheit.

Wozu auf den Mond?

Abgesehen von den wohl hauptsächlich politischen Motiven, die den Mond ins Visier der zwei grossen Nationen rückten, wurden die Missionen natürlich auch zu Forschungszwecken durchgeführt. Wie der Mond aufgebaut ist, wie er entstanden ist, ob Leben darauf besteht und weitere Fragen beschäftigten die Wissenschaftler. So wurden auf den verschiedenen Missionen Gesteinsproben gesammelt, das Magnetfeld erforscht, die Existenz des Sonnenwindes bestätigt, Mond-Beben induziert und die Strahlung auf der Mondoberfläche gemessen.

To infinity and beyond?

Der Spruch von Buzz Lightyear in "Toy Story" ist vielleicht etwas hoch gegriffen. Aber der Mensch möchte tatsächlich noch weit hinaus. Die USA und Russland planen, eine Raumstation im Orbit des Monds zu errichten, die ESA spricht von einem Mond-Dorf und auch China und private Unternehmen planen bemannte Missionen zum Mond. Das langfristige Ziel ist, vom Mond aus tiefer in den Weltraum einzudringen und z.B. auf den Mars zu fliegen. Ebenso im Visier steht der Abbau von Rohstoffen.

Die Rückseite des Mondes

Apollo 11 ist auf der Seite des Mondes gelandet, die wir alle kennen. Es ist die Seite, die er uns immer zuwendet, weil er genauso schnell um seine Achse rotiert, wie er sich um die Erde dreht. Eine Landung auf der geheimnisvollen Rückseite des Mondes war 1969 schlicht undenkbar. Denn mit der damaligen Technologie liess sich keine direkte Funkverbindung zur Mondrückseite aufbauen, die im Funkschatten der Erde liegt. Genau 50 Jahre später hat nun China erfolgreich die erste Raumsonde auf der dunkeln Seite aufgesetzt. Als Relais-Station für die reibungslose Kommunikation sorgt ein Übertragungssatellit. Er wurde bereits im letzten Frühling ins All geschossen und so positioniert, dass er Signale von der Mondrückseite aufnehmen und zur Erde weitersenden kann.

Text: SATW / Alexandra Rosakis
Quelle: Technoscope 2/19: Technik am Tatort. Technoscope ist das Technikmagazin der SATW für Jugendliche

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