Claude Flury, Projektleiter Automation in Medizintechnik

Claude Flury hat für seine Bachelorarbeit im medizintechnischen Bereich den "Lab Sciences Award" erhalten. Er ist fasziniert von den technischen Seiten seines Berufs, doch genauso wichtig ist ihm die Zusammenarbeit und Kommunikation mit anderen Menschen.

Claude Flury

Claude Flury

Wieso Ingenieur werden?

Für mich war lange Zeit die Entscheidung schwierig, welche berufliche Richtung ich in meinem Leben einschlagen soll. Ich hatte seit jeher ein etwas breit gefächertes Interessenfeld, vor allem im Bereich der Naturwissenschaften. Chemie und Biologie waren mein Schwerpunkt an der Kantonsschule, wobei ich immer interessiert war zu erfahren, wie etwas aufgebaut ist. Auch die Mathematik und die Physik empfinde ich als sehr interessant, weil dabei erläutert wird, wie Prozesse in der Natur beschrieben werden können. Dies hat mir die Wahl einer Richtung etwas erschwert.

Aber eines war mir schon immer klar und zwar, dass ich in einem Job arbeiten möchte, wo ich täglich Kontakt mit anderen Menschen habe und auch neue Kontakte knüpfen kann. Diese Grundlage hat mich dazu bewogen, den Weg in die Ingenieurwissenschaften einzuschlagen, da dort ein breites Spektrum an Tätigkeiten abgedeckt wird in Bezug auf die Kombination von Technik jeglicher Art mit dem Menschen als Anwender. Um ein Projekt oder eine technische Errungenschaft in dieser Sparte erreichen zu können, ist die Zusammenarbeit vieler Leute nötig, die als Team versuchen, eine Wertschöpfung für die Allgemeinheit generieren zu können. Dazu ist es wichtig, gut auf Mitmenschen eingehen und kommunizieren zu können, was mich persönlich sehr anspricht.

Studienwahl und Vertiefungsrichtung

Nach der Kantonsschule und einem Zwischenjahr im Ausland habe ich mein Studium an der ETH Zürich im Bereich Maschinenbau und Innovation begonnen. Die Forschung an sich habe ich zwar immer als sehr interessant empfunden, jedoch habe ich an der ETH bald gemerkt, dass ich auch eine gewisse Praxisnähe brauche. Dies war unter anderem ein Grund, weshalb ich von meinem Studium an der ETH an die HSR in Rapperswil gewechselt habe. In meinem dreijährigen Studium dort habe ich diverse Aspekte über den Projektaufbau und -ablauf sowie verschiedene technische Bereiche gelernt. Während des Studiums wurde mir mehr und mehr klar, dass ich für meine zukünftige Arbeit in den Bereich der Medizintechnik möchte. In dieser Berufssparte wird die Medizin mit der Technik verknüpft, um das Leben der Menschen zu verbessern, was für mich der Hauptmotivationsgedanke dahinter ist. Deswegen habe ich an der HSR in Rapperswil zwei Vertiefungen im Bereich Kunststoffe und Automation gemacht.

Arbeiten während des Studiums

Während meines Studiums konnten jedes Semester interessante Arbeiten durchgeführt werden. Speziell sind dabei natürlich die beiden letzten Arbeiten, welche je ein Semester in Anspruch nehmen, die Semesterarbeit und die Bachelorarbeit. In der Semesterarbeit durfte ich dem Universitätsspital Zürich dabei helfen, ein Recyclingkonzept für Dialyseabfälle aus der Nephrologieabteilung zu entwickeln. Diese erste Zusammenarbeit mit einem externen Partner hat mich viele Dinge über die Richtlinien und Vorschriften im medizintechnischen Bereich gelehrt.

In meiner Bachelorarbeit durfte ich für Hamilton Bonaduz AG die Entwicklung eines preiswerten Mikroventils für Life Science Anwendungen übernehmen. Zum einen konnte ich aus dieser Arbeit sehr viele technische Aspekte mitnehmen, aber auch Punkte zu Zeit- und Projektmanagement. Wie wichtig eine saubere und geordnete Arbeitsweise ist, merkt man oftmals erst, wenn es auch wirklich nötig ist.

Belohnung der harten Arbeit

Im März 2016 wurde ich beim Lab Sciences Award von Toolpoint mit dem ersten Preis für meine Bachelorarbeit für Hamilton Bonaduz belohnt. Dank der guten Zusammenarbeit mit Hamilton und der grossartigen Unterstützung, die ich dabei erfahren durfte, war es mir erst möglich, meine Arbeit zu diesem Erfolg zu bringen. In meinem Werdegang ist dies eine Bestätigung, wie wichtig und auch schön es ist, in einem guten Team arbeiten zu können, und dass sich harte Arbeit im Endeffekt doch auszahlt.

Karrierestart als Projektleiter

Nach meinem Abschluss an der HSR konnte ich bei RIWISA AG in Hägglingen im Bereich der Medizintechnik als Projektleiter für Automation einsteigen. Ich habe in meinen Anfängen des Berufslebens gemerkt, wie wertvoll es war zu lernen, wie strukturierte Terminpläne und Projektabläufe aufgegleist werden. Tagtäglich ist man mit neuen Herausforderungen und Wünschen von Lieferanten und Kunden konfrontiert und dabei ist es wichtig, stets alle Teilnehmer an einem Projekt auf dem Laufenden zu halten. Dies macht die Arbeit sehr abwechslungsreich und anspruchsvoll. Die hohe Verantwortung, die man dabei auferlegt bekommt, motiviert und bestärkt mich dabei, dass ich den richtigen Weg gewählt habe.

Alltag und Hobby

In meiner Freizeit habe ich gerne einen guten Mix aus Erholung und Aktivität. Nach meiner Arbeit gehe ich meist zwei- bis dreimal in der Woche Sport machen. Squash bringt mir dabei die Schnelligkeit und hilft mit, Geist und Körper fit zu halten, und im Kickboxen oder Kondisport lass ich meine Restenergie liegen, um teilweise den Kopf etwas leeren zu können. Mir ist aber genauso wichtig, mit meinen Kollegen und Kolleginnen den Kontakt aufrechtzuerhalten und auch einmal eine ruhige Kugel schieben zu können beim Kochen mit Freunden, einem Brettspiel oder Filmabend. Bei all meinen Entscheidungen und Arbeiten werde ich täglich von meiner Familie und meiner Freundin unterstützt, um stets die Entscheidung zu treffen, die für den Moment für mich stimmt.

Quelle: Claude Flury

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