Daniel Zigerlig, Elektromechaniker und Servicetechniker in der Verpackungsmittel-Industrie

Daniel Zigerlig ist mitverantwortlich, dass Milch einwandfrei verpackt wird. Als Servicetechniker wartet und repariert er Verpackungsmaschinen in Lebensmittelunternehmen. Eine anspruchsvolle und vielseitige Tätigkeit, wie er sagt.

Daniel Zigerlig, Elektromechaniker und Servicetechniker bei Tetra Pak

Daniel Zigerlig, Elektromechaniker und Servicetechniker bei Tetra Pak. Bild: Franz Meier

Daniel Zigerlig und sein Bruder

Die Abfüllmaschine erreicht die gewünschte Temperatur nicht. Mein Bruder und ich entnehmen dem elektrischen Schema die Bezeichnung des Solid State Relais. Bild: Franz Meier

Der Mechaniker wurde mir quasi in die Wiege gelegt. Mein Vater war ein Maschinenmechaniker und hat mich früh für das Zusammenspiel von Schaltern, Relais und Anzeigen begeistert. Ich habe mich dann für eine Lehre als Elektromechaniker entschieden. Zum Glück, denn die Elektronik wird heute immer wichtiger und ein Elektromechaniker kann in vielen verschiedenen Gebieten arbeiten.

Während der Lehre in Jona habe ich vor allem hydraulische Stanzmaschinen in Betrieb genommen. Nach einer dreijährigen Anstellung bei meiner Lehrfirma, suchte ich nach einer neuen Herausforderung. Diese fand ich bei der Firma Tetra Pak, bei der ich nun seit 2003 als Servicetechniker arbeite.

Maschinen warten, umrüsten und programmieren

Daniel Zigerlig überprüft die Funktion des Ersatzteils

Eine Kugelumlaufspindel für die Bodennaht-Versiegelung wird ersetzt. Ich überprüfe die Funktion des Ersatzteils. Bild: Franz Meier

Bei Tetra Pak bin ich dafür verantwortlich, dass unsere Verpackungsmaschinen in den Betrieben der Kunden störungsfrei laufen, zum Beispiel bei Emmi in Suhr. Dort verbringe ich einen Grossteil meiner Arbeitszeit in der Produktion und warte die Abfüllanlagen, mit welchen die Milch in Getränkekartons abgefüllt und luftdicht verpackt wird. Oder die Kartonpacker- Anlage, welche die einzelnen Verpackungen in stapelbare Kartons steckt. Diese Maschinen werden meist nach 1000 Betriebsstunden gewartet, also zwei- bis viermal pro Jahr. Dazu nehmen wir sie aus der Produktionskette und ich kontrolliere alle Einzelteile anhand einer standardisierten Checkliste. Zum Beispiel prüfe ich, welche Maschinenteile verschlissen sind und ersetzt werden müssen oder ob die Kugellager noch sauber laufen. Zudem rüste ich bestehende Maschinen gemäss den Wünschen der Kunden um.

Natürlich steckt auch in Verpackungsmaschinen immer mehr Software. Wo früher noch mehrere Schalterkästen aufgebaut wurden, steht heute ein einziger Computer. Über diesen programmiere ich zum Beispiel eine speicherprogrammierbare Steuerung (SPS), ein Gerät, das zur Steuerung oder Regelung einer Maschine oder Anlage eingesetzt wird. Über den Computer erstelle ich Fehleranalysen oder programmiere kleine Steuerungsänderungen. Die Fähigkeit, Probleme zu analysieren und auf diese schnell zu reagieren, ist in meinem Beruf sehr wichtig. Wenn ich nicht bei Emmi im Betrieb bin, helfe ich anderen Tetra Pak-Kunden in der Schweiz, in Deutschland oder Österreich. Auch nach Schweden und Taiwan bin ich schon gereist, um unsere Maschinen zu warten. Dort bleibe ich dann meist gleich eine ganze Woche vor Ort. Das bringt viel Abwechslung in meine Arbeit, auch weil ich in den Betrieben immer wieder auf andere Gegebenheiten und Probleme treffe.

Selbständig Lösungen finden

Manchmal revidieren wir Anlagen auch im Team

Manchmal revidieren wir Anlagen auch im Team. Mit meinem Bruder Roger kann ich das besonders gut. Er arbeitet auch bei Tetra Pak. Bild:Franz Meier

Neben den handwerklichen Arbeiten an mechanischen, hydraulischen und pneumatischen Systemen, fallen auch für Servicetechniker administrative Arbeiten an. Ich erstelle zum Beispiel Merkblätter für unsere Kunden, damit sie kleinere Probleme an den Maschinen selbständig beheben können. Auch die Schulung von Technikern vor Ort gehört dazu. Oder ich schreibe nach der Wartung einen Rapport, so dass jedermann nachvollziehen kann, welche Teile ich ersetzt habe. Da ich oft der einzige Mitarbeiter von Tetra Pak in unseren Partnerfirmen bin, muss ich sehr selbständig arbeiten. Ich habe dort keinen Vorgesetzten, der ständig kontrolliert, was ich tue. Ich kann eigenständig nach Problemlösungen suchen und bin für die Zufriedenheit des Kunden mitverantwortlich. Das gefällt mir und auch den engen Kontakt mit unseren Kunden finde ich toll. Dadurch konnte ich auch mein Englisch stark verbessern, denn wenn ich im Ausland bin oder mit unserem Mutterkonzern in Schweden zu tun habe, spreche ich meist Englisch.

Mit Tetra Pak habe ich ein Unternehmen gefunden, hinter dem ich hundertprozentig stehen kann. Denn ich bin selber umweltbewusst und finde es wichtig, dass Verpackungen mit erneuerbaren Ressourcen wie Holz – in der Form von Karton – hergestellt werden. Ich wusste zwar schon als kleines Kind, dass die Milch in Getränkekartons gehört. Doch seit ich selber mit Verpackungen arbeite, schaue ich beim Einkaufen noch genauer hin, wie die Produkte verpackt sind.

Text: SATW/ Samuel Schläfli
Quelle: Technoscope 2/12: Verpackungen.
Technoscope - Das Technikmagazin der SATW für Jugendliche
Bilder: SATW/ Franz Meier

 

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