Simon Heiko Korteweg (24), in Ausbildung zum Informatiker EFZ

Computer zusammenzubasteln, hat ihm schon immer Spass gemacht, Programmieren hat ihn schon immer interessiert. Nun will Simon Korteweg Informatiker EFZ werden.

Simon Heiko Korteweg

Simon Heiko Korteweg. Foto: Hugues Frainier

Simon Korteweg ist erst 24, macht aber bereits seine zweite Ausbildung. Nach dem Progymnasium hat er eine kaufmännische Schule absolviert und anschliessend dreieinhalb Jahre bei einer Bank gearbeitet. Zwar gefielen ihm dort die Arbeit und das Umfeld gut. Doch das grosse Interesse an Computern und ihrer Funktionsweise brachte ihn nach langer und gründlicher Überlegung dazu, seine Stelle aufzugeben und nochmals mit einer Ausbildung anzufangen.

Da auch sein jüngerer Bruder eine Lehre als Informatiker macht - er ist bereits im dritten Lehrjahr - hatte er schon eine Vorstellung von diesem Beruf. Er ist nun seit drei Monaten selbst in der Lehre und bereut den Neustart keineswegs: "Vor allem dass wir die Dinge, die wir lernen, auch praktisch anwenden und ausprobieren können, dieses "learning by doing", gefällt mir sehr. Ausserdem haben wir in der bisherigen kurzen Zeit schon einiges mehr gelernt, als ich gedacht hätte."

Mit dem selbstgebauten PC arbeiten

Zum Beispiel über die Grundlagen der Elektrotechnik. Da geht es darum, wie ein Computer funktioniert, was Schaltkreise sind und was sie für eine Rolle spielen. Oder wie Programme aufgebaut sind. Dass es in dieser Ausbildung jeweils nicht bei der grauen Theorie bleibt, hat sich gleich bei einer der ersten Aufgaben gezeigt: Bevor sie anfangen konnten, damit zu arbeiten und zu üben, mussten Simon und seine Kollegen ihre PC’s zuerst einmal selbst zusammenbauen und verkabeln.

Simon hatte auch schon vor der Lehre zuhause Computer zusammengebaut und kannte sich deshalb bereits ein wenig damit aus. Langweilig ist ihm in der Berufsausbildung aber noch nie geworden - ganz im Gegenteil. "Sogar wenn ich etwas schon einmal selbst ausprobiert oder davon gehört hatte, habe ich hier immer noch mehr dazugelernt - wie man es noch besser machen könnte oder wie man es eigentlich machen sollte. Ab und zu hatte ich bei meinen früheren Versuchen wohl eher Glück, dass es schliesslich funktionierte.

Programme schreiben

Simon Heiko Korteweg

Simon Heiko Korteweg. Foto: Hugues Frainier

Simons Lehrfirma ist die Warenhausgruppe Manor AG. Für sie hat er sich entschieden, weil er von den Leuten her ein gutes Gefühl hatte und weil ihn die Arbeit in einem grösseren Betrieb interessierte. Am Hauptsitz seiner Lehrfirma in Basel arbeiten knapp 1000 Personen. Ein solcher Betrieb setzt Informatikerinnen und Informatiker unter anderem für ihren Webauftritt ein, vor allem aber auch - bei der grossen Menge von Kunden und Produkten - für ihre Datenbanken und zum Einrichten von Schnittstellen.

Die Informatikerlehre kennt drei Fachrichtungen: Systemtechniker, Applikationsentwickler und Generalist. Simon hat die Fachrichtung Applikationsentwickler gewählt. Selbst Programme zu schreiben und Schnittstellen zwischen Programmen zu schaffen, interessiert ihn. Zu den Aufgaben von Systemtechnikern gehört das Einrichten von Netzwerken und der Arbeitsplätze vor Ort sowie auch die Hilfestellung, wenn jemand ein Computerproblem hat. Und Generalisten müssen - wie der Name schon sagt - alles können und sind dafür weniger spezialisiert. Im ersten Lehrjahr macht sich die Trennung nach den drei Fachrichtungen jedoch noch nicht bemerkbar.

Berufsfachschule, Ausbildungsverbund und Lehrfirma

Simon ist zwar schon drei Monate in der Ausbildung - aber bisher war er erst für eine Einführungswoche bei seiner Lehrfirma. Der Grund dafür ist das Ausbildungsmodell der so genannten drei Lernorte. Viele Firmen bilden ihre Lernenden nicht nur bei sich im Betrieb und an der Berufsfachschule aus, sondern ziehen für die praktische Grundausbildung einen Ausbildungsverbund - zum Beispiel aprentas - als drittes Standbein hinzu. Die drei Lernorte der Ausbildung sind dann Lehrfirma, Berufsfachschule und Verbund.

Zurzeit, im ersten Semester, verbringt Simon drei Tage pro Woche bei aprentas, und für die theoretische Ausbildung besucht er an den anderen zwei Arbeitstagen die Berufsfachschule. Im Mai wird er in die Lehrfirma wechseln und dort die praktische Ausbildung weiterführen und vertiefen. Er wird dann Schritt für Schritt Aufgaben kennen lernen, die typisch für die Lehrfirma sind. Dank der allgemeinen Grundausbildung, die er jetzt bei aprentas absolviert, kann dann sein dortiger Berufsbildner bereits auf einem gewissen Niveau anknüpfen und aufbauen.

Freude an der Technik

Die Ausbildung zum Informatiker/zur Informatikerin EFZ gilt als anspruchsvoll. Was muss man denn an Fähigkeiten mitbringen, um die vierjährige Lehre erfolgreich zu bewältigen? Muss man ein Tag und Nacht in den Bildschirm vertiefter Computerfreak und ein mathematisches Genie sein - wie schätzt dies ein Lernender selbst ein? "Ein Grundinteresse für Technik und Mathematik sollte man schon mitbringen", meint Simon. "Aber ein absoluter Mathe-Fanatiker oder ein Computergenie muss man nicht sein. Mir ist aufgefallen, dass es in jeder Klasse etwa einen Kollegen hat, der extrem viel weiss und kann und dem gar nichts neu zu sein scheint. Die meisten anderen haben bei Lehrbeginn zwar schon eine gewisse Ahnung, aber nicht in diesem Ausmass."

Zurzeit gelten Informatiker/-innen als gefragte Fachkräfte mit vielen Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt. Hatte dies bei Simon Einfluss auf den Entscheid, diese Lehre zu machen? Die guten Berufsaussichten freuen ihn zwar, aber ausschlaggebend für den Wechsel war das Interesse. Hat er denn schon konkrete Zukunftspläne? Da es noch fast vier Jahre dauert, bis es soweit ist, findet er das schwierig zu sagen. "Wenn alles so läuft, wie ich es mir vorstelle und ich die Lehre erfolgreich abschliesse, möchte ich mich auf jeden Fall auf diesem Beruf weiterbilden. Das ist mit ein Grund dafür, dass ich parallel zur Lehre die Berufsmatur machen will."

Weiterführende Links: www.aprentas.com, www.manor.ch

Quelle: Ausbildungsverbund aprentas

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