Eveline Trachsel (32), Pharmazeutin, Forscherin und Geschäftsfrau

Während meiner Doktorarbeit habe ich ein Medikament entwickelt - die Arbeit daran geht jetzt weiter: Als Geschäftsfrau leite ich heute mit anderen zusammen eine Forschungsabteilung einer kleinen Firma.

So sieht ein Antikörper aus (links eine schematische Darstellung und rechts die 3D-Struktur). Jeder Antikörper bindet eine spezielle Struktur im Körper und kann somit an den gewünschten Zielort dirigiert werden. Bilder:  Je at uwo/WikimeidCommons, molekuul.be/Shutterstock.com

Unsere Firma entwickelt Medikamente gegen Krebs oder Entzündungskrankheiten. Unser Ziel ist, diese so zu verbessern, dass sie schneller und wirksamer zum Tumor oder der Entzündung gelangen. Dazu hängen wir an den Wirkstoff einen sogenannten Antikörper an.

Neue Therapiemöglichkeiten

Evelin Trachsler. Bild: Philochem

Im Körper dockt der Antikörper an Strukturen in der Nähe des Tumors an. Damit ist das Medikament genau dort, wo wir es haben wollen. Das ist ein grosser Fortschritt in der Entwicklung solcher Medikamente. Das Prinzip funktioniert ähnlich auch bei chronischen Entzündungen wie beispielsweise Arthritis.

Ich arbeite in einer kleinen Firma, die von einem Professor geleitet wird, bei dem ich auch doktoriert habe. Meine Arbeit war, ein neues Medikament zu entwickeln. Das gelang mir gut, denn ich habe dafür sogar zwei Preise erhalten! Dieses Medikament ist nun eines von mehreren, an dem wir in unserer Firma "Philochem" weiterarbeiten, damit es irgendwann einmal Patienten zur Verfügung steht.

Pharmaziestudium war eine gute Wahl

Ich habe pharmazeutische Wissenschaften an der ETH studiert. Das Studium hat mich angesprochen, weil es eine Kombination von Biologie und Chemie ist, aber der Mensch doch immer im Mittelpunkt steht. Ein weiterer Pluspunkt für mich war, dass man nach diesem Studium als Apotheker arbeiten kann, also einen "richtigen" Beruf hat.

Obwohl mir die Laborarbeit Spass machte, sehe ich mich eigentlich nicht als typische Forscherin. Deshalb wollte ich nicht an der Universität bleiben, und so kam das Stellenangebot bei dieser Firma wie gerufen. Ich bin nun mit einigen Kollegen zusammen verantwortlich für die Forschungsarbeit und auch für die Organisation der Firma. Im Labor bin ich inzwischen eher selten: Die praktischen Arbeiten dort machen Doktoranden - so wie ich früher eine war.

Das selber entwickelte Medikament begleiten

In meinem Job bin ich oft am Organisieren und bin mit vielen Menschen in Kontakt. Gleichzeitig habe ich aber noch ein Bein in der Forschung. Diese Mischung stimmt für mich momentan perfekt und es gefällt mir sehr gut so. Zudem macht es mir Spass, mein Medikament auf seinem Weg bis zum fertigen Produkt zu begleiten.

Berufe

Pharmazeut/-in ETH

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