Michael Lipp, Lernender Elektroplaner EFZ

Michael Lipp absolviert seine Lehre als Elektroplaner, und steht im vierten Lehrjahr. Nach der Sekundarschule hat es ihn gereizt, erst einmal etwas Praktisches zu machen, anstatt weiter die Schulbank zu drücken. Er hat es bisher nicht bereut - jetzt schmiedet er Pläne für die Zeit nach dem Abschluss, wie er Ladina Steinmann in diesem Interview berichtet.

Michael Lipp, Lernender Elektroplaner EFZ im vierten Lehrjahr bei Ems

Michael Lipp, Lernender Elektroplaner EFZ im vierten Lehrjahr bei Ems, erarbeitet einen Elektro-Schaltplan für eine Hausinstallation. Bild: Ladina Steinmann/BüWo

Du machst bei Ems eine Lehre als Elektroplaner im vierten Lehrjahr. Warum hast du dich entschieden, eine Berufslehre zu absolvieren?
Mich hat es nach der Sekundarschule nicht besonders gereizt, die Kantonsschule zu besuchen und danach zu studieren. Eigentlich wollte ich nach der Schule einfach etwas Geld verdienen. Deshalb habe ich mich für eine Berufslehre entschieden.

Wie bist du auf diesen Lehrberuf gekommen?
Durch meine Eltern. Sie haben bei Ems nachgefragt, ob es noch freie Lehrstellen gibt. Drei waren noch frei, und die habe ich mir dann genauer angeschaut. Dass sich meine Eltern für mich um eine Lehrstelle gekümmert haben, hat einen speziellen Grund: Ich war zu der Zeit in England und habe dort das First Certificate gemacht. Es war mir in England nicht möglich, hier eine Lehrstelle zu suchen.

Hast du eine Schnupperlehre gemacht? Wo?
Meine erste Schnupperlehre habe ich in der zweiten Sekundarschule als Konstrukteur bei den Busch Werken gemacht. Das war die einzige Schnupperlehre während meiner Schulzeit. Als ich dann über die Weihnachtsferien von England nach Hause gekommen bin, habe ich hier bei Ems als Elektroplaner geschnuppert. Weil es mir gut gefallen hat, habe ich mich für diese Lehrstelle beworben.

Was gefällt dir an diesem Lehrberuf?
Was mir gefällt, ist das technische Sachverständnis, das man sich im Laufe der Lehre aneignet: die Komplexität eines Schemas, einer Hausinstallation. Es ist wirklich interessant und man lernt viel.

Warum hast du dich bei Ems um eine Lehrstelle beworben?
Das habe ich indirekt ja bereits beantwortet. Wobei noch zu sagen ist, dass ich viele Kollegen habe, die hier eine Lehre absolviert haben. Diese haben mir auch erzählt, dass Ems betreffend Lehrlingsausbildung einen sehr guten Ruf hat, dass das Arbeitsklima stimmt. Das hat mir meine Entscheidung, hier eine Lehre als Elektroplaner zu machen, vereinfacht.

Welche Tätigkeiten übt man in diesem Lehrberuf hauptsächlich aus?
Hier bei Ems zeichnen wir hauptsächlich Schaltpläne, Schemas für die Industrie. Und sonst: Hausinstallationen. Aber das musste ich bei einem externen Betrieb lernen. Grundsätzlich arbeitet man bei Hausinstallationen mit Architektenplänen, in welche die Schalter platziert und die Rohre verlegt werden müssen. In der Praxis werden diese Installationen dann vom Monteur auf der Baustelle anhand unserer Pläne ausgeführt.

Würdest du einem Kollegen/einer Kollegin diesen Lehrberuf auch empfehlen? Warum?
Ich würde ihm oder ihr empfehlen, zuerst eine Elektroinstallateur-Lehre zu machen, weil ich im Laufe meiner Lehre gesehen habe, dass mir die praktische Erfahrung fehlt. Ich weiss nur sehr wenig darüber, was ich zeichne. Ich war zwar vier Monate draussen und konnte mir anschauen, was ich im Büro eigentlich zeichne. Aber das Gesehene umsetzen, ist dann wieder eine ganz andere Geschichte.

Machst du parallel zur Lehre auch eine BMS?
Nein, ich besuche nur die normale Berufsschule.

Hast du schon Pläne, wie es nach der Lehre weitergehen soll?
Zuerst muss ich ins Militär. Danach mache ich sicher eine Zusatzlehre als Informatiker. Und später vielleicht ein Studium in Richtung Informations- und Computertechnik - also mehr in Richtung Elektronik. Dann müsste ich natürlich auch noch die BMS machen.

Viele Lehrbetriebe legen grossen Wert auf Disziplin und Leistung. Wie merkst du das während der Lehre?
Von der Leistung her ist es so, dass der Chef gute Note sehen will. Und sonst Disziplin. Wenn man kleine Sachen, die eigentlich zum Alltag gehören, falsch macht, wie zum Beispiel, wenn man einen Plan falsch beschriftet, Dinge also, bei denen es selbstverständlich ist, dass sie richtig ausgeführt werden, dann kann der Chef einen dazu verdonnern, dass man in der Freizeit zum Nachhilfe-Unterricht kommen muss.

Quelle: Das Interview führte Ladina Steinmann, es erschien in der Bündner Woche büwo vom 09.06.2010. Den vollständigen Artikel mit zusätzlichen Angaben zur Berufsausbildung kannst Du hier als PDF herunterladen.

 

Durchschnittliche Bewertung:
  •  
(0 Bewertungen)

Was sagst Du dazu?

Dieser Artikel hat noch keine Kommentare erhalten.