Christian Schmid (29), Mitarbeiter Rauminformation beim Schweizerischen Nationalpark

Geografie, Mathematik und Technik haben mich schon immer begeistert. Als Mitarbeiter Rauminformation beim Schweizerischen Nationalpark habe ich direkt nach dem Studium meinen Traumjob gefunden.

Christian Schmid

Christian Schmid

Wer Geomatiker werden will, muss ein guter Freund der Zahlen sein: Rasche Überschlagsrechnungen im Kopf und ausgedehnte Berechnungen am Computer gehören zum Berufsalltag.

Manche sagen, wir Geomatiker seien «Tüpflischisser». Das stimmt bis zu einem gewissen Grad auch: Kontrolle ist ein wichtiges Prinzip der Vermessung, denn oft genügt eine einzige falsche Zahl und eine Berechnung wird unbrauchbar.

Mit Laserscannern und ferngesteuerten Helikoptern

Ich habe ursprünglich eine Lehre als Hochbauzeichner gemacht. In der Lehre habe ich dann aber gemerkt, dass ich mich stärker in Richtung Naturwissenschaften entwickeln möchte. Nach der Berufsmatura habe ich mich für ein dreijähriges Geomatikstudium an der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) entschieden.

Vor allem der starke Praxisbezug und die gute Betreuung der Studenten hat mich am Institut in Muttenz begeistert. Unsere Klasse war während des Studiums regelmässig im Feld. Wir lernten dort, wie man Messnetze aufbaut, Punkte absteckt sowie Gebäude und Terrains vermisst.

Zurück an der Schule werteten wir die Messdaten aus, analysierten sie und visualisierten die Zahlen im Geoinformationssystem, auch GIS genannt, oder auf Plänen. Mithilfe eines Laserscanners und eines ferngesteuerten Helikopters, vermassen wir sogar einmal eine alte Burgruine und erarbeiteten daraus ein dreidimensionales Modell der Anlage.

Datenfutter fürs Geoinformationssystem

Als ich die Stellenbeschreibung meiner heutigen Arbeit beim Schweizerischen Nationalpark erstmals las, wusste ich sofort; die Stelle ist wie für mich geschaffen! Ich habe mich schon als Kind stark für Umweltfragen interessiert und gehofft mein Wissen einmal in diesem Bereich einsetzen zu können.

In der Verwaltung des Nationalparks beschaffe, verwalte und visualisiere ich Geodaten. Ausserdem führe ich jeden Sommer und Herbst Vermessungsarbeiten in meist unzugänglichen Gebirgstälern durch. Während eines Grossteils meiner Arbeitszeit verarbeite ich am Computer Raumdaten und füttere damit unser Geoinformationssystem.

Daraus entstehen kartographische Produkte, beispielsweise für wissenschaftliche Publikationen. Dank der Programmierung von Internet-Anwendungen können Forscher, aber auch die breite Öffentlichkeit räumliche Daten über den Nationalpark übers Web abfragen.

Oft betreue ich auch Wissenschaftler, die im Nationalpark forschen. Letztes Jahr habe ich einem Diplomanden bei seiner Forschungsarbeit über Schneehasen geholfen.

Einblick in Forschung und Austausch mit Experten

Die persönliche Weiterbildung in den Naturwissenschaften liegt mir sehr am Herzen. Hin und wieder besuche ich Kurse zur Tier- und Pflanzenwelt der Schweiz. Zudem lese ich viele Bücher über die Natur und suche den Austausch mit unseren Fachleuten.

Manchmal ergibt sich auch die Gelegenheit mit einem Parkwächter an Wildzählungen teilzunehmen. All das trägt dazu bei, dass ich mein Wissen sowohl in der Geomatik als auch in den Naturwissenschaften stetig weiter ausbauen kann.


Quellen:
Technoscope - Das Technikmagazin der SATW für Jugendliche
Schweizerischer Nationalpark
 

Berufe

Geomatiker /-in ETH/FH

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