Stefan Leutenegger (26): fasziniert von der Technologie von morgen

Maschineningenieur ist ein weiter Begriff. Als Doktorand im Bereich Robotik und autonome Systeme beschäftige ich mich mit unbemannten Fliegern, die möglichst selbständig operieren sollen. Mein Ziel ist es, einen Flieger in Modellflugzeuggrösse zu konstruieren, der von der Sonne angetrieben in der Zukunft verunglückte Menschen finden kann oder in einem Katastrophengebiet hilft, eine Übersicht von der chaotischen Lage zu erhalten.

Stefan Leutenegger

Stefan Leutenegger

Qual der Berufswahl

Nach dem Gymnasium ist es mir nicht leicht gefallen ein Studium zu wählen, denn meine Interessen gingen in die verschiedensten Richtungen. Der künstlerische Aspekt an der Tätigkeit als Architekt hätte mich zum Beispiel gereizt. Allerdings hat mich schon als Kind die Technik stets fasziniert und es ist kaum ein Tag vergangen, an dem ich nicht irgend etwas gebastelt habe: etwas zum Laufen zu bringen ist damals wie heute unbeschreiblich zufriedenstellend und gibt Energie für neue Projekte. Darum habe ich mich für das Maschinenbaustudium an der ETH entschieden.

Das Studium: nicht nur harte Arbeit

Ich will nichts beschönigen, zu Beginn war das Maschinenbaustudium sehr Mathematik- und Physik-lastig. Daran muss man schon ein wenig Freude haben, denn von diesen Grundlagen wird man auch später im Beruf begleitet. Neben den Vorlesungen, den Übungen und dem Lernen fand ich aber stets auch Zeit für mein Hobby, die Segelfliegerei. Ohne Motor lautlos über weite Strecken dahinzugleiten und die Schönheit der Natur zu geniessen ist ein entspannender, aber auch fordernder Ausgleich.

Robotik und Autonome Systeme - oder: wie viel menschliches Verhalten kann die Technik imitieren?

Eine gewisse philosophische Komponente der Robotik lässt sich nicht wegdiskutieren. Wir versuchen, die "dummen" Maschinen mit einer Portion Intelligenz zu versehen. Wie weit wird uns das gelingen? Ich wollte mich selbst auf die Suche nach einer Antwort machen und habe darum Robotik als Vertiefungsrichtung im Masterstudium gewählt. Je mehr ich probiere, intelligente Verhaltensweisen der Natur abzuschauen, desto grösser wird mein Respekt vor ihrer Genialität.

Neben den Robotik-Fächern belegte ich auch Vorlesungen aus der Luft- und Raumfahrt. Für die Masterarbeit ergab sich mir die Chance, diese bei der NASA am Ames Research Center in Kalifornien zu schreiben. Da befasste ich mich mit einem Roboter-Arm an einem mobilen Rover, der Objekte vom Boden aufheben soll - und zwar ohne irgendwo anzustossen.

Vereinte Interessen im Doktorat über autonome Flugzeuge

Seit einem knappen Jahr arbeite ich nun als Doktorand und baue ein autonomes, also nicht ferngesteuertes, sondern von alleine fliegendes, solar-betriebenes Flugzeug: Interessen aus Studium und Hobby in einem! Der Flieger soll völlig selbständig fliegen und zwar mindestens fünf bis zehn Stunden, von Sonnenzellen angetrieben, ohne mit etwas zusammenzustossen, obwohl er die Umgebung nicht kennt. Ein Doktorat an einer technischen Universität, in meinem Fall ist das die ETH, ist ein optimales Umfeld, eigene Ideen in die Tat umzusetzen. In etwa drei Jahren werde ich abschliessen. Bis es so weit ist, werde ich diese Freiheit in vollen Zügen geniessen!

Berufe

Berufe

weiter
/tl_files/site/images/fallbacks/fallback_teaser_310_150.jpg
Durchschnittliche Bewertung:
  •  
(0 Bewertungen)

Was sagst Du dazu?

Dieser Artikel hat noch keine Kommentare erhalten.