Anders Sjöberg (40), Chemie-Ingenieur und Projektleiter

Ich habe Chemie- und Bioingenieurwissenschaften studiert. Das chemische Basiswissen brauche ich zwar nach wie vor - meine Hauptaufgabe als Projektleiter ist es heute aber, alle Fäden in der Hand zu halten und mein Team zu organisieren.

Nachdem ein Medikament entwickelt worden ist, muss es noch in grossen Mengen hergestellt werden.

Nachdem ein Medikament entwickelt worden ist, muss es noch in grossen Mengen hergestellt werden.  Bild: Dmitry Kalinovsky/Shutterstock.com

Anders Sjöberg

Anders Sjöberg

Einen Wirkstoff für ein Medikament im Labor zu entwickeln, dauert meist sehr lange. Dann muss dieser noch in grossen Mengen hergestellt werden. Dafür bin ich und mein Team zuständig.

Entwicklung im Team

Meine Aufgabe beginnt damit, dass ich mit dem Kunden zusammensitze und abkläre, was er genau möchte. Danach entwickle ich zusammen mit meinem Team das Produktionsverfahren. Wie können wir diese Substanz mit unseren Anlagen herstellen? Wie müssen die chemischen Reaktionen darin ablaufen? Das sind Fragen, die wir beantworten.

Dabei ist wichtig, auch die Sicherheitsaspekte zu berücksichtigen, damit die Reaktionen kontrolliert ablaufen. Manchmal müssen wir auch unsere Anlagen technisch zusätzlich anpassen oder die Reaktionsbedingungen ändern. Wenn alles geplant ist, lassen wir die Reaktion auf einer Test-Anlage laufen - bereits diese umfasst 400 Liter-Tanks! Läuft alles problemlos ab, geht es in die richtige Produktion in Reaktoren mit bis zu 4’000 Litern Fassungsvermögen.

Schwede in der Schweiz

Ich bin in Schweden aufgewachsen und habe dort drei Jahre Chemie- und Bioingenieurwissenschaften studiert. Für die letzten zwei Jahre wollte ich aber ins Ausland. In einem Austauschprogramm gab es für mich an der ETH die Möglichkeit, während zwei Jahren Bio-Ingenieurwissenschaften zu vertiefen.

So schloss ich mein Studium mit diesem Schwerpunkt in Zürich ab. Am Anfang war es schon schwierig, denn ich konnte nur wenig Deutsch! Doch ich lebte mich schnell ein und hängte noch eine Doktorarbeit an das Studium. Ich untersuchte, wie Abluft mit Hilfe von Mikroorganismen gereinigt werden kann.

Immer in Bewegung

Während des Studiums habe ich mich neben der Biotechnologie auch für die grosstechnischen Anlagen interessiert. Deshalb habe ich dann bei einem Produktionsbetrieb - der Firma Siegfried - zu arbeiten begonnen. Dort lernte ich sehr viel über die Planung und die technischen Möglichkeiten der grossen Produktionsanlagen.

Inzwischen bin ich Projektleiter und leite eine Gruppe von fünf bis sechs Personen mit Fachwissen aus unterschiedlichen Gebieten. In meinem Job habe ich nur noch zu einem kleinen Teil direkt mit Chemie zu tun - das Wissen aus meinem Studium brauche ich aber doch immer wieder.

Ich bin mir sicher, die richtige Ausbildung gewählt zu haben und momentan möchte ich nichts anderes tun: Meist bin ich in Kontakt mit Menschen, plane, organisiere und setze um, was die Kunden möchten. Das ist ein sehr lebendiges Umfeld - es passiert immer etwas und jeder Tag ist anders!

Berufe

Chemie- und Bioingenieur/-in ETH

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