Ein raffiniertes Sportgerät

Auch heute noch ist bei der Herstellung von Ski viel Handarbeit involviert - und ausserdem eine ausgeklügelte Kombination der richtigen Materialien und Techniken.

Skiservice: Kanten schleifen

Das Schleifen der Kanten gehört zur Fertigstellung der Ski und auch zum grösseren Service. Bild: CanStockPhoto

Moderne Ski bestehen aus bis zu 26 Einzelteilen und werden in einem mehrstufigen Prozess hergestellt. Hochwertige Ski werden übrigens nach wie vor zu einem grossen Teil von Hand gefertigt, denn nur so kann die richtige Qualität sichergestellt werden. Welche Materialien verwendet werden, hängt vom späteren Einsatz ab. Ein Rennski, der hohen Belastungen ausgesetzt ist, muss andere Anforderungen erfüllen als ein Tourenski, der elegante Schwünge im Tiefschnee ermöglichen soll.

Der Kern des Skis besteht wie eh und je aus Holz. Je nach Fabrikat werden dabei unterschiedlich geformte Lamellen aus verschiedenen Hölzern so miteinander verbunden, dass am Schluss die gewünschten mechanischen Eigenschaften entstehen. Das zweite wichtige Element ist der Belag: Er besteht meist aus einem porösen Polyethylen-Kunststoff. Je besser der Belag ist, desto mehr Wachs kann er aufnehmen und desto weniger Reibung hat er gegenüber dem Schnee.

Viele Schichten für ein „Sandwich“

Herstellung von Ski in Sandwichbauweise

Die meisten Ski werden in der so genannten Sandwichbauweise gefertigt. Mehrere Schichten werden zusammengesetzt und dann unter Druck und Hitze verklebt. Bild: © Stöckli Swiss Sports AG

Die meisten Ski werden in der so genannten Sandwichbauweise gefertigt. Sie bestehen im Wesentlichen aus einer Abfolge von verschiedenen Schichten, die in der gewünschten Form zurechtgeschnitten und aufeinander gestapelt werden. Zuunterst in dieser Abfolge ist der Belag. Danach folgen die beiden Kanten aus Stahl sowie in der Mitte verschiedene Schichten aus Polyester, Karbon und Titanal (eine spezielle Aluminiumlegierung). Auf diesen so genannten Untergurt kommt der Holzkern. Danach folgt der Obergurt, der aus ähnlichen Materialien besteht wie der Untergurt. Den Abschluss bildet die Deckfolie, die vorgängig mit einem Sujet bedruckt wurde und dem Ski das gewünschte Aussehen verleiht.

Dieser ganze Stapel wird danach in einer Form fixiert und mit Epoxidharzen unter Druck und Hitze in einer Presse verklebt. Je nach Anwendung werden die Ski so geformt, dass sie nach dem Pressen eine Spannung aufweisen. In der Regel werden sie so gebogen, dass die Mitte im unbelasteten Zustand etwas höher liegt als die Enden. In Spezialfällen – beispielsweise bei Tourenski – werden die Bretter teilweise gerade anders herum gebogen, damit sie im Tiefschnee einen besseren Auftrieb haben.

Zum Schluss werden die Kanten scharf geschliffen, damit der Ski im Schnee einen griffigen Halt hat, und der Belag erhält eine rillenförmige Struktur, damit sich beim Fahren zwischen dem Schnee und dem Ski ein dünnes Luftpolster bildet, das die Reibung vermindert.

Text: SATW / Felix Würsten
Quelle: Technoscope 1/17: Technik im Schnee. Technoscope ist das Technikmagazin der SATW für Jugendliche

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