Adam Geo (47), Chemiker und Medikamentenentwickler

Die Suche nach einem neuen Medikament ist immer spannend: zusammen mit meinem Team begebe ich mich auf einen Weg, von dem ich nicht weiss, ob er zum Ziel führt.

Ein Medizinalchemiker entwickelt neue Medikamente.

Ein Medizinalchemiker entwickelt neue Medikamente gegen verschiedene Krankheiten. Bild: Poznyakov/Shutterstock.com

Adam Geo

Adam Geo

Das Interesse an der Forschung hat bei mir mein Chemielehrer am Gymnasium geweckt. Schon mit 16 Jahren durften wir im Unterricht Aspirin herstellen, das hat mich so fasziniert, dass ich unbedingt Chemiker werden wollte. Meinen jetzigen Arbeitgeber habe ich vor 20 Jahren als Student während einer Schnupperwoche kennen gelernt.

Studium mit Praxisbezug

Ich habe organische Chemie an der ETH Zürich studiert. Besonders beeindruckt hat mich dabei die Möglichkeit, schon als Student an echten Forschungsprojekten mitzuarbeiten. Wir Studierende mussten zwar viel leisten aber die Unterstützung von Seiten der Mitstudenten und Professoren war gross. Was ich damals gelernt habe, kommt mir noch heute im Berufsleben zugute: Ich konnte die Erkenntnisse immer 1 zu 1 umsetzen.

Mein Schwerpunkt im Studium und der Doktorarbeit war die Naturstoffsynthese. Dabei versucht der Chemiker, einen Stoff, der in der Natur meist nur in extrem kleinen Mengen vorkommt, im Labor aus einfachen Bausteinen nachzubauen. Meist handelt es sich dabei um Stoffe aus Pflanzen und niederen Meereslebewesen, die für die Behandlung von Krankheiten interessant sein könnten.

Neue und bessere Medikamente

Als Medizinalchemieleiter erforschte ich mit 60 Mitarbeitenden neue Mittel zur Behandlung von Alzheimer, Depression, Schizophrenie und Schlaganfall. Unsere Medikamente sollten schneller und besser wirken als die heute verfügbaren und zudem weniger Nebenwirkungen verursachen.

Die Suche nach einem neuen Medikament beginnt immer damit, dass wir zusammentragen, was andere Forscher schon gemacht und herausgefunden haben. Erst dann gehen wir ins Labor und probieren etwas Neues. Das ist das eigentlich spannende an dem Beruf des Medizinalchemikers: Man geht immer Wege, die vor einem noch keiner probiert hat - und hofft, am Ende des langen Weges ein neues Medikament zu finden.

Ein Kollege von mir bei einer anderen Firma hat tatsächlich so ein Medikament gefunden. Es hilft heute Krebspatienten zu überleben. Das ist sicher das schönste, was dieser Beruf bieten kann.

Gute Aussichten

Die Pharmaforschung läuft immer in einem Team, das sich aus vielen verschiedenen Spezialisten aus Chemie, Biologie und Medizin zusammensetzt. Ich empfehle deshalb allen Studierenden, sich frühzeitig für ein bestimmtes Gebiet zu entscheiden und dort möglichst viele Kenntnisse und Erfahrungen zu sammeln. Im Rahmen des Projekts hat man dann die Möglichkeit, auf den Gebieten der Kollegen dazuzulernen.

Die Arbeitsaussichten in der synthetischen organischen Chemie sind nicht immer gleich gut. Als ich mein Chemie-Studium an der ETH begonnen habe, war nicht sicher, dass ich gleich eine Stelle finden würde. Als gut ausgebildeter Chemiker hat man aber viele Möglichkeiten, sei es bei den grossen Pharmafirmen oder bei einer der vielen neugegründeten kleinen Firmen.

Zudem eröffnet sich die Möglichkeit, dass man praktisch überall in der Welt arbeiten kann, wo chemische Forschung betrieben wird. Ich selbst war mehr als ein Jahr in den USA, Kollegen von mir waren in Russland und Japan. Eine spannende Sache!

Berufe

Chemiker/-in ETH/Uni

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