Andreas Enz, Lernender Chemie- und Pharmatechnologe

Für Andreas Enz war der Lehrbeginn im wahrsten Sinne des Wortes grenzüberschreitend: Er kommt seither jeden Tag aus Schopfheim aus dem Südschwarzwald nach Basel zur Arbeit.

Anders Sjöberg

Anders Enz. Bild: Roche

"Es sind nur 45 Minuten bis zum Badischen Bahnhof", meint der junge Mann, "das ist kein Problem - aber halt doch etwas mehr als früher, als ich in Zell auf die Realschule ging."

Chemie hatte ihn schon immer interessiert

Also lag es nahe, dass er sich bei verschiedenen Betrieben in der Gegend für Schnuppertage interessierte. "Und meine Mutter hat auch gemeint, dass das ein Zukunftsberuf wäre", meint Andreas Enz. "Ich habe mir ausserdem den Beruf des Chemielaboranten angeschaut, aber das hat mir nicht so gut gefallen", erzählt er. Schlussendlich hat er dann den Eignungstest als Chemie- und Pharmatechnologe bei Roche bestanden, und nach dem Gespräch konnte er auch den Lehrvertrag unterzeichnen.

Nach den ersten acht Wochen, die er mit 15 anderen Lernenden im Lehrbetrieb verbracht hat, wo ihnen die ersten Grundlagen beigebracht wurden, arbeitet er nun im Bau 29. Dort gefällt es ihm sehr: "Im Moment haben wir viel zu tun, alle Maschinen produzieren", erklärt er, "es wird ein Medikament produziert, das das Wachstum von Krebszellen verhindert und das nächstes Jahr in Grossproduktion gehen wird." Am liebsten würde er schon alles selber machen. "Aber das kann ich einfach noch nicht. Doch wenn ich einmal alleine einen Knopf drücken darf, ist das für mich ein echtes Highlight!

Er freut sich schon auf seinen nächsten Kurs: "Da lerne ich dann, wie ich kontaminierte Kleidung fachgerecht ausziehen kann, danach kann ich auch noch andere Arbeiten machen." Er freut sich schon jetzt darauf, dass er mit der Zeit immer mehr Arbeitsabläufe selbstständig ausführen darf: "Jetzt schaue ich halt noch viel zu, beobachte die anderen, lasse mir Sachen erklären", sagt er. "Das ist zwar auch nicht langweilig, und es ist nötig; aber manchmal kribbelt es mir schon in den Fingern!"

Mit etwas Organisation klappt auch die Freizeit

Was ihm in den ersten Wochen am meisten Mühe machte, waren die langen Arbeitszeiten. "Auf der Realschule in Deutschland hatte ich meistens nur bis um 13 Uhr Schule. Jetzt arbeite ich von 7 Uhr bis um 16 Uhr, um halb sechs bin ich jeweils zu Hause. Ich bin auf dem Heimweg manchmal fast eingeschlafen, so müde war ich», erzählt er und schmunzelt. Mittlerweile hat er sich so gut daran gewöhnt, dass sogar ein Messebesuch mit seinen Kollegen aus dem ersten Lehrjahr drin lag. "Wir verstehen uns gut und haben Spass zusammen», sagt Andreas Enz.

Viel Freizeit bleibt bei seinem Arbeitstag und den Hausaufgaben nicht mehr übrig. Die alten Freunde sieht er eigentlich nur noch am Wochenende, Tennis wird nur noch am Samstag gespielt. Doch die Jugendfeuerwehr hat er trotzdem nicht aufgegeben: "Einmal in der Woche von sechs bis acht Uhr abends, das liegt drin", meint er.

Vielleicht liegt die Feuerwehr auch gerade deshalb drin, weil die Lehre ein ganz wichtiges Detail in seinem Leben total verändert hat. Andreas trägt jetzt eine Uhr. "Früher war ich extrem unorganisiert", erzählt er. "Doch seit ich eine Uhr trage, weil ich halt die Vorgänge bei den Maschinen zeitlich im Griff haben muss, bin ich auch in der Freizeit viel besser organisiert. Meine Eltern und meine Schwestern staunen nur!"

Berufe

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