Raghav Chawla (29), Arzt und Forscher

Lange habe ich bei meiner Studienwahl gezögert: Humanmedizin oder Molekularbiologie? Nun habe ich mich für beide entschieden.

Dr. med. Raghav Chawla
Meine vielseitigen Interessen veranlassten mich, Humanmedizin zu studieren - und ich wurde nicht enttäuscht!

Während meinen Schuljahren konnte ich mich für beinahe alles begeistern. Insbesondere faszinierten mich biologische Vorgänge, allen voran diejenigen im menschlichen Körper. Andererseits mochte ich aber auch Fächer wie Philosophie, Ethik und Kommunikation. Dieses vielseitige Interesse veranlasste mich, Humanmedizin zu studieren.

Das Studium der Humanmedizin öffnet viele Türen

Und tatsächlich wurde ich durch dieses Vorhaben alles andere als enttäuscht! Mein Studium führte mich auf eine rasante und abwechslungsreiche Reise: geografisch über Lausanne nach England, Kanada und in die USA; fachlich über die Grundlagenfächer bis hin zu den verschiedenen klinischen Spezialitäten und sogar zum Medizinjournalismus. Mein Studentendasein war für mich in jeder Hinsicht eine wunderbare und äußerst bereichernde Zeit!

Ende Studium kam erneut die Qual der Wahl - wie weiter? Während die meisten Studienkollegen eine Stelle als Assistenzarzt antraten, wurde ich abermals von meinem vielseitigen Interesse eingeholt. Obwohl ich mich während meinen klinischen Studienjahren für die Kindermedizin begeistern konnte, blieb ein Teil von mir in den Grundlagenfächern der ersten Studienjahre hängen. Daher entschied ich mich, meine klinische Fortbildung erst einmal zu verschieben und mich stattdessen während drei bis vier Jahren der molekularbiologischen Grundlagenforschung zu widmen.

Spagat zwischen Klinik und Forschung

So kommt es, dass ich zurzeit am Institut für Biochemie an der ETH Zürich im Bereich der Krebsforschung arbeite. Dieses mittelfristige Forscherdasein wurde durch ein grosszügiges Stipendium des Schweizerischen Nationalfonds ermöglicht. Mein aktuelles Projekt befindet sich an der äusserst spannenden Schnittstelle zwischen der Erhaltung des Genoms und der Funktion nichtkodierender Ribonukleinsäuren.

Obwohl mein derzeitiger Alltag auf den ersten Blick mit der Klinik nichts zu tun hat, möchte ich später genau dorthin zurückkehren. Mein längerfristiges Ziel ist es nämlich, dazu beizutragen, das Leiden von Kindern mit bösartigen Tumoren zu lindern. Ich bin überzeugt, dass Forschung im Grundlagenbereich unerlässlich ist, um die Effizienz und Zuverlässigkeit der Krebsprävention und -behandlung zu verbessern.

Kommunikation ist das A und O

Vor ein paar Monaten hatte ich ausserdem die einzigartige Gelegenheit, im Rahmen des Novartis BioCamp Einblick in den Bereich der Biotechnologie und der Pharmaindustrie zu bekommen. Junge Wissenschaftler aus ganz Europa wurden eingeladen, während mehrerer Tage etwas "Hands-on" Erfahrung in diesem Industriesektor zu sammeln. Dabei wurde mir bewusst, dass Fortschritte sowohl in den Biowissenschaften als auch in der Klinik oft von Innovationen im Bereich der Biotechnologie abhängen und dass eine gewisse Interdependenz zwischen den verschiedenen Gebieten herrscht.

Um einen raschen und patientenorientierten Fortschritt im Bereich des Gesundheitswesens zu erzielen, ist es deshalb wichtig, dass Ärzte, Wissenschaftler und die Industrie zunehmend zusammenarbeiten und dass letztere klinisch relevante Projekte erforschen. Ich möchte helfen, den dazu nötigen Dialog anzuregen und zu verbessern.

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