Ein Meer voll Plastik

Recycling ist wichtig, damit Rohstoffe gespart und Abfälle nicht auf umweltgefährdende Art entsorgt werden. Wusstest du zum Beispiel, dass im Pazifik ein Müllteppich in der Grösse von Zentraleuropa schwimmt?

Im Meer treiben Tausende Tonnen von Plastikmüll

Im Meer treiben Tausende Tonnen von Plastikmüll. Bild: Baloncici/Shutterstock.com

Auf dem Pazifik treibt ein Müllteppich in der Grösse von Zentraleuropa. Unglücklicherweise ist dies nicht nur unschön anzusehen, sondern auch gefährlich für die Umwelt. Einige Meerestiere und Vögel verwechseln diese schwimmende Müllhalde mit echter Nahrung. Durch den Versuch, die kleinen Müllteilchen zu essen, verenden die Tiere – denn echte Nahrung kann nicht mehr in den Magen gelangen. Sogar wir essen diesen Plastikmüll: Tiere mit plastikverstopften Mägen landen auf unserem Teller.

Der Müll, der zu diesen riesigen Teppichen führt, hat seinen Ursprung in unserem arglos weggeworfenen Plastikmüll, aber mehrheitlich stammt er aus riesigen Städten in Indonesien oder Thailand. Da kann es vorkommen, dass ganze Abfallcontainer oder Plastik-Rohprodukte für die Industrie im Wasser landen. Durch die mangelnde Infrastruktur der Abfallentsorgung wird manchmal der ganze Müll einfach ins Meer gekippt. Das Schlimme daran: Die Verschmutzung führt auch zum Rückgang der Population der Meerestiere in diesen Gebieten.

Strudel voller Müll

Die lokale Müllansammlung im Pazifik kommt durch starke Meeresstrudel zustande. Durch die spiralförmige Bewegung des Wassers sammelt sich der Müll im Zentrum des Strudels. Aber nicht nur der eigentliche Müll ist das Problem: auch krebserregende Stoffe wie PCB, die bei der Herstellung von Plastik als Weichmacher hinzugegeben werden, sammeln sich an. Dadurch wird der Müll auch noch giftig.

Durch Studien an toten Tieren fanden Wissenschaftler, dass 97 % der Nordsee-Eissturmvögel Plastikteile im Magen hatten. Durch denselben Müll starben auch die Hälfte der Layson-Albatros Kücken auf Hawaii während der ersten sechs Monate ihres Lebens. Diese und weitere Vorfälle führten dazu, dass der amerikanische Präsident Bush am 6. Juni 2006 eine Insel im Nordwesten von Hawaii zum Naturschutzgebiet erklärte.

Von der Steinzeit in die Plastikzeit

Früher nutzten wir Menschen hauptsächlich Werkstoffe wie Holz, Stein oder Glas. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts ist Plastik zum Werkstoff Nummer eins geworden. Unter Plastik versteht man eine Vielzahl von chemischen Verbindungen, unter anderem Nylon (in Strümpfen verwendet), PE (daraus bestehen Getränkeflaschen), Styropor (darin ist z.B. die neue Stereoanlage verpackt), PVC (manche Fussböden bestehen daraus) usw.

Wie viel Plastik benutzt du jeden Tag? Computertastatur, Bildschirm, Schultasche, Getränkeflasche, Joghurtbecher, Gürtel aus Kunstleder: All diese Gegenstände werden aus Plastik gefertigt.

Plastikmüll auch an europäischen Stränden

Obwohl einige wenige Plastikteile biologisch abbaubar sind, sich also natürlich wieder zersetzen, bleibt doch der Grossteil des Mülls für viele Jahre erhalten. Zum Beispiel brauchen Joghurtbecher fast 500 Jahre, bis sie sich zersetzen. Und da wir immer mehr Plastik-Produkte nutzen, wird auch der Müllberg immer grösser. Inzwischen ist es sogar so viel Müll, dass auch an britischen Stränden und anderen europäischen Gewässern Rückstände von Plastikmüll gefunden wurden.

Um dieses Problem zu lösen, gibt es nur eine Möglichkeit: Die Müllpolitik muss global neu definiert werden. Eine mögliche Lösung für dieses Problem ist das vermehrte Recyclieren von Plastik und auch das Nutzen von Holz, Leder oder Glas. Denn diese Produkte wachsen nach und können besser recycliert werden.

Willst du mehr über den Plastikmüll in den Weltmeeren erfahren? Der Dokumentarfilm "Plastic Planet" zeigt dir, was der Müll mit unserer Umwelt anrichtet!

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