Rita Stalder (21), Laborantin Fachrichtung Agrobiologie

Ich forsche gerne im Labor und mit Pflanzen. Als Laborantin in der Pflanzenschutzmittel- Forschung habe ich nun die perfekte Tätigkeit für mich gefunden.

eine von der Knollenfäule befallene Kartoffel

So sieht eine von der Knollenfäule befallene Kartoffel aus. Bild: Agricultural Research Service/WikimediaCommons

Rita Stalder

Rita Stalder. Bild: Syngenta

Während meiner Lehre zur Laborantin Fachrichtung Biologie wurde ich ermuntert, eine Arbeit über die Kraut- und Knollenfäule zu schreiben. Das ist eine Pilzkrankheit, die jährlich 45 Millionen Tonnen Kartoffelpflanzen zerstört. Der Pilz ist ein ernstes Problem im Kartoffelanbau, denn es gibt nur wenige wirksame Bekämpfungsstrategien.

Zufällige Entdeckung mit grosser Wirkung

Der Grund für meine Arbeit war eine Kartoffelpflanze, die auf einem Versuchsfeld meines Lehrbetriebs Syngenta gefunden wurde. Sie war die einzige, die inmitten eines durch die Krankheit vollkommen zerstörten Kartoffelfeldes gesund geblieben war. Ich untersuchte nun diese Pflanze mit verschiedenen agrarbiologischen und biochemischen Methoden.

Meine Untersuchungen zeigten, dass die Pflanze tatsächlich gegen den Pilz resistent war - also gar nicht krank werden konnte! Eine Pflanze mit dieser Eigenschaft ist sehr interessant als Grundlage für die Zucht einer neuen Sorte. Und sie wird in der Landwirtschaft dringend benötigt. Die Erkenntnis aus meiner Arbeit war deshalb ein sehr wichtiger Schritt für die Forschung.

Beim Nobelpreis dabei

Doch nicht nur innerhalb der Firma stiess meine Arbeit auf Interesse. Ich reichte sie beim Wettbewerb von "Schweizer Jugend forscht" ein und war ziemlich baff, dass sie mit der Auszeichnung "hervorragend" gewürdigt wurde. Doch damit nicht genug: Ich gewann auch noch einen Sonderpreis!

So durfte ich zusammen mit anderen Jugendlichen aus verschiedenen Ländern nach Stockholm reisen. Dort nahmen wir teil am "International Youth Science Seminar". Und wir waren bei der Nobelpreisverleihung mit dabei. Die Kartoffel hatte mich also sozusagen zum Nobelpreis geführt!

Praxis statt Theorie

Nachdem ich meine Lehre abgeschlossen hatte, wollte ich mich noch weiterbilden. Ich habe deshalb an der Fachhochschule Wädenswil Umweltingenieurwesen studiert. Allerdings hab ich nur das Grundstudium absoviert. Dann hatte ich das Gefühl, dass mir das Studium doch etwas zu theoretisch ist.

Die Praxis liegt mir mehr und so arbeite ich seit Ende 2007 wieder bei Syngenta als Laborantin. Jetzt untersuche ich, wie bereits die Samen von Pflanzen vor Krankheiten geschützt werden. Auch das ist ein sehr spannendes und breites Arbeitsgebiet und verbindet Biologie und Chemie.

Berufe

Laborant/-in EFZ Fachrichtung Biologie (Agrobiologie)

Weiterlesen …
tl_files/content/Teens/Berufsinfos/Berufe/LaborantIn_Agrobiologie_710x338.jpg
Durchschnittliche Bewertung:
  •  
(0 Bewertungen)

Was sagst Du dazu?

Dieser Artikel hat noch keine Kommentare erhalten.