Jan Jäger, Konstrukteur im Anlagenbau bei einer grossen Chemie-Firma

Jan Jäger hat vor zwei Jahren seine Lehre als Konstrukteur abgeschlossen, und arbeitet seither in diesem Beruf im Anlagenbau. Jetzt bildet er sich an der BMS weiter, und möchte danach ein Bachelor-Studium an der Hochschule Rapperswil in Maschinentechnik und Innovation absolvieren. Im Gespräch mit Ladina Steinmann erzählt er, warum er sich für diese berufliche Entwicklung entschieden hat.

Jan Jäger

Jan Jäger. Bild: Ladina Steinmann/BüWo

Herr Jäger, Sie haben vor zwei Jahren die Lehre als Konstrukteur bei der Ems- Chemie abgeschlossen. Woran erinnern Sie sich, wenn Sie an Ihre Lehrzeit zurückdenken?
Sicher einmal an eine schöne und lehrreiche Zeit. Im Speziellen erinnere ich mich ans Werkstatt-Praktikum, das man hier während der Konstrukteur-Lehre macht. Da konnte ich viel Praktisches lernen beispielsweise wie etwas hergestellt, gedreht oder gefräst wird - alles Dinge, die ich in meiner jetzigen Tätigkeit gut gebrauchen kann. Ausserdem war es auch eine lustige Zeit, und das Lehrlingsleben war lässig.

Würden Sie den Lehrberuf Konstrukteur wieder wählen? Wenn ja, warum?
Ich würde mich sicherlich wieder für diesen Beruf entscheiden. Die Konstrukteur- Lehre ist sehr abwechslungsreich. Sie geht in verschiedene Bereiche hinein, wie zum Beispiel in den Stahlbau, Anlagenbau oder eben auch in den Maschinenbau, wo ich ein Studium machen will. In diesem Beruf hat man es zudem mit verschiedenen Leuten zu tun, wie zum Beispiel mit Elektrikern oder mit Leuten, die für den Betriebsunterhalt zuständig sind. Man bekommt bei der Arbeit Einblicke in viele Bereiche. Und daher ist für mich die Lehre zum Konstrukteur eine gute Grundlage, und sie ermöglicht, dass man sich im späteren Berufsleben spezialisieren kann.

Sie haben Ihre Lehrabschlussprüfung mit einer Note 5,3, das heisst im Rang, abgeschlossen. Welche Bedeutung hatte diese Auszeichnung für Sie?
Gerade nach der Lehre war ich stolz darauf. Der Arbeitgeber zeigte mir seine Anerkennung, und Wertschätzung war zu spüren. Doch heute fragt keiner mehr danach.

Jan Jäger

Hobby: Jan Jäger baut in seiner Freizeit Modellautos. Mit diesen nimmt er aktiv an Wettbewerben teil. Bild: Ladina Steinmann/BüWo

Was haben Sie seit Ihrem Lehrabschluss gemacht?
Ich habe direkt nach der Lehre eine Stelle bei der Ems-Chemie angenommen. Ich wurde dann ein halbes Jahr später an die Freymatic AG in Felsberg ausgemietet. Dort habe ich rund ein halbes Jahr gearbeitet, bis die Wirtschaftskrise zu spüren war. Dann kam ich wieder hierher zurück. Jetzt arbeite ich als Anlagenbauer, Anlagenplaner genauer gesagt, als Aufstellungsplaner.

Weshalb haben Sie es vorgezogen, die Berufsmatura nach der Lehre als Tagesschule an der HTW Chur zu absolvieren?
Nach der Schule habe ich eine Schnupperlehre als Konstrukteur absolviert. Doch während dieser Zeit bekommt man nicht allzu viel Einblick in den Beruf. Aber der Beruf hat mir gefallen. Ich fand, er ist der richtige für mich - es stimmte einfach für mich. Was ich danach machen will, habe ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht gewusst. Dann habe ich mal meine Lehre gemacht. Heute weiss ich, was ich weitermachen will, dass ich studieren will. Deshalb besuche ich erst jetzt die BMS, weil ich weiss, wozu ich sie brauche.

Sie machen jetzt die BMS als Tagesschule. Was ist darunter zu verstehen?
Das heisst, dass ich acht Monate vollzeit die Schulbank drücken muss. Demnächst beginne ich mit der BMS. Dann kommt eine kurze Pause von zwei Monaten. Dann gehts mit dem Studium, das drei Jahre dauert, los.

Wie hat die Ems-Chemie auf Ihre Weiterbildungswünsche reagiert oder anders gefragt: Lassen sich Berufsleben und Weiterbildung kombinieren? Eigentlich haben sie offen darauf reagiert. Ausserdem muss ich für die BMS noch einen Vorkurs, der acht Wochen dauert, absolvieren. Ich muss mein Italienisch noch etwas auffrischen, oder anders gesagt Italienisch lernen. In der Zeit, in der ich den Vorkurs besuche, kann ich mit dem Einverständnis der Ems-Chemie 50 Prozent arbeiten. Der Vorkurs ist immer vormittags. Die Ems-Chemie hat sich sehr flexibel gezeigt. Im Weiteren hat sie mir angeboten, in meinen Ferien hier temporär zu arbeiten.

Sie planen für nächstes Jahr ein Bachelor- Studium an der Hochschule Rapperswil in Maschinentechnik und Innovation. Wie sind Sie auf diesen Studiengang gekommen?
Dieser Studiengang ist wie bereits erwähnt nach der BMS. Ich war in Rapperswil an einem Informationsabend, um Näheres über diesen Studiengang zu erfahren. Ich war auch in Buchs an der NTB, um mich über den Studiengang Systemtechnik zu informieren. Da wusste ich bereits, dass der erste Gedanke der richtige ist. Also habe ich mich für den Studiengang Maschinentechnik und Innovation in Rapperswil entschieden.

Die Hochschule Rapperswil bietet in Ihrem Studiengang auch eine Vertiefung in Kunststofftechnik an. Sind Sie daran interessiert?
Ja, sicher bin ich daran interessiert. Kunststoff ist ein innovatives Material, das heute viel verwendet wird und flexibel einsetzbar ist. Da ist es sicher gut, wenn man mehr darüber weiss.

Haben Sie schon Pläne, wie es nach dem Studium weitergeht?
Ich habe noch keine konkreten Vorstellungen. Vielleicht eine Arbeitsstelle in der Entwicklung - etwas Neues erfinden, vielleicht sogar mit Kunststoff.

Könnten Sie sich auch vorstellen, einmal für mehrere Jahre für die Ems-Chemie im Ausland zu arbeiten?
Kann ich noch nicht sagen. Tönt aber in jedem Fall interessant. 

Quelle: Das Interview führte Ladina Steinmann, es erschien in der Bündner Woche büwo vom 04.08.2010. Den vollständigen Artikel mit zusätzlichen Angaben zur Berufsausbildung kannst Du hier als PDF herunterladen

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