Unter Beobachtung – Wetter, Klima, Katastrophen

Satelliten erleichtern nicht nur das Navigieren mittels GPS, sondern leisten wertvolle Dienste bei der Wettervorhersage, der Klimabeobachtung und der Planung von Hilfseinsätzen bei Katastrophen.

Satellitenbild von Europa

Satellitenbild von Europa. Bild: Eumetsat

Wetter

Ein Blick auf die Wetterapp und schon weiss man, ob es ein Wander- oder ein Game-Wochenende wird. Neben Bodenstationen liefern Erdbeobachtungssatelliten eine riesige Menge an Daten, die solche Vorhersagen ermöglichen. Besonders geostationäre Satelliten, die in Zeitintervallen von einigen Minuten Bilder vom selben Ausschnitt der Erde senden, erlauben die kontinuierliche Beobachtung von meteorologischen Veränderungen in der Atmosphäre. Auf den Bildern, die im sichtbaren und im Infrarotbereich aufgenommen werden, lassen sich Wolken, die Windrichtung und sogar die Bewegungen von Saharastaub oder Vulkanasche in der Luft erkennen. Eine möglichst genaue Wettervorhersage ist nicht nur für den Alltag der meisten Menschen wichtig, die sich gemäss dem Motto "Es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung" auf ihren nächsten Ausflug vorbereiten wollen. Insbesondere die Landwirtschaft und der Flug- und Schiffsverkehr sind auf Wetterdaten angewiesen, um den optimalen Erntezeitpunkt oder die optimale Reiseroute zu bestimmen.

Klima

Karte der Fliessgeschwindigkeit von Eis auf Antarktika.

Antarktika-Karte: Fast 2’000 Kubikkilometer Eis fliessen ins Südpolarmeer pro Jahr. Die gelb markierten Regionen fliessen am schnellsten. Bild: NASA Landsat Image Gallery

Satellitenbilder können nicht nur über das aktuelle bzw. relativ kurzfristige Wetter Auskunft geben, sondern auch die Beobachtung des Klimas und der Klimaveränderungen über lange Zeitperioden unterstützen. Für jede noch so abgelegene Region der Erde lassen sich Daten zur Bodenfeuchtigkeit, zur Entwaldung, zum Salzgehalt der Meere, zur Eisdicke oder zur Höhe des Meeresspiegels sammeln. MeteoSchweiz berechnet anhand von Daten, die sie vom europäischen "METEOSAT Second Generation"-Satelliten bezieht, die räumliche und zeitliche Schwankung der Sonneneinstrahlung unter Berücksichtigung des alpinen Geländes und der Reflektion des Schnees. Solche Daten werden herangezogen, um den besten Standort für Solaranlagen zu ermitteln (mehr zu erneuerbaren Energien kannst du im Technoscope 2/16 nachlesen). Bilder, die der NASA-Satellit Landsat 8 liefert, ermöglichen die Berechnung der Fliessgeschwindigkeit von Gletschern, was wiederum eine Annahme über die Auswirkung des Klimawandels auf die Gletscher ermöglicht.

Katastrophen

Japanische Küstenstadt vor und nach einem Tsunami.

Japanische Küstenstadt vor und nach einem Tsunami. Bild: JAXA/RapidEye AG

Bilder, welche Satelliten vor und nach einer Natur-, aber auch vom Menschen verursachten Katastrophe aufnehmen, liefern wertvolle Informationen zu Ausmass und Lokalisierung der Schäden und erleichtern so die Planung des Hilfseinsatzes. In der Raumfahrt sind internationale Kooperationen keine Seltenheit. So schlossen sich 1999 auch mehrere Raumfahrtagenturen zum Verbund «International Charter – Space and Major Disasters» zusammen. Der Auftrag des Verbunds ist, bei Katastrophen Satellitenbilder schnell und kostenlos zur Verfügung zu stellen.

Text: SATW / Alexandra Rosakis
Quelle: Technoscope 2/17: Satelliten – Navigation, Vermessung, Beobachtung. Technoscope ist das Technikmagazin der SATW für Jugendliche

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